Das Politische anders denken

Frühling der Bürgerlichkeit?

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Written by edomblog

28. August 2010 at 02:18

Entgegnung auf die 6 Thesen von Jens Spahn vom 15.6.2015 im Rahmen von CDU 2017

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Link zu Thesenpapier von Jens Spahn

Es ist nicht konservativ, dauernd zu sagen, wir seien eine offene und freie Gesellschaft (These 1). Das ist eine politische Formel zu Abgrenzung, die inhaltlich die Notwendigkeit von Abgrenzung und Begrenzung auf ein Minimum beschränken möchte.

Wenn es politisch und sozial um das Setzen von Grenzen geht, bringt es wenig, so ein überzogenes und von sich selbst eingenommenes Bild zu propagieren, das Freiheit und Offenheit in den Mittelpunkt stellt, statt die geschriebene wie ungeschriebene Verpflichtungskraft und Attraktivität unserer Kultur in den Vordergrund zu stellen. Sie besteht aus mehr, als nur frei und offen zu sein. Diese Formel ist der Ausdruck einer radikalisierten postmodernen Autonomie, die sich von einer einheitlichen wie einigenden Praxis der Sittlichkeit entfernt hat. Auf Einheit und Einigung kommt es politisch aber entscheidend an.

Unabhängig von ihre Religion müssen sich alle Bürger am bestehenden Gemeingeist in Deutschland orientieren. Die Religion kann ihnen dies nicht abnehmen. Religion orientiert sich durchaus am Jenseits, nicht am Diesseits. Die Diffusität und das Unverständnis für den Ordnungscharakter westlicher Gesellschaften, lässt gerade den radikalen Islam, der vorgibt, über präzise Anweisungen im Sinne eines Heilswissens zu verfügen, attraktiv werden, obwohl die traditionelle Religion selbst gerade nicht für sich beansprucht hat, so ein präzises Wissen zu verfügen und das Ideal der Präzision gar nicht dem ersten Jahrtausend v. Chr. entstammt. Der radikale Islam als Islamismus bildet sich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, erheblich beeinflusst von den faschistischen Bewegungen in Europa.

Wenn Jens Spahn bestimmten liberalen oder reformorientierten islamischen Gruppen Unterstützung verspricht, macht er die CDU und den deutschen Staat damit zur Konfliktpartei und rückt von der liberalen Neutralität gerade ab. Das ist katholische Kirchenpolitik (These 2).

Gegenthese zu These 3: Wir brauchen nicht Lehrstühle für Theologie, sondern zuerst in der Schule verpflichtenden Philosophieunterricht. Ob der Islam überhaupt an eine Universität gehört, hängt von dessen Verhältnis zur Philosophie ab. Theologie ist eine griechische Erfindung. Der Islam hat kein Verhältnis zum Hellenismus wie das Christentum. Und wer leichtsinnig im Stile einer schlechten Sonntagsrede kulturelle Leistung des Islams im Mittelalter preist und schwärmerisch Transfers davon nach Europa in den Vordergrund stellt, betreibt eine vulgäre Ideengeschichte, die auf Einflüsse abhebt, dafür aber historisch-systematische ebenso wie problemgeschichtliche Perspektiven aufgibt. Historisch geht es hier auch nicht nur um die Aufklärung als Bewegung und Epoche als Teil der Kultur und des Geistes, sondern vielmehr um den handfesten irdischen Vorgang der politischen Säkularisierung im 19. Jahrhundert im Zuge der französischen Revolution und der Entmachtung des Standes der Kleriker in Europa, was das Ende der Einheit von Thron und Kirche in den mächtigsten Staaten Europas bedeutete.

These 4 überträgt den lebensnahen Blick des Katholizismus auf den Islam. Integration und Religion müssten aber getrennt gesehen werden. Ansonsten wäre das Singen lateinischer oder altgriechischer Kirchenlieder im Gegensatz zu deutschen Lieder auch eine Art von Integrationsfrage. Die Forderung, Deutsch zu sprechen, zielt zurecht auf den Abbau kultureller Fremdheit.

These 5 geht von irdischer Verbindlichkeit aus und ignoriert, dass für den religiösen Menschen Gott für die Verbindlichkeit steht und Gott ist in der Regal an keine Regel gebunden. Auch hier soll das bewährte Schema deutscher Kirchenpolitik als Masche das non plus ultra sein. Fakt ist, dass interne Konflikte unter Türken wie unter Muslimen ein großes Problem sind. Der Staat hat das zu befrieden.

Zu These 6: Hier geht es vor allem um das Jugendalter. Es reicht hier nicht aus, nur an die Gesinnung von jungen Menschen durch zu appellieren, sondern bedarf pädagogischer und psychologischer Kompetenz. Haben muslimische Gemeinden dieses Wissen? Zugespitzt: Für Muslime ist im Vergleich die Demokratie anders als für Deutsche wegen ihrer Geschichte eben keine Religion oder als Weltanschauung die Norm schlechthin. Statt als politisches Volk in einem Staat kann man sich auch als Teil des Volk Gottes verstehen. Und ein reines Bekenntnis von Glaubenssätzen gegen Gewalt und für Demokratie unterschätzt, das eingefordert wird, eventuell, dass der Islam sich weniger an Dogmen, sondern an Praxis orientiert. Jugendliche und junge Erwachsene sind bereits, mit der Tradition ihrer Religion und ihrer Eltern zu brechen. Das ist ungefähr vergleichbar mit den 68er, der Psychowelle in den 70ern, und sowohl der Alternativbewegung wie den Jugendsekten in den 80ern Jahre.

Nötig wären Taten, also dass deutsche Muslime nach Israel fahren und dort das Land und die Leute kennenlernen. Was ist aber, wenn sie eher mit den Palästinensern sympathisieren oder die kulturelle Überlegenheit Israels unangenehm erdrückend finden?

Die Forderung oder der Wunsch nach mehr Dialog klingt selten verkehrt, aber Begegnung kann auch zur Konflikt führen und sie intensivieren. Das gesamte Papier leidet darunter, wegen nobler, aber trügerischer Rhetorik, Unterschiede zu verwässern und postuliert lauter Wünschbarkeiten, die zwar vernünftig klingen, aber mehr mit Idealen als mit der Realität zu tun haben. Der Islam ist in der Akzentuierung weniger Konfession als es das pluralisierte Christentum ist, welches auf einem Glaubensbekenntnis und zahlreichen variierenden damit verbundenen Überzeugungen beruht, und ist mehr wie das traditionelle Judentum eine Orthopraxie. Das Christentum hat mit Paulus einen Antinomismus in die Welt gebracht, den der Islam nicht mitträgt, sondern sich als Gesetzesreligion (Scharia) versteht. Luther hat das noch verstärkt, indem er zurückwies, dass das Evangelium eine Gebotsordnung sei. Es gibt hier grundsätzlich unterschiedliche Pfadentwicklungen in Schwerpunkten und Selbstverständnissen.

Um reife politische Entscheidungen treffen und verantworten zu können, ist mehr Wissen über Unterschiede nötig. Ansonsten verfällt man in einen zu naiven geschäftigen Handlungsoptimismus. Muslime müssen eine Identität ausbilden, die zum modernen Deutschland passt. Wer sagt, der Glaube der Muslime in Deutschland gehöre zu Deutschland, mißversteht, was Glaube im Christentum bedeutet und was Glaube im Islam bedeutet.

Den Islam im Kern nur als Glaube aufzufassen, überträgt bereits Maßstäbe des Christentums und seiner Konfessionskultur auf den Islam. Der Islam gehört nicht zu Deutschland, weil die Praxis des Islams in den meistens muslimischen Ländern der Welt, nicht zu Deutschland passen würde. Als politische Bewegung ist der aktuelle Islamismus ähnlich wie Kommunismus, Nihilismus oder Anarchismus aufzufassen, die im 19. Jahrhundert entstanden sind.

Was wurde aus der “Sexbombe”?

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Das Wort “Sexbombe” kommt heute fast nur noch im Kontext von Trash oder von C bis D Celebrities vor, aber nicht mehr in Zusammenhang von glamourösen und mondänen Stars, Schauspielern oder Models. Dies verkörpert einen starken Wandel. Symptomatisch in diesem Zusammenhang ist auch der Stellenwert, den Heidi Klum erreicht hat: Keine sinnlichen Lippen, die Haare immer kurz und brav. Gab es in den 90ern noch Pamela Anderson, so wurde irgendwann das überaus dünne It-Girl Paris Hilton zur “Frau” der Stunde. Noch schlimmer ist der Vergleich mit den 80ern. Heute sind alle weiblichen Stars verschwunden, die noch volle Wangen hatten. Mit dem Trend zur Magerfrau steigt nicht die Furchtbarkeit.

Daran muss ich denken, wenn heute “BILD” Kolumnist Franz Josef Wagner über die heutigen Frauen schreibt “… sie laufen sich im Fitnessstudio ihr Fett ab …”

… wird fortgesetzt

Impotenz als Chance für die Liebe? – Gegen eine Einwanderungsdebatte auf Basis von Märchenkunde

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Die vulgärneoliberale Propagandarheotrik zur “Einwanderung als Chance” ist ungefähr so logisch wie Impotenz als Chance zu sehen, die Liebe neu zu entdecken. Chance wird gesagt, alternativlose Notwendigkeit ist gemeint. Oder in der Notwendigkeit einer ärztlichen Diagnose die Chance zur Heilung für eine belastende Erkrankung zu sehen. Die politische Lösungskraft für Fragen der Einwanderung- und Integrationspolitik sind sowohl was Mittel als auch was die Ziele betrifft, ungeklärt. Ungeklärt ist auch, wie groß die soziale und politische Leistungskraft der Mittel ist. Zuwanderung aus der EU wird als Lösung genauso tabuisiert wie der Einsatz von Gastarbeitern auf Zeit. Dabei spricht nichts gegen einen Mix und Zuwanderung aus EU Ländern ist deren gutes Recht, sofern sie hier Arbeit finden oder sich selbst unterhalten können.
Das Ziel besteht in Deutschland nicht einzig und allein darin, Arbeit zu haben, vor allem nicht irgendwelche Arbeit. Arbeit kann man auch in einem KZ haben, in einer Diktatur oder einem autoritärem Regime. Die Anhänger von “Arbeit löst alle Probleme” vertreten eine spekulative Theorie von einem Autopiloten, so wie die Linke früher gehorsam an deterministische Geschichtstheorien ohne Freiheit glaubten. Freiheit zu haben bedeutet auch, die Macht zur Ablehnung zu besitzen. Bei Linken werden Migranten dieser Macht stillschweigend beraubt und degradiert. Arbeit ist nur Arbeit. Doch die gemeinsame Freiheit selbst muss erarbeitet werden. Dazu hört man von dieser Seite genauso wenig wie von der Wirtschaft.

Unterstellt wird eine unausgesprochene wie unbelegte absolute Überlegenheit unserer Gesellschaft, der sich alle automatisch unterwerfen müssten, ohne das die Freiheit bestünde, sich gegen diese zu stellen. Dabei ist unklar, ob in armen Regionen Afrikas nicht mehr Menschlichkeit und Qualitäten gelebt werden, als im formal so reichen Europa. Einwanderer haben sehr wohl das Recht und die Möglichkeit, sich mit Ekel, Scham und Abscheu vor den Macken westlicher Wohlstandsgesellschaften abzuwenden und innerlich wie auch politisch auf Distanz zu gehen. Dies wird nicht oder wenig gesehen, genauso wie auf diese vermeintliche totale Überlegenheit des Staates westlicher Provenienz gesetzt wird, der das Auftreten wirklicher politischer Alternativen verhindert, vor allem menschlicherer Alternativen.

Die aggressive Thematisierung von nicht erworbenen askriptiven Merkmalen wie Rasse, Geschlecht und Hautfarbe an den Universitäten in den USA in den Geistes-, Sozial und Kulturwissenschaften führt zu Zwietracht, Mißstimmung, Verzweiflung und Angst, weil die Dekonstruktion nicht in spielerische Auflösung von Gegensatzpaaren, sondern in einem pathologischen Nihilismus oder einer Perversion der Religiosität endet, die je unfähig sind, erreichtes Wertvolles kraftvoll zu verteidigen gegen Anwürfe und „öffentlichen Verschwörungen“ in bedenklicher Tradition. Der Identitätsbegriff ist in dieser Fassung, die auf askriptive Merkmale fokussiert, reaktionär. Die Seele des Menschen, Fundament der Antike und des Christentums, ist zum Verschwinden gebracht worden. Es bleiben Selbst und Identität, deren Verbindung auf eine konstante Selbigkeit hinauslaufen soll, während die Seele sich wandeln und reifen konnte. Dem Selbst wird bestenfalls Wachstum zugebilligt.

Das Ziel besteht darin, als Bürger gleichberechtigt in einem Rechtszustand zu leben und Bürger zu werden und Bürger zu sein im Vollsinn, sozial wie politisch. Arbeit ist dafür nicht einmal nötig, denn auch Rentner oder Kinder sind Bürger oder Anwärter darauf. Identifikation und Verständnis des Eigenen wie des Gemeinsamen gehören dazu sowie Einsicht und Annahme der Rechtsnormen wie weiterer kultureller und sozialer Normen, die das Leben miteinander regeln und gestalten. Arbeit allein stiftet weder Zusammenhalt noch Zusammengehörigkeit. Der Unterschied zwischen KZ und Freiheit liegt im Recht, in der Gerechtigkeit und in der Zielordnung.

Die neue Einwanderungsdebatte ist argumentativ nur eine neue Spielart dessen, was Paul Nolte einmal kritisch equilibrium Gesellschaft nannte. Alles soll ökonomisch so bleiben wie es ist, dafür soll Einwanderung dienen. Es ist nicht nötig, die Bevölkerung oder das Arbeitskräftepotential konstant zu halten. Das ist im Grunde wie Planwirtschaft. Dabei steigt die Produktivität, weniger schaffen mehr, erwirtschaften mehr. Die neue digitale Revolution, die weiter die Leistungsfähigkeit steigert und Arbeit wegrationalisiert, schlägt noch gar nicht durch. Sie kommt erst noch auf uns zu. Das ist den demographischen Planwirtschaftlern aus dem Triumvirat von Wirtschaft, Staat und Parteien egal. Die EU ist ein großer Wirtschaftsraum. Deutschland kann keinen Sonderweg gehen, durch Einwanderung von außerhalb Europas Zuwanderung aus Europa, die ein Recht dazu haben, zu unterbinden. Das ist kein freundlicher Akt gegenüber den Nachbarn, sondern es ist in einem überholten Paradigma des Nationalismus gedacht und verweigert sich einer postnationalen Idenität.

Eine Debatte, die sowohl aus einer Position der Schwäche als auch einer Haltung der Angst geführt wird, ist genauso gefahrenvolll tyrannisch wie ein darauf reagierender aggressive Rechtspopulismus oder biederer gute Stuben-Neofaschismus, die entweder wohlstandschauvinistisch argumentieren oder in Tradition des Rassismus die Reinheit des Volkes propagieren. Angst und Schwäche pervertieren jede Debatte in eine Spiegelung der dunklen und tyrannischen Seite der Seele.
Die 9/11 Terroristen bestanden überwiegend aus Studenten und Leuten mit Hochschulabschluss. Eine super Idee ist sie, die vielgepriesene Einwanderung von (Hoch)Qualifizierten. Nichtmal sie ist ein Selbstläufer. Idyllische Verhältnisse wie im Märchen werden postuliert. Einwanderung als ewiger Jungbrunnen, der das Volk verjüngt, ganz ohne Alchemie. Deutschland fängt an, Einwanderung als Supermarkt der Möglichkeiten zu Befriedigung des Selbst und Stärkung einer nationalistisch konzipierten Wirtschaftskraft zu sehen. Wahrscheinlich möchten die meisten nichteinmal die Schwarzafrikaner, die in Frankreich seit Jahrzehnten Bürgerrecht haben, aber nicht immer die beste Arbeit oder gar keine legale Beschäftigung finden, in Deutschland haben, außer als Küchenhilfe im Italiener oder Drogendealer. Allerdings sprechen die Heiratsmuster in Frankreich für eine im Gegensatz zu Deutschland in vielerlei Hinsicht bessere Integration. In den deutschen Medien kommen Dunkelhäutige schlicht nicht vor. Auch einen schwarzen Fußballnationalspieler oder Nachfolger von Gerald Asamoah gibt es nicht. Viele in den französischen Vorstädten sprechen nur eine reduzierte Sprache mit einem furchtbar geringen Wortschaft. Dies zeigt die Möglichkeit des Scheiterns von Einwanderung, Integration genauso auf, wie die Deindustrialisierung erheblicher Teile der französischen Landschaften und Regionen.

Erst kommt die Patchwork Familie, irgendwann ist die ganze Gesellschaft Patchwork. Das ist eine links benutzte, aber im Kern rechtslastige Phantasie einer mütterlichen Übermacht, die alles ohne Vater und patriarchalische Ordnung als ultimative Symbiose festlegt, die von Mutter Erde lebt, die unendliche Kräfte hat. Die Einwanderung tritt heute an die Stelle, die früher eine nationalistische Bevölkerungspolitik einnahm, betreibt aber nahezu das selbe Geschäft, einen Kult nationaler Stärke. Damit Einwanderung und Integration gelingen, sind anspruchsvolle Voraussetzungen nötig. Doch Schwierigkeiten sollen lieber umgangen werden. Es hängt vom Niveau der Antworten der Aufnahmegesellschaft ab. Die Bereitschaft oder Dynamik, diesbezüglich das Niveau anzuheben, ist nicht zu erkennen. Die deutsche Gesellschaft samt ihrer alimentierten Politik verweigert sich selbst antworten, was sie selbst als deutsche Gesellschaft als deutsch gelten lassen will und worin sie sich selbst findet und besinnt, inklusive ihrer europäischen Bestimmung.

Formeln wie „Vielfalt“ oder „Willkommenskultur“ sind ein Rückfall in die 80er Jahre „Multi-Kulti Euphorie“, die sich jetzt mit einem ökonomischen Hurra-Patriotismus eines Vulgärneoliberalismus verbindet. Weder an die Sorgen der Einwanderer noch an die Sorgen der Aufnahmegesellschaft wird gedacht. Öffentliche Beachtung erfahren vor allem die, welche sich delinquent, kriminell und rassistisch verhalten und im Sinne der Mediengesellschaft skandalisierbare Handlungen begehen. Leise Bedenken und Einwände, Nachdenklichkeit und Anregungen zur Verbesserungen, kindliche Sorgen oder gar Ängste, finden wenig Repräsentation. Die Würde der Demokratie bleibt an die Berücksichtigung von Kritik gebunden.

Der eine sagt, Einwanderung von Gruppe sowieso ist Bereicherung, andere bevorzugen eine andere Gruppe oder halten gar Fremde niemals für Bereicherung. Kann das Maßstab sein? Bereicherung führt als Prinzip zu Subjektivismus und Willkür. Und sie zwingt zu einer Unterscheidung, Unerwünschtem um so wirrscher zu begegnen.

Kindermangel und Kinderarmut machen aus Deutschland ein armes Land

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Reichtum bedeutet, dass man viele Kinder hat. Deshalb ist Deutschland ein armes Land. Der Kommentar heute in “BILD” irrt daher. Ich bin dagegen, auf Flüchtlinge aus Kriegen pauschal Asyl anzuwenden. Flüchtlinge in Massen brauchen ein anderes Rechtsinstitut. Angst vor Verarmung wird jetzt genutzt, um ungesteuerte Einwanderung zu propagieren. Dabei fehlt eine akzeptierte Leitkultur, die Orientierung bietet und Druck ausübt. P.S. Sigmar Gabriel ist als Politiker oft wie ein unverständiger Idiot: Der Islam gehört soviel zu Deutschland wie die “konservative Revolution” oder der Kommunismus mit Karl Marx. Für mich gehört nichtmal das katholische Papsttum uneingeschränkt zu Deutschland. Der Islam ist Deutschland heute historisch genauso fremd wie das barbarische Germanentum.

Härte

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“Das gute Gewissen bei der Härte gegen andere ist die Nagelprobe auf die Verbindlichkeit im Recht”

Hermann Schmitz in: “Das Reich der Normen” (2012)

Written by edomblog

20. Juli 2015 at 15:25

Zur Rezeption arabischer Philosophie in Harvard am Beispiel von Harvey Mansfield, Jr.: Taming the Prince

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Es ist die arabische Philosophie des Mittelalters, welche die Gewaltenteilung als die nur zweitbeste Möglichkeit ausweist, wenn ein weiser Herrscher nicht in der Lage sei, alle Funktionen hinreichend gleichzeitig bzw. in einer Person zu erfüllen. In dem Buch “Taming the Prince. The ambivalence of modern executive Power” von Harvey C. Mansfield, Jr. (Johns Hopkins University Press 1989) gibt es einige Stellen, an denen der Name Averroes fällt, arabische Philosophie kommt aber nicht vor.

“For executive power, always ready for emergency, ensured that the power of government was not diminished, much less stalemated, when it was separeted into three branches. The energy of executive power thus gave it more importance than the strict, instrumental sense of ‘executive’ would imply;  and this informal addition of power was enough to make the executive branch equal to the two other branches. Without equality among the powers, a separation of powers could not work and could not last; but this equality was endangereed by the supremacy the legislature could claim on the basis of the supremacy of law, and by the independence accored the judiciary on the same basis. Executive power, expanding when needed, kept the rule of law from beeing, in effect, the rule of ambitious legislators and contrary judges.” (Preface S. xx)

Wer den Text liest, sieht wie Mansfield den Gedanken der Gleichheit einwändet gegen die Unterlegenheit der Exekutive bzw. der vollziehenden Gewalt. Ohne diese Machtfülle der Exekutive sieht er eine Normoklatur von Gesetzesmachern und Richtern am Werk.

Google freit um uns: Werbeanzeigen als Liebeselixier und böser Zauber (Hauptteil)

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Vorbemerkung: Dieser Text vom 31.10.2014 ist der bisher unveröffentlichte Haupteil des Textes mit dem gleichnamigen Titel. Von ihm wurde nur der thesenförmige Schlussteil “Zusammenfassung oder warum es nach dem Ende der Utopien noch böse Märchen gibt” veröffentlicht. Gewidmet ist dieser Text im stillen Gedenken Frank Schirrmacher und Joachim Fest.

Für Google bist Du genau so gut, wie Du jetzt schon bist
Sich selbst zu verändern ist schwer. Und auch Selbsterkenntnis bedarf der Hinführung durch Instanzen. Sich zu verändern bedeutet Wandel der eigenen Substanz und des Lebensvollzuges; bei Firmen, Staaten und Gesellschaften auch des eigenen Systems, gerade in Digitalistan. Es ist kein gleichsam technischer, äußerlicher Vollzug. Jeder kann so bleiben, wie er ist. Denn „Du darfst“, lautet das Gebot.

Google sei Dank kann alles so bleiben wie es ist

Gerade die innere Selbstveränderung ist weitaus schwerer als es die technische Allegorie des „Updates“ als eine verbessernde Korrektur oder eines „Upgrades“ als neuer, besserer Folgeversion eines bereits installierten Computerprogramms suggeriert. Schon Platon rief wach, wie sehr detaillierte Weisungen von Ärzten, die wie z.B. Vorschriften über eine Kur, die im Alltag die tägliche Lebensgestaltung erfasst, und täglich echten Aufwand bedeuteten, von Kranken verworfen würden; also mithin aus Mangel an Einsicht und Wissen, wohingegen hoch schmerzhafte Lösungen mehr Akzeptanz fänden, da sie lediglich einen einmaligen Eingriff gleichkämmen, und keine dauerhafte Veränderung nötig machen. Was Großunternehmen betrifft, so stechen in der Not die Vorteile einer optimierter Kommunikation umso anziehender hervor, je mehr sie in Not sind. Sie werden von Agenturen angepriesen, die um Kunden und deren Budgets werben, wie man sagt. Für jede denkbare Patsche melden sich auf Nachfrage Helfer voller Einfallsreichtum bzw. Einfaltsreichtum, der ihnen gegen ein Entgelt versichert wird. Diese Beihilfe ist echte Hilfe.

Google mag uns so sehr

Google hat wieder eine neue Werbekampagne. Deutete der Konzern vor noch nicht langer Zeit in große, ganzseitige Anzeigen ohne Fotos, die in Zeitungen und auf Plakaten verbreitet wurden, mit winzigen Grafiken und Krümmelchen von Keksen (die sogenannten „cookies“, Daten- und Verlaufsspuren im Browser) samt des Berufsbild des schicken Baristas auf sich hin, läuft jetzt eine Kampagne mit einem neuen Ansatz. Die Phase der Pose des trendigen, virtuosen Kaffeeexperten, der nach dem Namen fragt, uns die mondäne Rolle des Kenners und Fachkonsumenten schenkt, ist vorbei. Vorbei ist jedenfalls für Google. Denn die eben noch als schick gepriesen und visuell als minimal verniedlichten Datenspuren bleiben natürlich bestehen, komme was wolle.

Google legt allen in seiner Liebe die Welt zu Füßen
Google freit um uns. Nach dem Selbstvergleich mit der lockeren Zuhandenheit von „coffee to go“ und Gebäck nun auf ein Neues. Die Gunst einer mächtigen Persönlichkeit zu erringen, galt von jeher als Teil von Klugheitslehren. Sie waren beliebte Lektüre für Höflinge. Und wer oder was wäre mächtiger als das Volk in seiner Menge und die Meinungsmacht der Öffentlichkeit? Also muss die Liebe der Massen her. Google will keinen Anstößigkeit erregen. Die neuen Anzeigen von Google erinnern deshalb an die klassische Werbung der Konsumgüterherstellern für die Familie; nur die Kinder fehlen. Das ist eine kindgerechte Werbung für Erwachsene. Wie auch im Falle der Bewerbung von Konsumprodukten für den Haushalt, soll auch im Falle von Google das Produkt glanzvoll und günstig auf Wohl, Heil und Segen der Familie ausstrahlen, deren gepriesenes Glück in Bildern präsentiert wird. Es wird also ein gewohntes, betont unanstößiges, vertrautes Werbeformat genutzt.

Google ist ein Begleiter derart, den niemand ablehnt

Google wirbt um die Gunst unserer Liebe, persönliche Zuneigung wird an der Stelle verlangt, an der ein rein sachliches Verhältnis besteht. Einerseits wird die Sachlichkeit der Technik als Schutz geschätzt.Auf der anderen Seite verweist die schlichte Zuverlässigkeit der Technik auf eine Art des Vertrauens, welches über eine normale Beziehung unter Menschen, hinausweist. Technik kann nicht die natürlichen Mängel aufweisen, die zum Menschen gehören, und damit Mängel in den Freundschaften unter den Menschen mit sich bringen. Mit Cicero gesprochen, so geht es hier nicht um eine alltägliche Freundschaft. Es ist eine besonders ausgezeichnete Freunschaft, eine von hohem Rang, keine, die der Mediokrität der Menschen unterworfen ist. Doch es wird über die Mediokrität der Technik hinweggetäuscht. Google wäre gern Verwandter oder Freund von uns. Das Handy und die Googlesuche erhalten viele Vertrautheiten von uns. Alles wirkt in einem Höchstmaß ganz natürlich und von selbst verständlich.

Google erhält das Vertrauen eines jeden per Vollmacht erteilt

Umgang mit Dienerschaft, Personal, mit Gesinde im Haus oder Angestellten, die für einen arbeiten, ist nicht nötig. Und auch schwängern kann man den Dienstboten Google nicht. Auch Geschlechtskrankheiten mit irreversiblen Verläufen kennt die Herkunft von Google nicht Gott sei Dank nicht. Google verspricht, wenig Scherereien zu machen. Google ist wie ein Kind, um das sich nie jemand sorgen machen würde, egal was das Kind tun könnte. Es ist ein Kind von so guter und edler Herkunft, dass ihm keine Grenzen gesetzt werden müssen. Es ist in der Regel unsichtbar, kostet die Familie kein Geld, und ist jedem nützlich und hilfreich. Google kennt kein Ansehen der Person. Deshalb ist Google ein Richter, der immer unparteilich und gerecht handelt. Es ist ein Vertrauter, der grenzenlosen Zugang zu allem gewährt wird. Das ist eine Vollmachterteilung. Google hat das Zeichen einer nur denkbar hohen Vertrauensstufe. Menschlicher Irrtum ist bei einer Maschine zum Glück ausgeschlossen.

Google ist ein Freund, den man einfach mögen muss

Es geht um eine heute unvermeidliche scheinbare Wahlvertrautheit unter geringen Konkurrenzbedingungen. Denn der Markt bietet nur wenige Plattformen an. So ist Google ist als Ort die Suchmaschine, die eines jeden Wahlheims im Internet ist. Google gilt als schweigsam, obwohl es weder schweigen noch die Aussage verweigern kann. Daten haben kein Gewissen und sie kennen keine Gebote. Die Spuren der Daten genießen keinen Schutz, weder gegenüber Erkenntnisprozessen noch vor Gericht. Als Zeuge macht Google nie Zicken. So wird Google behandelt wie ein Brieffreund, den man nie kennenlernt, dem man aber mehr anvertraut als seinem Tagebuch, und der das, was den Briefen anvertraut wurde, nie wie Papier in Feuer verbrennen kann.

Google ist Deine Erbschaft von einem verstorbenen, unbekannten Verwandten
Google möchte gar ein Libidoobjekt, zumindest gleich Mutter oder Vater. Durch das Smartphone gibt es Google zum Anfassen. Das Ausmaß der Haptik verheißt Körperberührung, Wärmesensibilität, Antizipation von Wünschen, nie endende Geduld ebenso wie die Macken und gelegentliche Exzentrik einer Diva. Im Regelfall ist es eine Geliebte, die keine Anstalten macht, ein Objekt, das alle Vorzüge der Prostitution hat, die Vorzüge des Geschäfts. Hinterher ist man etwas los, egal wie es gelaufen ist. Google zielt als Android trotz seiner Monotonie und Imitat in Sachen Dialog auf Einklang mit dem Nutzer.

Google ist Liebe
Anders als die Philosophie, so verlangt die Hochreligion eine Liebe der Gläubigen als Teil der Frömmigkeit, des Gehorsams, fordert Liebe zur Unterwerfung. Doch hier – im Fall von Google – wird mehr wie in der Tragödie „Faust“ mit einem Zauberelixier nachgeholfen, auf dass die Liebesnacht auch zuverlässig und vor allem erfolgreich zustande kommt, und die Umnachtung fortwähre. Also geht es um schwarze Magie. Und aus den Daten soll Gold gewonnen werden, insofern ist es wie Alchemie. Die Gefahr liegt klar zu Tage: Das Gold könnte aus Dreck gewonnen werden. Die Erkenntnisliebe von Google ist gnoseologisch.

Google ist Gold

Den Dreck fällt als Spuren beim Surfen, beim Eingeben von Suchbegriffen an. Dann nämlich, wenn mehr als nur begehrt wird, sich „Wissen“ über den Umweg der Suchmaschine zu verschaffen. Google ist die zwangsweise Zollstelle in Digitalistan, die vom Verkehr aus Gewohnheit – und ohne Murren – frequentiert wird. Würde man das Ziel der Suche direkt kennen, die URL, die gewünscht wird, so wäre eine Suchmaschine wie Google unnötig. Die Existenzberechtigung von Google ist daher prekär. Deshalb versucht Google in Selbstüberholung die Wunde durch den Speer zu schließen, der sie schlug. Als Durchhalteparole wird ausgegeben, man ziele hoch, und wolle schon vor der Sucheingabe wissen, was das Begehren des Nutzer sei, das man eilfertig bereit ist, zu erfüllen und um die heiße Adresse zu verraten, ihm das Insiderwissen anonym und im Vertrauen zu stecken. Reicht diese Andeutung über den Dreck und sein monetäres Potential aus oder werden schmutzige Details verlangt? Geld, Sex und Heilswissen, ewiges Leben, Sünden und Laster, Liebe und Gewalt, – hier tobt das prahle Leben. Google kann als Konzern direkt hineingreifen. Kein Mensch würde hier ablehnen können.

Google bringt unvergleichliche Farbtöne in die Welt

Die praktische Zweckmäßigkeit ist unvergleichlich. Internetbenutzung und Umgang mit dem Smartphone ist das, was Rousseau Tanzen und Musizieren zuschrieb. Darin besser sein zu wollen als andere, bringe die Unterschiede zwischen den Menschen, die Ungleichheit, in die Welt. Es sind nicht mehr Autos, Urlaub oder Stereoanlagen, sind die Güter, die jetzt das „gewisse Etwas“ ausmachen. Das Smartphone ist heute der Indikator für unser Maß in der Konsumwelt und der Erlebnisgesellschaft oder die Weltgewandtheit. Ist es nicht bezaubernd und sensationell konkurrenzlos? Wer etwas auf sich hält, der ist mit dabei. Und so geht es (schon) die ganze Zeit.

Google ist mein Leben und ist Dein Leben

Für die jungen Leute heute ist das Basteln ihrer Biographie ein Geschehen, das auf das engste mit der Internetnutzung verstrickt ist. Schule, Freunde, Liebe, Wissen, Kommunikation, Welterschließung, Weltentdeckung; sie sind intim mit dem Netz, die Jugend; Spiel, Spaß und Spannung genauso wie Sex, Gewalt, Horror und Aberglaube, Spinnereien. Reisen, und Abenteuer, ob im Computerspiel, im realen Leben oder beim Surfen. Nun, ist das Netz noch Arznei oder schon Droge? Wie steht es mit Ihnen? Ein jeder bastelt sich das Internet, das ihm schmeckt. Die Geschmäcker und Vorlieben sind bekanntlich verschieden. Egal was der Lebensplan ist, Google ist jedem Plan hilfreich.

Google ist Traumpartner für unvergesslichen Sex

Bunt wird es getrieben miteinander. Es ist eine Sexualität, für die Google steht, bei der nicht die Sexualität als etwas sittlich Verwerfliches kritikwürdig wäre. Auch das Wunschziel ihrer schrankenlose Befriedigung ist es nicht. Sondern einzig der Sexpartner ist das Problem. Den gesamten Lebenskreis, von der Wiege bis zur Bahre, immer nur Sex mit Google. Das ist kein Geschlechtsverkehr mehr, das ist eine Zwangsvereinigung. Es ist die ewige Wiederkehr des Gleichen. Google ist ein Märchen für Erwachsen. Und deshalb ist es Pornographie.

Deshalb ist Google ewiger normaler Sex nicht genug. Google ist Tempelprostitution. Wir wissen gar nicht mehr, wer dabei welche Rolle und Position inne hat. Gehen Sie gerne einen reizvollen sexuellen Kontakt ein, bei dem sie ich wissen, ob er hetero oder homosexuell sein wird, ob sie als Frau oder als Mann verkehren werden? Wenn sie das gern tun, so gehören sie zur Minderheit der Kenner, die wirklich wissen, was wahre Liebe ist. Die anderen, die überwältigende Mehrheit, würde nicht einmal gratis in ein Luxusbordell gehen, wenn Position und Rolle dabei ungeklärt blieben. Würden Sie mit dem Ehepartner oder ihrer Liebe die Rollen auslosen? Ohne die Lose vorher zu kennen, ist das kein Zufallsentscheid, sondern die Befragung eines Orakels, auf dessen Kommando man gefälligst sadomasochistische Befehle artgerecht umzusetzen hat. Wie sittsam im Vergleich plötzlich das Badehaus des Mittelalters erscheint.
Google ist ein gratis verfügbarer Sexpartner

Ein kostenloser Bordellbesuch im Dauerabo – gratis finanziert durch die universelle Werbung – ist dann doch anders als eine Sexparty ohne Aufseher und Eintritt, in der Gewalt, Schmerz und Sklaverei zugelassen ist und es keine Möglichkeit der Gegenwehr, keinen Ausstieg und kein Codezeichen gibt. Google verspricht, das Paradies, ein Dauerbesuch gratis im Harem zu sein müssen, bei dem für jeden etwas dabei ist. Das hinterher alle zu Sexsklaven in diesem einzigartigem Harem werden und global an Sadisten verkauft werden, das ist vielen eben ganz egal. Wer Glück hat, wird an Masochisten verscherbelt. Warum sich aufregen? Jeder muss mal sterben und dran glauben. Wer alt und abgeleiert ist, wer keinen Knackarsch mehr hat, wem alles hängt, weg und hinfort mit ihnen, dem Abfall, zum Resteverwerter.

Google ist Kopfkino ohne wieder aufzuwachen

Sie müssen also zwangsweise Sex haben und werden dabei noch zusätzlich ebenso massiv und intim bedrängt, in dem um sie herum und vor ihnen, Werbung angesehen werden muss. Nicht ihr traumhafter Sex, ihre Betrachtung der Werbung wird beachtet, streng protokolliert, genau überwacht. Das ist Ihre Freiheit. Ja, das ist herrliches Kopfkino! Endlich mal eine erotische Phantasie, aus der keiner mehr aufwachen möchte! Leben Sie ein Jet-Set Leben ohne einen Schritt zu tun und fliegen zu müssen.

Google realisiert das Grundrecht auf Voyeurismus von Straftat und Verbrechen
Wenn sich der Wesensverhalt dieser phantastischen Sache so entpuppt, so verzichtet man auf das Vergewaltigungsschicksal lieber und lehnt dankend ab. Aber dann wollen sie doch wenigstens alle Zuschauer dabei sein! Es soll toleriert werden, weil die Voyeure an diesem Weltgeschehen unschuldige Teilnehmer seien, die ihre staatlich garantieren und natürlichen unhintergehbaren Rechte nur in Anspruch nehmen würden!?
Google ist auch Dein Traum

Das Flair einer klugen Wohlberatenheit eigener Art in so vielen Lebensdingen wird versprochen: Gesundheit, Sport und Medizin. Das Smartphone ist bezahlbarer personal assistent fast ohne Entgelt, hilft sogar beim Weg zum Wunschgewicht. Oben drauf Weltwissen wie aus dem Brockhaus, und als unwiderstehliche Dreingabe Demokratie, Transparenz und Partizipation wie aus dem Lehrbuch. Doch was ist digitale Teilhabe an jenem Kosmos in Wirklichkeit? Google erfüllt Dir Träume, die Du selbst noch nicht und niemand anders kennt. Es gibt keinen Wunsch, den Google nicht schon kennt.

Google lässt Grenzen unerforderlich werden

Eigentlich alles was man sich wünscht und sich vorstellen kann, soll gebracht oder wenigstens durch das Netz, das Internet und Google, vermittelt, transportiert und uns auch geliefert werden können. Selbst die Zeit und Vergänglich, Schwächen der Erinnerung, trachtet das Smartphone mit seiner Fotokamera, Tagebuchfunktion, Kalender, Listen und tragbares Postfach überwinden zu können. Die Videkonferenz überwindet den Raum. Was sind Raum und Zeit noch? Welche Naturkonstanten und Grenzen sind für Google und das Internet unverfügbar? Außer Energie gibt es keine Zutat.

Google ist Medizin

Wer da drauf steht, in den hat sich das Gift mit der unbekannten Fachbezeichnung schon entfaltet. Niemand stirbt, doch niemand bleibt wie er ist. Alle werden entjungfert. Ist es eine Liebesheirat oder Vergewaltigung bzw. die Zwangsehe für alle? Die Zeit kann Google nicht ändern. Wer das sagt, der sei belehrt, Google optimiere für alle ihre Zeit, egal wie sie sind. Es war, ist, sei und werde Segnung auf immer bleiben. Dies sich sicher wie das Amen in der Kirche.

Google als Weltwunder einer neuen Freiheitsstatue

Es ist ein neues Weltwunder, weit mehr als jene legendenhafte Bibliothek im hellenistischen Alexandria. Google wird alle Weltwunder und Meisterwerke der Vergangenheit übertreffen oder aber sie mit Gewalt sich verschaffen, überwältigend sein. Jeden Tag auf’s neue staunen müssen- Google will das Leuchtfeuer sein, der Leuchtturm in unserer Gesellschaft, wie Amerika die Stadt auf dem Berg sein, das Licht, welches jeder erblicken kann. Und Google will unser Auge sein, uns sein Auge verleihen. Doch alles hat seinen Preis. Google steht für Verkauf! Es ist eine Transaktion, bei der keine Seite innerlich so bleiben wird, wie sie es zuvor gewesen ist. Denn Google ist nicht nur äußeres Wort, Google will auch inneres Wort sein. Schon heute ist das Unternehmen ein Koloss. Youtube ist das Kolosseum unserer Tage, in dem es Brot und Spiele für die Massen gibt. Die Stars in der Manege und auf der Empore werden ebenfalls geehrt und gefeiert, wie es sich gehört. Sicherlich, als Datenbank ist Google auch wie ein braves Museum, eine feine Kunstkammer, doch schlummert eine Wunderkammer in diesem universellen Archiv. Es lässt uns die Illusion, souveräne Leser, untäuschbarer Kunstkenner und Flaneur zu sein. Ist es nur eine profane Einkaufsgalerie? Eine Passage ist es in jedem Fall. Was ist seine Aura? Wir haben im Leben und auf der Welt schon längst alles gesehen. Das Internet ist eine Wundertüte für das 21. Jahrtausend, so wie es Ideologien und Weltanschauungen für das 19. und 20. Jahrhundert waren. Keiner darf sich von Googles Intellektularkultur wie Google Books oder Google Scholar blenden lassen. Das Opium der Avantgarde wird in Silicon Valley oder der Ostküste konzipiert und in Asien gefertigt. Google erfüllt scheinbar alle Versprechen der Moderne – und die der Antike noch zusätzlich.

Google ist Familie: We are family!

Stellte Google in seiner Plakatwerbung zuerst die anonyme Transaktion beim bevorzugten Koffeeindealer in den Vordergrund, der einen gleichwohl vertraut mit Vornamen anspricht, aber dem der Nachname egal ist, wenn die Zahlungstransaktion abgewickelt ist, hat sich Google jetzt auf den Weg gemacht, sich in die Familie und die politische Nation einzuschleichen, ohne dieses Anliegen groß zu verstellen. Es wird beispielsweise Werbung zeigt, die Menschen beim Kochen zeigt. In der Küche und beim Essen kommt man sich näher. Das nennt man Tischgemeinschaft. Welchen Wein Google uns hier wohl einschenkt? Das Jubiläum der Einheit von Ost und West wird genutzt, die heilige Familienfeier, wird so ausgenutzt, um wie der Prahlhans und Tausendsassa Alcibiades in Platons Theaterstück „Symposion“ in die Party zu platzen und sich dann so benommen wird, als hätte man ältere Rechte als die Stammgäste und der Gastgeber selbst. Google ist freundlich zur Familie. Allen soll klar sein: Google gehört (längst) dazu; so, als wäre es schon immer der Fall gewesen und könnte es das gar nichts anders geben. Und zwar so fest, als wäre es schon bei der Geburt, nein, bei der Zeugung – ach was, beim Gedanken an die Zeugung -, mit dabei gewesen im vertrauten Kreise. Google ist freundlich zum Staat, Google übertrifft das Gesetz noch, denn Google ist selbst das Gesetz. Google liebt die Medien; und die Medien lieben Google?! Google ist die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft in Person; Samariter für Suchende, Rettung, wenn es eines Rats bedarf. So ist Google aller Liebling.

Weshalb Google nur eine Kopiermaschine ist

Hierarchie, Ordnung und Rang, – denn der Walter des Kosmos sei Google selbst. Die Gefolgschaft von Google sagt zu allem Ja und Amen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Das versteht sich von selbst, denn sonst wären sie keine Suchmaschinenbenutzer, sondern Weise; oder etwa Asketen in der Wüste oder Inhaber von Oasen oder Inseln. Google verspricht uns, ein Produkt zu sein, welchen für jeden geeignet sei; etwas, bei dem man keine Bedenken zu haben brauche. Für jeden ist etwas dabei im Kosmos von Google. Denn als Suchmaschine gestaltet Google den Kosmos nach. Unter dieser Maxime nach ist Google nur eine waltende Instanz im Kosmos, aber nicht der Erschaffer des Kosmos. Damit steht fest, Google steht die höchste Hierarchiestufe nicht zu. Deshalb ist Google dazu verdammt, sein Gefolge zu verbreitern. Das Angebot von Google ist schmackhafter zu machen. So, dass das Angebot von niemanden abgelehnt werden kann; nein, das Google sogar heiß begehrt wird. Die Leute sollen sich lechzen nach Google und erquicken an Andriod. Google Maps realisiert die Unverborgenheit aller Wege, Google Earth die des Erdballs. Was ist die Gebotsordnung von Google?

Für alle, deren Zeichen mir je leuchteten, und die, deren Dunkelheit mir noch Spuren gab

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