Das Politische anders denken

Frühling der Bürgerlichkeit?

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28. August 2010 at 02:18

Das früher Topmodel Tatjana Patitz über die Asexualität des gegenwärtigen Frauenkörperideals

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“Das waren damals andere Zeiten, alles hat sich sehr verändert. Wir waren kurviger und hatten athletische Körper, aber wir waren nicht übertrainiert und mager. Ich finde das nicht sexy, sondern asexuell.”
(Quelle: “BILD”-Zeitung vom 26.8.2015)

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28. August 2015 at 13:03

Die große Klappe von Marius Sixtus: Sind Flüchtlinge wie die alten Vertriebenen?

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Der Medienunternehmer Marius Sixtus joggt nicht nur enorme Strecken und führt sich manchmal auf wie ein Kunstfigur, sondern hat auch eine große Klappe. Das ist mir sympathisch, wenn er Maßnahmen propagiert wie gegen den unwürdigen Bundespräsidenten Christian Wulff, zu Störung von dessen Staatszerimoniell Sixtus 2012 aufrief (wofür er sich Kritik in der Medienrubrik im F.A.Z. Feuilleton einhandelte). Nun hat Sixtus einen populären Tweet zum Besten gegeben:

“Im Übrigen sollten wir nicht mehr von Flüchtlingen sprechen, sondern von Vertriebenen. Das bringt die Konservativen völlig durcheinander.”

Was ist dazu zu sagen? Sicherlich, die Art von Erika Steinbach kann einen nerven. Dominant und kraftvoll auftretende Frauen, die nicht so zärtlich im Erscheinungsbild sind wie Angela Merkel, erregen leicht Anstoß. Und Steinbach ist noch damenhafter und formvollendeter im Auftritt als Merkel. Das weiß jeder, der einmal neben ihr stand.

Mir ärgert daran: Die gleichen Typen, die immer für Toleranz und Menschenliebe schwärmen, zeigen sich kalt und gefühllos gegenüber dem Heimatverlust Vertriebener und sind auch noch Stolz darauf, Scherze und Witze auf Kosten Konservativer zu machen. Mit diesem ganzen Leichtsinn wird man dem Ernst der Situation gerade nicht gerecht. Klaubereien über Begrifflichkeiten, die in Wirklichkeit Lust auf einen Euphemismus haben und den Unterschied zwischen Deutschen und Nicht-Deutschen ignorieren wollen. Toleranz und Menschenliebe ist da ganz schnell am Ende. Es wird geworben, Menschen zu verwirren und die Berechtigung ihrer Standpunkte zu desavouieren und zu sabotieren. Auf diese Seite gewinnt man keine Leute für seine Sache hinzu, sondern kultiviert eine Lagermentalität, zelebriert sie geradezu. Ein höhnischer Ton ist in seiner spitzen Bemerkung enthalten. Begriffsstrategische Kriegsführung ist wichtiger als wirkliche Verständigung in der Sache. “Vertriebene” ist in Deutschland ein feststehender Begriff. Solche Spielereien und Kalauer zeigen das Elend einer Linken, die Schwächen in der Argumentation hat und davon versucht abzulenken, weil es für sie selbst schon gar nicht mehr vorstellbar ist, dass eine Sache nicht gänzlich zwingend und unangreifbar ist, wenn sie als nur moralisch hochstehend genug eingestuft wird.  Stattdessen wird Werbung für Sophistik gemacht und für Willkür in der Begriffsverwendung plädiert. Gut, jeder darf mal Mist twittern, falls er oder sie ordentlich einen sitzen hat. Aber Sixtus ist ein gewerbsmäßiger Medienunternehmer, da darf man mehr Bewusstsein und Professionalität erwarten als von Praktikanten.

Mein Alternativvorschlag lautet “Schutzflehende”.

Was jetzt nötig ist: Eine wegweisende Rede

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Angela Merkel hat die Fähigkeit oder Gabe, super sachlich daherkommende Vorschläge zu machen, die konstruktiv klingen, aber es meistens nicht unbegrenzt sind. Nötig ist eine große Rede im Bundestag, die zusammenführt, Probleme benennt, Perspektiven aufzeigt, versöhnt, eine Vision hat. Merkel ist überängstlich und verunsichert und zieht damit Deutschland runter. Reden wie die von Wulff, die polarisieren (“Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland”, nur schmeicheln, Gruppen gegeneinander aufbringen, können wir vergessen.

Merkel will von Deutschland nicht zu viel verlangen, sie geht weiter den einfachen und leichten, sicheren Weg, der möglichst wenig Widerstände aufkommen lässt und die Kräfte schont.

Kommentar: Merkel macht auf Trick 17

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Indem Angela Merkel meisterhaft Unverständnis für Haß zeigt, macht sie aus einem eklatanten politischem Problem etwas, was als Problem der Liebe erscheint, weniger der Moral, der Gesetze und der Politik.

Das war bereits in ihrer Neujahrsansprache zu Pegida so. Auf diese Art und Weise zeigt Merkel noch Verständnis wenn sie öffentliches Unverständnis zeigt. Das muss man erstmal so gut hinbekommen wie sie. Trick 17! Merkel zeigt keine Leidenschaft für die eigenen Werte. Sie weigert sich schlicht. Ist das Trotz oder Selbstverliebtheit? Merkel beweist erneut, in der höchsten Spielklasse zu spielen. Das wissen sowieso alle. Sie weigert sich schlicht, Gefühle zu zeigen, obwohl sie über sie redet. Merkels Verhalten ist und bleibt unwürdig. Es stellt einen Zugewinn an Können ohne einen Zugewinn an Würde, Ehrlichkeit und Substanz da. Deshalb verlieren alle bei ihrer Kunst, während Angela Merkel denkt, alle würden gewinnen bei diesem überaus gekonnten Zug.

So nimmt Angela Merkel der Politik ihre Seele weg. Mit übergroßer Nüchternheit und Leidenschaftlosigkeit tilgt sie die Antriebskräfte für demokratische Politik. Desweiteren vollzieht sich so, dass indem Merkel Ereignisse kommentiert, sie selbst als letztverantwortliche Politikerin sich unbeteiligt stellt. Damit wird unklar, worin sie selbst ihre Verantwortung und worin die Bevölkerung die Verantwortung der Politik sehen soll. Typisch Frau: Sich totstellen, sich dumm stellen, sich als gefühlsfixiert zu präsentieren, die eigene Unfähigkeit in Form von übergroßer Duldsamkeit als natürlich und gewissermaßen bauartbedingt ausweisen. Tatsächlich handelt es sich um ein politisches Handeln, welches ihr zuzurechnen ist und wofür sie umfassend die Verantwortung trägt. Merkel macht es sich einfach und leicht. Sie hält die Widerstände maximal gering und schont sich.

Was ist religiöser und radikaler Fundamentalismus? Menschen, die unter einem Bann stehen!

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Fundamentalismus ist kein Rückgang auf die Ursprünge, sondern etwas vollkommen Neues. Es ist gerade ein Bruch mit der Tradition und dem Althergebrachten. Das Gefolge ist wie unter einem Bann verhext. Ihr Weg in den Radikalismus ist der Ausweg aus Leiden und Kriminalität. So wie vorher der Sünde, weihen sie auch nach der Belehrung ihr Leben der Sünde. Seelische Strafbedürfnisse als Masochismus und der Sadismus, der vorher in Kriminalität oder sexueller Ausschweifung oder Alkoholexzesse oder Drogenkonsum lag, wird beides jetzt angeblich mit Gottes Segen weiter ausgelebt. Aus diesem Bann muss ein Ausweg als Übergang in eine andere Welt ohne diesen Bann als Gegenzauber gebahnt werden.

Die Forschung von Wolf Lepenies zum Hofnarren

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Vor vielen vielen Jahren geschah es, dass 1969 Arbeiten zum Thema Melancholie-Verbot und Weltzugewandtheit vorgelegt wurden.

“Der Hofnarr ist ein Entlastungsfunktionär, dessen Aufgabe darin besteht, die Melancholie des Herrschers zu vertreiben und ihn eben darin zu bestätigen: am Hofe besitzt dieser das Melancholie-Privileg Gleichzeitig wirkt der Narr als Substitut: er nimmt auf sich, was den Herrscher – durch den ablenkenden Affekt – am Herrschen hindern könnte. Daher sind die Clowns bis heute ‘offiziel’ lustig und lassen die Trauer nur durchblicken, wenn sie ‘privat’ sind – ein Erbe der ursprünglichen Hofnarren-Funktion. Daher haben manche Fürsten ‘auch an einfältigen, blödsinnigen und melancholischen Leuten und wirklichen Dummköpfen ihr Vergnügen gefunden, und sie als Hofnarren gebraucht. Der ‘Hofnachdenker’, wie er bei Brentano erscheint, verweist auf die Entlastung von der die Melancholie freisetzenden Reflexion, über welche noch zu sprechen sein wird.”

Wolf Lepenies, Melancholie und Gesellschaft, Suhrkamp 1969, S. 91 (st 63)

Written by edomblog

6. August 2015 at 13:01

Was Judith Butler 2002 in ihrer Adorno Vorlesung indirekt dem Feminismus ins Stammbuch schrieb

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Judith Butler ist die führende Vordenkerin und Aktivistin des Queerfeminismus. In ihrer 2002 in Frankfurt gehaltenen Adorno Vorlesung, die 2007 in überarbeiteter und erweiterter Form bei Suhrkamp erschien (stw 1792), äußert sich Butler kritisch über moralisches Urteil. Ihre Ausführungen treffen auch genau darauf zu, wie radikale und aufgebrachte Feministinnen über Männer urteilen. Dabei wird z.B. nach meiner Beobachtung Aggressivität vom weiblichen Geschlecht abgespalten und einseitig Männern zugeschrieben (so fern eine psychologische oder gar psychoanalytische Kategorie wie Aggressivität überhaupt im feministischen Diskurs noch Verwendung findet). Butler führt im engeren Sinne psychologische Überlegungen nur selektiv ein, nennt aber z.B. einen Abwehrmechanismus wie Verleugnung. Zunächst führt Butler aus: “Wenn im moralischen Urteilen Personen darauf beurteilt werden, wer sie sind, entsteht unweigerlich eine deutlich moralische Distanz zwischen dem Urteilenden und dem Beurteilten” (S. 63).Was Butler weiterhin ausführt, lässt sich auch gut auf Phänomene wie Shitstorms auf Twitter oder generell Feld im Social Media übertragen, wobei dann eine psychologisierende Deutung sozialer und technischer Phänomene eingeschlagen bzw. vorgelegt würde. Hier geht es zunächst um das Verhältnis von Frauen und Männern zueinander. Man könnte auch viel einfacher sagen, Menschen kritisieren gerne an anderen, was sie an sich selbst nicht mögen oder nicht ausstehen können. Mit Jung gesprochen, wäre das ihr “Schatten” oder eine Projektion. Butler gibt zu bedenken:

“Die Verdammung, die Anprangerung, die vernichtende Kritik fungieren als Arten und Weisen, sehr rasch eine ontologische Differenz zwischen Urteilendem und Beurteiltem herzustellen, ja, sich selbst vom Anderen zu reinigen. Somit dient uns die Verurteilung dazu, den Anderen zum Nichtanerkennbaren zu machen oder einen Aspekt unserer Selbst abzuspalten und dem Anderen zuzuschreiben, den wir dann verdammen. In diesem Sinne kann die Verurteilung der Selbsterkenntnis entgegenarbeiten, sofern sie ein Selbst mittels einer Verleugnung unserer Gemeinsamkeit mit dem Beurteilten moralisiert.”  (S. 65)

Es wäre nicht wenig gewonnen, wenn zwischen Männern und Frauen allgemein und in Diskursen, die mit Geschlechterdifferenzen zu tun haben, wie auch ansonsten, dieser Gedankengang von Butler mehr berücksichtigt und gewertschätzt würde.

Judith Butler, Kritik der ethischen Gewalt. Der englische Titel lautet “Giving an Account of Oneself”.

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