Das Politische anders denken

Frühling der Bürgerlichkeit?

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Written by edomblog

28. August 2010 at 02:18

Diskurskompetenz

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Politische Korrektheit oder dezente Verpönung führt dazu, dass in hochzivilen Gesellschaft Tapferkeit zur zentralen Diskurskompetenz wird. Politische Korrektheit ist da nützlich wenn es darum geht, die Gesamtgesellschaft vor sich selbst durch übermäßige Fokus auf Negativität zu schützen. Deshalb erfordert politische Korrektheit aber diskursive Begründung und Herleitung und darf nicht auf Vorlieben und Neigungen basieren, die in bestimmten Gesellschaftsgruppen vorherrschen.

Über Kriminalität unter Migranten und Ausländern nicht reden zu wollen, simuliert Integrationserfolge, obwohl alle in Wohnvierteln leiden. In erster Linie leiden die Bewohner dort selbst unter Kriminalität und Vorzeichen von Anomie. Der wahre Rassismus besteht im Wegsehen des Mainstreams, wenn Kriminalität egal ist in Wohngegenden, wo man selbst längst weggezogen ist oder nie hinziehen würde.

Written by edomblog

12. Februar 2016 at 12:33

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“… und Weltfrieden”

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Es ist wohlfeil, wenn die Industrie seit Jahrzehnten einfache Jobs wegrationalisiert, verlagert oder die Gewerkschaften niedrige Entgeltgruppen über deren Produktivität hinaus anhebt, jetzt so tut als hätten wir hundertausende Jobs übrig für Leute ohne Qualifikationsniveau. Deutschland braucht hohe Produktivität und Ausbildungsniveau, um die Sozialleistungen zu stemmen. Die ganze Kampagne ist hochemotional, will aber für eine sachliche Debatte sein, nimmt zu Zahlen und Kosten aber keine Stellung. Es werden etatistische Leitbilder propagiert, der Staat und die Sozialpartner könnten alles lösen. Das ist wohlfeil. Weltoffenheit ist eine individuelle Tugend und kann nicht paternalistisch verordnet werden. Kirche und Gewerkschaften wundern sich, das Mitglieder wegbleiben, weigern sich aber, auf Augenhöhe zu diskutieren und handeln von oben herab. Die Kirchen verurteilen Sünder aggressiv statt auf sie zuzugehen. Gleichzeitig muss bei Flüchtlingen oft über Defizite hinweggesehen werden. In Ostdeuschland sind Kirchen, Gewerkschaften und Arbeitgeber kaum noch vertreten. Dort hat die AfD viel Zulauf. Und Zusammenhalt basiert auf Gesetzen, nicht nur auf Mitgefühl und Mitleid. Es ist unverschämt, zu suggerieren, jemand der sich kritisch an der Debatte beteilige, versündige sich an der Menschenwürde.

Leider werden die Menschen, die sich vor Ort engagieren, nicht in den Mittelpunkt gerückt. Die ganze Kampagne ist ziemlich traditionell top-down und wirkt überhastet. Die Werte gehören den Menschen, die sie leben, nicht den Großorganisationen, die so tun, als hätten sie ein Recht, die Werte des Zusammenlebens zu verwalten. Während die Kampagne sich idealistisch gibt, geht es um handfeste materielle Interessen, da alle Wohlfahrtsverbände beteiligt sind und die Wirtschaft Subventionen haben möchte. Integration ist mehr als Arbeitsplatz und Geld in der Tasche. Inklusion hängt von ganz verschiedenen Funktionsystemen ab. Ein holistischer und ganzheitlicher Begriff wie Teilhabe fasst das zusammen. Dem steht jedoch kein ganzheitlicher politischer und sozialer Hebel gegenüber.

Man muss auch darüber klagen dürfen, dass derjenige, der unabweisbar Hilfe benötigt, den Helfenden strapaziert und in die Pflicht nimmt. Das ist das Problem an einer Situation, in der Hilfe unabdingbar ist.

Wenn die Politik nicht in Reden taktvoll, klug und gescheit auf die emotionale Lager der Bürger eingeht, helfen alle Kampagnen nichts.
Wer für Hilfe ist, muss auch den Sinn von Hilfe vermitteln und daraus ein gemeinsames Ziel formen und das darstellen. Deshalb reicht ein Sloagn wie “Wir schaffen das ” nicht aus. Er formuliert kein Ziel, er verdeutlicht keinen Sinn, er benennt nicht Verantwortlichkeiten.

Gerade Kirchen und Gewerkschaft basieren darauf, dass die Arbeit für sie auf Überseinstimmung mit ihre Weltanschauung basiert. Wer für eine Gewerkschaft arbeitet, befindet sich in einem Tendenzarbeitsverhältnis. Wer Priester oder Pfarrer ist, unterliegt strengen Regeln des Kirchenrechts, was das Privatleben betrifft. Öffentliche Gerichte können hier nicht oder nur minimal angerufen werden, obwohl die Kirchen Gesellschaften öffentlichen Rechts sind. Gewerkschaften gehen mit ihren eigenen Leuten, die hauptamtlich für sie arbeiten, keinesfalls immer besonder sozial gerecht um. Auch die Arbeit im Sozialsektor für die Wohlfahrtsverbände ist oft kein Zuckerschlecken.

Politik bedeutet vor allem Leidenschaft und Zorn. Wer nur “sachlich- und lösungsorienert” akzeptiert, schadet dem Pluralismus. So können Organisationen intern Entscheidungen fällen und vorbreiten. Das ist dann jedoch gerade kein Vorbild, was die Lösung gesamtgesellschaftlicher Fragen im öffentlichen Raum betrifft.

Teilhabechancen muss jeder sich auch durch Mitarbeit erarbeiten. Die können nicht vom Himmel fallen wie die Gnade Gottes. Intern verlangen Großorganisationen Anpassung und Gefolgschaft, gesamtgesellschaftlich schweigen sie dazu. Viele, die in Kirchen, Politik oder in Industrie arbeiten, haben ein schlechtes Gewissen wegen ihrer Untaten oder der Kompromisse, die nötig sind. Der scheinbar alturistische Einsatz für Flüchtlinge beruhigt das.

Wer jede Kultur für gleich viel Wert erklärt, entäußert sich von Normen und eröffnet dem Relativismus das Feld. So ist z.B. der Kulturrat ist für Kulturarbeit zuständig und nicht dafür, die Nationalkultur zu definieren und abzustecken. Neugier muss sich auf Individualität richten und erhalten bleiben, auch wenn es Probleme gibt.

Integration bedeutet, dass auch Frust und Enttäuschungen auftreten, Irrationen und Widerstände begegen. Neugier kann auch auf voyeuristische Exotik des Fremden gerichtet sein. Die Realität verlangt, Zwischentöne zuzulassen, Frustrationen nicht zu verleugnen, sondern kommunikativ aufzufangen.

Wenn eine Million Menschen Hilfe bekommen sollen und faktisch zuwandern, lässt sich das nicht lösen, indem lediglich altbekannte Grundsätze angwendet werder. Es ist ein anspruchsvolles und komplexes Projekt. Ein isolierter inner Entschlussakt, ein dezisionistischer Sprung über den Abgrund, reicht nicht aus. Es geht hier nicht um Glaubensakte.

Written by edomblog

11. Februar 2016 at 20:02

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Die Traurigkeit unserer Vokabulare

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Richard Rorty stand bekanntlich dafür, Aufgabe der Philosophie sei, neue Vokabulare zu erfinden. Was Rorty dazu nennenswert selbst beigetragen hat, ist mir nicht bekannt. Seinen Lebensabend verbrachte der zu Depression neigende Starphilosoph in seinem Haus in Virgina voll mit Büchern und plädierte für die Lektüre von Romanen. Damit griff Rorty nicht nur den alten Streit von Philosophie und Dichtung auf, den schon Platon thematisierte; er schwenkte eigentlich auf den Kurs von Heidegger und dessen Rückgang von der Philosophie auf den Anfang in der Dichtung ein; Rorty drehte bei, auf einen Kurs, den schon sein erster Lehrmeister Leo Strauss in Chicago popularisiert hatte. Strauss fokussiert aber mehr auf die Herausforderung aus dieser Konkurrenz als auf die Anfänglichkeit von Dichtung. Überhaupt widmen sich politische Philosophen und Wissenschaftler kaum der Liebe, sondern mehr eine Mystik der Macht.

Eine Ausnahme ist vielleicht der späte Carl-Friedrich von Weizsäcker mit seinen Reflektionen und den Eros und seinen Vorwurf an die „neue Linke“, nicht Moral, sondern Liebe sei der letzte Grund. Auch an Luhmanns Ausführungen über die Rolle von Semantik kann man denken, wenn es um die Kraft der Liebe geht, die kulturell eingelassen ist. Wenn wir über die Liebe reden, müssen wir an Popmusik, an Dichtung, an Sänger und Liedermacher denken. Weniger denken sollte man an notorische Comedians und berufsmäßige Blödelbarden, die Witze über Sex machen.
Und so ist mir Anliegen, über die Austreibung der Liebe aus der Gegenwart zu berichten; vom Elend und sprachlicher Kargheit, die eingezogen sind. Es geht darum, was ich als Epochenwandel wahrnehme, die komplette Umschwung von den 80er Jahren in die auslaufenden Nullerjahre und das angebrochene zweite Jahrzehnt im 21. Jahrhundert. Es geht um die Schrumpfung des Menschen, um die Kleinschrumpelung der Liebe, um die Ödnis in Sprache, Musik, Popkultur und öffentlicher Unterhaltung. Einen einzelnen Aufschrei dagegen gab es von Friedrich Kittler, der die europäische Tradition von Homer angefangen in der Liebe verankern wollte. Implizit gegen die katholische Tradition, die bei Ratzinger Wert darauf legte, in Babylon hätten Huren den Rausch schenken müssen, legte Kittler Wert darauf, anders als bei Gilgamesch würde Odysseus nie eine Frau Hure nennen.

Vielleicht sind als neue Vokabulare gar nicht neu zu erfinden, sondern ist zunächst die eigene Tradition und ihr Ballwurf (Gadamer) anzunehmen.

Das Wort, welches am meisten fehlt, lautet „Liebeswonne“. Damit steht in Zusammenhang „Lebenswonne“ und „Lebensglut“. Jegliche Kraftfülle, die damit in verbunden ist, scheint wie verschwunden. Als Steigerung davon sind vermisst Worte wie „Liebeshunger“. Muss man noch fragen, wieso sich dann etwas wie „Lebensleere“ überhaupt verbreiten kann? Und von „Gefühlskräften“ war ewig nicht mehr zu lesen. Auch in ästhetischer Hinsicht findet sich endlose Sprachvermeidung: Wo ist das „Schönheitsgefühl“ hin? Und wie soll es ohne das gar „Liebesgesang“ geben?

Die an Kapitulation grenzende Defensivität der Gegenwart verkündet sich weiter im Schwinden des Wortes „Liebesbegehr“. Und damit geht auch die „Schönheitsliebe“ flöten. So wurde alle „Jugendschöne“ von „Schönwangigen“ nicht mehr geschätzt. Gibt es noch affirmierte „Sinnenliebe“? Alles ist eingesperrt im schmalzigen Ghetto kitschiger Schlager. Und was wurde aus „Seelenschönheit“? Wie soll es denn „Liebesleidenschaft“ dann geben?

Die Kümmersprache mündet in Gegenwartsunfrohheit, in einer defensiven Lebenshaltung, in innerer Schutzhaltung. Das ultimativ fehlende Wort aber ist „Bettschatz“, ein Ausspruch, der angeblich auf Goethes Christiane Vulpius gemüntzt ist.

Um mit Goethe zu enden:

„Uns hat ein Gott gesegnet

mit freiem Lebensblick,

und alles, was begegnet,

Erneuert unser Glück.

Durch Grillen nicht gedränget

Verknickt sich keine Lust;

Durch Zieren nicht geengt

Schlägt freier unsere Brust.“

Written by edomblog

13. Januar 2016 at 19:09

Champagner

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Auf Youtube gäbe es bekanntlich alles, so heisst es. Aber keine Rezitation von Franz Gripllparzers’ Gedicht “Rundgesang”, in dem er den Champagner feiert (http://www.zeno.org/…/Grillpar…/Gedichte/Gedichte/Rundgesang). Darüber schreiben Martin Mosebach und Botho Strauss freilich keine Kassandragesänge über den Untergang der deutschen Kultur. Nichteinmal den penetrante Anti-Alkoholismus des Islams mit seinem puritantischen Terror trauen sie sich anzuklagen. Ein Abendland ohne Wein ist jedenfalls völlig unvorstellbar, auch wenn das Bier in der Levante erfunden wurde.

Written by edomblog

13. Januar 2016 at 18:47

Die Unlogik der Frauen

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Aus feministischer Sicht mag es logisch sein, Gewalt gegen Frauen im öffentlichen Raumen gleich zu behandeln wie Gewalt gegen Frauen außerhalb des öffentlichen Raums, also im Privaten. Tatsächlich zeigt die aktuelle Debatte jedoch eine massive Relativierung durch linke Feministinnen: Da Gewalt im Privaten mittels Statistik als jederzeit möglich beschrieben wird, übertrifft dieser Problembereich die Frage, was mit dem öffentlichen Raum ist.

Der öffentliche Raum tritt in den Hintergrund: Ganz gleich, ob es ÖPNV, Bahn, Bus oder die allgemeine Sicherheit für Kriminalität. Der Verweis auf das Private hat die Folge, dass man Männer als Gewalttäter darstellen kann und das Thema als Männer vs. Frauen issue inszenieren kann. Obwohl Stefanie Lohaus und Anne Wizorek gegenüber dem Qualitätsmagazin VICE behaupten, “rape culture” bedeute: “Dieser Begriff beschreibt Gesellschaften, in denen sexualisierte Gewalt und Vergewaltigung verbreitet sind und weitgehend toleriert werden.” Die meisten Männer, ob Väter, Ehemänner oder Brüder würden wohl unter Gewalt im Bezug auf Frauen mehrheitlich darunter verstehen, das Gesetz selbst in die Hand zu nehmem und aggressive Phantasien zu hegen gegen Gewaltäter.

Und wie Deutschland, in dem man ab 16 Jahren sich legal betrinken, darf mit den USA vergleichen, wo der Verkauf von Alkohol erst ab 21 Jahren erlaubt ist, und sich am College betrinken müssen, ist mir schleierhaft. In Deutschland haben religiöse Initiativen, die Jungfräulichkeit als Lösung propagieren, anders als in den USA keine Schlagkraft. Aber ausgerechnet an der internationalsten Universitätsbibliothek Deutschlands, dem Grimm-Zenrum im Herzen von Berlin, da mussten auf Bildschirme Botschaften eingeblendet werden wie, hier sei “kein Raum für Übergriffe”.

Die Hauptursache für Gewalt nennt die Initiative “#ausnahmslos” nicht: Frauen sind in der Regel physisch und anatomisch schwächer als Männer. Die Folge der Gleichbehandlung von öffentlichen und privatem Raum ist allerdings, dass kaum Vorschläge erfolgen, die Straftaten im öffentlichen Raum verhindert werden sollen. Der einzige Zusammenhang, der hier genannt wird ist: “Mehr öffentliche Aufklärungsarbeit hilft, Gewalt zu vermeiden, und signalisiert den Betroffenen, dass sie sich Hilfe holen…” Die Fokussierung auf professionelle Kontexte löst die Probleme nicht auf. Im wesentlichen kommt auf die menschliche Unterstützung in der Familie und im Umfeld an und deren Verständnis.
Die Relativierung klingt ganz harmlos: “Wir möchten dafür sensibilisieren, dass die Gefahr, Sexismus und sexualisierte Gewalt zu erleben, im engen sozialen Umfeld besonders groß ist und in allen gesellschaftlichen Gruppen vorkommt.” Die erste Hauptforderung der Initiative ist auch nicht etwa, dass Frauen sich im öffentlichen Raum sicher sein sollen, sondern das Beratungsangebot für Betroffene Frauen zu verbessern. Nun machen aber weder Therapieplätze, noch Frauenhäuser noch Schulungen die Sicherheit besser.

Auch der Punkt “Polizei und Justiz müssen geschult werden, damit es überhaupt zur Strafverfolgung kommt…” klingt so, als wäre Strafverfolgung heute nur selten möglich. Tatsächlich gibt es aber ca. 1100 Anklagen wegen Vergewaltigung und immerhin ca. 900 Verurteilungen.

In Deutschland gibt es Polizistinnen, Richterinnen sowie Staatsanwältinnen.

Es studieren auch nicht zu wenig Frauen Fächer wie Jura, Medizin oder Psychologie. Nur unter den führenden Jungfeministinnen hat niemand eines dieser Fächer studiert. Keine der Verfasserinnen hat eines dieser Fächer studiert. Niemand hat auch bisher in einem Frauenhaus gearbeitet oder als kommunale Gleichstellungsbeauftragte. Niemand hat als Rechtsanwältin, als Frauenärztin, als Psychaterin, als Gutachterin vor Gericht oder als Psychologin berufliche Erfahrung mit dem Thema.

Was bleibt vom Feminismus eigentlich in der Allgemeinheit hängen? Vor allem die Worte Sexismus und “sexualisierte Gewalt”. Der aus dem englischen importierte Begriff Sexismus soll eine dem biologischen Geschlecht entsprechende Diskriminierung vermitteln. Was soll jemand mit Hauptschule oder Realschulabschluss darunter eigentlich verstehen? Vermutlich eine Negativbewertung von Sexualität. Das nächste Problem ist das mit Fotos und Bildern:  “…mediale Darstellung u.a. weiblicher Körper als Lustobjekte mit sexualisierter Gewalt verknüpft ist…” Inwiefern steht jetzt Lust in Zusammenhang mit “sexualisierter Gewalt”? Sollen damit Fotos gemeint sein, in denen Frauen in BDSM Kontexten erniedrigt werden oder dass Männer auf sich devot verhaltende Frauen stehen? Das scheint beides nicht gemeint zu sein. Es geht offenbar nichtmal um Sexualpraktiken. Das ganze Thema Darstellungen und Gewalt wurde schon in den 70er Jahren bei den Anzeigen von Alice Schwarzer gegen den “Stern” und beim Thema Pornographie. Die Initiative “#ausnahmslos” fordert weder Verbote von solchen Darstellungen noch von Pornographie. Sie suggeriet dafür aber einen Opfer-Zusammenhang und Diskriminierung.

Was soll man bitte dagegen machen, dass Künstlerinnen wie Beyoncé im Lauf ihrer Karriere immer mehr Kleidungsstücke ablegen (und sich anfangen, en vogue als Feministin zu bezeichnen), dass schwarze Künstlerinnen in den USA sich dermaßen selbst hypersexualisieren (Nicki Minaj): Vor diesen selbstsexualisierten Körpern hat die Kunst dieser Damen Mühe, sich zu behaupten. Auch Helene Fischer hat hier nachgezogen. Gewaltherrlichende Kunst wird gar in den Fokus der Kritik genommen.  Da, wo Feminismus bissig sein müssen, da zieht man lieber zurück.

Drei Jahre nach #aufschrei hat der Netzfeminismus immer noch nicht mal einen Verein ins Leben gerufen. Fördergelder können so nicht beantragt oder genutzt werden. Im Gegensatz zur den Erfolgen von Alice Schwarzer, die Bücher im sechstelligen Bereich verkaufte, stehen einzelne isolierte Tätigkeiten als Buchautorin. Auch neue gemeinsame Blogprojekte gibt es nicht.  Man muss leider sagen, dass außer dem alten Freundeskreis- und Berliner Bekanntenkreis und den ohnehin engagierte und zwei-drei verwandten Projekte niemand neues dazu gekommen ist, der die Basis verbreitet. Dafür zeichnen diesmal auf Anhieb Frauen aus der Politik von SPD und GRÜNEN mit. CDU und FDP hat niemand gefragt: Überparteilichkeit ist nicht gefragt.

Wenn man ein Anliegen transportieren will, das einem wirklich am Herzen liegt, dann muss man es auch so angehen, möglichst viele und alle anzusprechen. Stattdessen erlebt man nur den Abwehrkampf einer feministischen Großclique, Angst zu haben, von Rechts instrumentalisiert zu werden. Zur Auseinandersetzung mit dem Islam hat man nicht den Mumm. Das bleibt Alice Schwarzer überlassen.  Dafür werden noch drei Frauen mit Kopftuch einem vorgeführt, das aber nicht gerade auf venizianische Art getragen wird. Die Haare werden jeweils komplett verdeckt.

#Aufschrei bleibt ein Projekt von Aufsteigerinnen, die da ihre Väter nicht studiert haben, Männer wenig als fördernd, unterstützend und positiv begleitend erlebt haben. Damit ist diese Intiative mit ihrem daraus resultierenden radikalen Weltbild an bürgerliche Verhältnisse überhaupt nicht anschlussfähig. Die Leistungsträger und Leistungsträgerinnen in der Mitte der Gesellschaft erreicht man so nicht. Von anderen wird Vielfalt und Diversität verlangt, man selbst muss ich aber an Begleitumständen kleinbürgerlicher Sozialisation noch abarbeiten.

 

Written by edomblog

12. Januar 2016 at 20:11

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Sexismus gegen Sexismus

Die freundliche Kampffeministin auf der Konkordatsquotenstelle bei der Tagesschau hat wieder zu geschlagen: In einem gepfefferten Kommentar wirft die twittererprobte Anna Mareike Krause zartsinnig um sich: Sie unterscheidet implizit zwei Arten von Gewalt: Diejenige, die aus Sexismus resultiert. Und das ist die einzige Art von gesellschaftlich beklagenswerter und vorkommender Gewalt, für die sie sich interessiert. Im Zentrum des Sexismus steht für sie nur der Mann.

Das Gute an den Statistiken, die zitiert werden ist, man kann die EU Statistik nehmen, die kommt auf hohe Zahlen, nämlich 33%. Dann kann man Statistiken nehmen, die fassen einfach körperliche und sexuelle Gewalt in eine Zahl, das klingt dann dramatisch. Wenn das noch nicht reicht, eine Zahl aus dem Ausland: 100% befragter Frauen in der Metro in Paris fühlen sich belästigt. Woher diese Zahl kommt, bleibt unklar. Man gibt sich gern netzaffin, aber verlinkt wird natürlich nichts.

Dass Männer sich für ihre Ehefrauen, ihre Töchter, ihre Mütter, ihre Kolleginnen und Freundinnen, ob bei der Arbeit oder im Freundeskreis, im Verein, in der Nachbarschaft, im Kiez einsetzen, aus Liebe alles mögliche leisten oder durchleiden, ist Feministinnen sowieso egal: Für sie zählt nur eines: Der Mann kann als Tätergruppe angegeben werden. Und ansonsten ist jede Statistik recht, vor allem die, die zwischen Gewalt und Sexualstraftaten gar nicht unterscheidet, Hauptsache hohe Zahlen kommen dabei heraus. Das wahre Probleme des Feminismus lautet, dass es überhaupt Liebe gibt. Konservative Politiker werden zu Feinden stilisiert. Und Mütter haben natürlich gar keine Möglichkeit, auf das Frauenbild ihrer Kinder einzuwirken.

Frauen sind körperlich schwächer, deshalb werden sie Opfer von Gewalt durch Männer. Deshalb hat das nicht automatisch mit Sexismus, wenn man darunter individuelle oder kollektive internalisierte Imagitinationen versteht, zu tun. Es ist in erster Linie Folge der körperlichen Ungleichheit. Das ist zwar bitter, aber eine relativ natürliche Erklärung.

Wenn die Gesellschaft Schwierigkeiten hat, die radikalen Botschaften von Feministinnen zu verstehen, liegt das mit an einer Überzeichung und einem von Negativismen und akuter Bedrohung durchzogenen Bild von Männern und der Gesellschaft. Damit werden weder die Gefahren für jungen Menschen- und besonders Frauen, die schutzlos auf Täter wirken –  auf den Straßen und unterwegs, noch die sachlichen Probleme im Beruf, noch schwierige Partnerschaften und Lebensverhältnisse, adäquat gewürdigt.

Written by edomblog

12. Januar 2016 at 17:53

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Stillstand im Fortschritt

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Bemerkenswert viele Feminstinnen wirken de facto darauf hin, durch radikale Rassismusvorwürfe, Diskussionen zu unterbinden. Explizite Thematisierung von Kultur und Religion gilt als Rassismus. Und ein friedliches Volksfest wie das Oktoberfest wäre in keinem islamischen Land möglich. Der Mainstream muss Feindbild bleiben.

Fortschritte werden nie betont: Die eigene Kultur wird als durchgehend sexistisch definiert. Rangstufen und Grade werden nicht zugestanden. Alles existiert nur schwarz-weiß.
Rationale Argumentation fällt jungen Aktivistinnen schwer. Dabei ist ansonsten die Reflektion auf die Sprache so wichtig. Sie leben mangels Organisation – es gibt nichtmal einen Verein, der Fördergelder beantragen könnte -, davon, als Mediendarling herumgereicht zu werden. Und über Sexualität in der Gesellschaft wollen sie auch nicht mehr reden. Wenn Menschen sich erst enorm alkohlisieren müssen, um auf das andere Geschlecht zuzugehen, könnte das auch was mit der Gesellschaft zu tun haben. Feminismus entledigt sich dem heute, indem einfach Pornographie und Prostitution affirmiert wird.
Das soll dann “sex positive” sein. Erotische Darstellungen von Frauen werden als sexistisch angegangen oder gleich im alternativen Milieu hysterisch als “Kackscheiße” verdammt. So als würde Sexualität ein Nachteil sein (und nie dazu führen, dass Männer es Frauen ziemlich recht machen wollen).


Heute sagt man nicht mehr: Du bist rassistisch oder das ist rassistisch, sondern ganze Diskussionen werden als inhärent rassistisch stigmatisiert. Deutschland ist es der fortschrittlichsten Länder der Welt: Männer sollen aber schweigen, wenn sie kollektive sexuelle Übergriffe als provokant empfinden. Als gleichberechtigte Gesprächspartner kommt der Durchschnitt in dieser feministischen Befreiungsphilosophie gar nicht vor.

Menschlich ist das kein Fortschritt. Sittliches Feingefühl ist mitnichten exklusives Projekt von bewegten Frauen. Fortschritte gibt es vor allem dann, wenn es gesellschaftlich übergreifende Allianzen gibt. Wie soll das gehen, wenn engagierte Zirkel erstmal vorsichtshalber bereit sind, jedem Rassismus zu unterstellen?

Written by edomblog

10. Januar 2016 at 18:08

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