"Das Politische anders denken"

Frühling der Bürgerlichkeit?

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Die Zeit der Bundespräsidentschaft von Christian Wulff ist vorbei

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Ich denke, die Medien sollten bestimmte Aspekte bei Christian Wulff nicht betonen oder müssen sie zwingend berichten. Dennoch stellt sich die Frage nach der Freiheit der Medien oder ob Journalisten etwa zum Lügen gedrängt oder gezwungen werden, sei es intern durch Anweisungen oder durch den Staat und seine Stellen. Es darf jedoch nicht der Eindruck entstehen, auch die Bürger dürften selbst privat sich nicht frei ihre Meinung bilden oder dürften und könnten nicht frei sagen, wie sie denken und empfinden und wie sie die Dinge sehen, würden in Meinungsbildung und Artikulation von Werturteilen eingeschränkt. Das muss möglich sein – und zwar auch in den sogenannten sozialen Netzwerken, wie Facebook oder über Kurztextdienst wie Twitter, auf denen Bürger sich vorwiegend privat, gemeinnützig und ohne kommerzielle Interessen austauschen. Freie Meinungsbildung und die bürgerliche Öffentlichkeit sind untrennbar historisch und direkt kausal und funktional mit Demokratie und einem republikanischen Gemeinwesen verbunden. Das war so, das ist so und das bleibt so. Allgemeine Mündigkeit lässt sich schlecht damit vereinbaren, Meinungsbildungsprozesse in Arkanarenen oder in esoterische Zirkel zu verbannen. Die Zeit des antiken Palastgeheimnisses ist lange vorbei.

Prostitution als Erwerbstätigkeit ist etwas Berufliches und nicht privat. Liebe mag privat sein können, gekaufter Sex nicht. Denn dort trennt das Geld Gefühl und Sex, trennt Liebe und Geschlechtsverkehr, spaltet echte Hingabe und sexuelle Gefälligkeiten. Prostitution ist außerdem von Gesetzen her und der Rechtssprechung her nicht mehr sittenwidrig angesehen. Wenn die Ehefrau eines Bundespräsidenten mit Fotos erpressbar ist, geht das auch nicht. Insofern mag es Gründe für eine Staatsräson geben, hier Beschränkung anzumahnen. Doch es gibt eine Grenze zur Zensur. Und außerdem bedroht Erpressbarkeit die Staatlichkeit und Souveränität der Bundesrepublik und den Ruf sowieso. Ein Bundespräsident, der erpressbar ist, wäre untragbar. Schon bei zu Guttenberg, der immerhin Verteidigungsminister war, war eine mögliche Erpressbarkeit in Folge einer plagierten Doktorarbeit von hunderten Seiten gegeben. Die Strafe für den Wissenschaftsbetrug von zu Guttenberg wäre empfindlicher gewesen, wenn er eine Versicherung an Eides statt über die Eigenleistung der Arbeit hätte an der Fakultät abgegeben müssen.

Es geht in sozialer Hinsicht mittlerweile übergreifend um das Thema Käuflichkeit beim Ehepaar Wulff. Die Journalistin und Autorin Julia Friedrichs hat dies kürzlich gelungen auf den Punkte gebracht, als sie meinte, für ihre Generation sei die große Frage häufig, die sich z.B. im Beruf – auch in ganze unterschiedlichen Feldern – stelle, wie weit man bereit sei, für Geld zu gehen.

Ganz abgesehen davon geht es nicht, wenn ein Amtsträger und Ministerpräsident sich gewissen Dingen aussetzt. Das ist alles nichts anderes als schlichtweg desaströs. Was schon jetzt allgemein bekannt ist und unabhängig von der weiteren juristischen Bewertung, so das reicht ohnehin für einen Rücktritt von Wulff und Niederleges und Amtes mehr als aus.

Da auch keine Persönlichkeiten aus der CDU mich bitten, eine andere Position zu Wulff einzunehmen, werde ich meine Engagement und Aktivitäten fortsetzen. Ich gehe davon aus, dass eine Bereinigung im Interessen aller ist, auch des Bundeskanzleramts und der Beamten im Bundespräsidialamt sowie der niedersächsischen CDU.

Ich orientiere mich nicht an “BILD”, sondern an dem, was etwa z.B. in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” steht. Da waren genug Gründe und Aspekte zu lesen, weshalb es im Grunde sinnvoll ist, dass Wulff nicht mehr ohne weiteres Bundespräsident sein kann. Eine Mehrheit der Bürger wünscht oder verlangt sogar offensiv seinen Rücktritt, fordert dies ein. Ein großer Teil schließt sich dem lediglich aus Bauchschmerzen wegen Distanz zur Medienberichterstattung nicht an. Inhaltlich sehe ich große Gemeinsamkeiten bei allen Bürger bezüglich einer Rücktritts. Und Horst Köhler wird viel mehr gelobt, wenn man mit den Menschen spricht. Köhler ist gut im Gedächnis und steht in hohen Ehren im Volk. Seit seinem Rücktritt ist auch allgemein bestens bekannt, dass ein Bundespräsident zurücktreten kann. Heinrich Lübke trat damals hingegen kurz vor Ende seiner Amtszeit zurück. Horst Köhler wurde 2009 erneut gewählt von der Bundesversammlung und trat 2010 zurück.

Christlichkeit hat was mit Freimut zu tun. Davon kann ich bei der FDP nichts erkennen. Zu Wulff schweigen sie bei der FDP fast auch alle komplett verklemmt. So verdruckst eine liberale, freiheitliche Partei. Kein Wunder, da Rösler aus Hannover stammt und Westerwelle zeigt ebenfalls eine mysteriöse Nähe zu Carsten Maschmeyer. Wie haben Westerwelle und Michael Mronz eigentlich im Detail ihr Haus auf Mallorca finanziert? Mir wurde gesagt, Wulff habe zu seiner Hochzeit Redaktionen einen Brief geschrieben und außerdem es betrieben, Bilder von damals von seiner Frau aus der Zeit einzusammeln. Kann das jemand bestätigen oder aber dementieren? In Hannover kuriseren einschlägige Annahmen über die Vergangenheit von Bettina Wulff geradezu als Fakt. Für mich war das 2010 beim Einsatz für einen Bundespräsidenten Gauck weder bekannt noch war es relevant. Für mich war ohnehin klar und deutlich, dass Christian Wulff sich für Macht und gegen Liebe im Leben entschieden hatte.

Aus meiner Sicht ist wegen der im “Internet-Archiv” (www.webarchive.org) gespeicherten Fotos aus dem Jahr 2006 eines offenkundig bordellartigen Betriebes in Osnabrück namens “Chateau-Club” klar, dass Bettina Wulff (geb. Körner) dort mit hoher Wahrscheinlichkeit tätig war. Sie ist auf diesen Fotos nach meinem Empfinden zu erkennen und zu sehen, mit denen das Haus öffentlich beworben wurde. Insofern hat Wulff gelogen oder wieder mal erneut die Wahrheit verfehlt (oder er weiß nicht alles und gab damit vor, nicht alles zu wissen), als er im TV Interview mit ARD und ZDF (5.1.2012) behauptete, über seine Frau stünden “Phantasien” im Internet. Vielleicht möchte er das so drehen, er habe zumindest dieses Detail nicht gewusst. Die FAZ fragte sich anschließend kurz darauf, weshalb er dies ungefragt angesprochen habe. Vielleicht möchte er das so drehen, er habe zumindest dies nicht gewusst. Möglicherweise wollte er auch provozieren, so dass alles herauskommt, um die Themen idner Medienberichterstattung zu verändern und eine tränenreiche Show mit und um seine Frau abzuziehen, die auf die Tränendrüse drücken würde. Dabei kann diese die in Rede stehenden Vergehen und Vorwürfe um Wulff und die möglichen Straftaten nicht heilen. Beim Termin zur Aufzeichnung der Weihnachtsansprache sagte er, man müsse sich darauf einstellen, dass heute durch das Internet alles herauskomme. Erhärtet wird dies durch indirekte Mitteilungen aus der öffentlichen Berichterstattung. Andererseits könnte der Satz wie auch der Satz zur Transparenz eine Drohung von Wulff gegen Anhänger im eigenen Lage und mit denen er in einem Boot sitzt gewesen sein, was passiere wenn er falle, sei es, weil Wulff sie mitreißt, sei es, weil sich die politische Kultur verschiebt. Bliebe Wulff Bundespräsident, wäre der Schaden nicht überschaubar.

Sofern Christian Wulff Dienste von Prostitutierten nicht ausschließlich selbst bezahlt haben sollte, wäre das ein massives Problem, ob er auch in diesem Punkt der Vorteilsannahme zu beschuldigen ist und Ermittelungen aufzunehmen sind. Wulff hat fertig. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis er nicht mehr Bundespräsident ist.

Zudem habe ich den Eindruck, dass Mitglieder des Bundestag und der Bundesversammlung, die Wulff 2010 gewählt haben, gar nicht über alles informiert waren. Insofern stellt sich auch die Frage nach der Legitimität dieses Wahlverfahrens, die sich ohnehin schon bereits auch aus anderen Gründen verschärft stellt. Die Mitglieder der CDU/CSU Fraktion geben Christan Wulff keine Unterstützung. Ich kann auch nicht erkennen, dass die den Umgang von Angela Merkel mit der Affäre Wulff unterstützen und gutheißen oder dass das Bundeskabinett und die gesamte Bundesregierung dies tun würde.

Anwalt Gernot Lehr sagt nun, er antworte nur nach seinem Kenntnisstand, nicht nach Aktenlage. Wenn das so unprofessionell läuft, ist eben ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss oder die Staatsanwaltschaft nötig, die auch Einsicht in Akten nehmen.

Wulff muss mit Unterschriftenlisten um Aufgabe seines Amtes gebeten werden. Die Bundestagsfraktionen und der Bundestag können mehr tun. Auch sollte sondiert werden, wer eine Klage des Bundestages gegen Wulff beim Verfassungsgericht vertreten könnte. Alle Mittel müssen aufgeschöpft und sondiert und durchgespielt werden, um eine Ausweitung und Verschärfung der Krise abzuwenden. Ich erwarte endlich, dass die CDU mal zeigt, was knallharte CDU Politik ist. Was sind denn das alles für fromme und zahmeLämmer plötzlich? Das sind die selben, die sonst auch mal gerne herrumpoltern.

Härte und Strenge sind nötig, um das Vertrauen in die Institutionen wiederzugewinnen und zu sichern. Einige fahren hier einen total irrealen Kurs, der völlig von den menschlichen Realitäten absieht. Bei Wulff liegt eine Persönlichkeitsstörung vor, jedenfalls nach meinem Empfinden. Wer das anders empfindet oder sein Verhalten logisch erklären kann, der soll das bitte unbedingt tun. Es entsteht ein gefährliches Vakuum. Außerdem setzt sich der Trend fort, dass das Bundeskanzleramt seine Stellung zu Lasten des Bundespräsidenten ausbaut. Der Bundespräsident kann ohne Gegenzeichung durch den Bundeskanzler oder die Fachminister sowieso kaum was machen. Denn er unterliegt dieser Gegenkennzeichungspflicht. Deshalb ist seine Autorität auch als Person wichtig, die die Autoriät und Amtswürde stützen muss, nicht so wie jetzt bei Wulff aushöhlt.

Im Grunde ist zu fragen, welcher Machtkampf zwischen Wulff und Merkel stattfindet, dass Wulff noch nicht zurückgetreten ist. Die Koalition hätte mit den Freien Wählern zusammen genug Stimmen. Aber schon 2010 mutierte die Abstimmung in der Bundesversammlung direkt und offen zu einer Vertrauenabstimmung über Angela Merkel und ihr Kabinett. Deshab müsste Merkel die Opposition mit ins Boot holen für einen überparteilichen Kandidaten. Auch die FDP muss jetzt positionieren.

Die Bundeskanzlerin muss ihre Rechte aus der Verfassung wie die Gegenkennzeichnungspflicht jetzt voll gegen Wulff nutzen und einsetzen. Und wenn Merkel das nicht tut, müssen die Bundestagsfraktionen eben eine andere Person zum Kanzler wählen, die Koalitionsvertrag umsetzt. Die Bundeskanzlerin muss ihre Rechte aus der Verfassung wie die Gegenkennzeichnungspflicht jetzt voll gegen Wulff nutzen und einsetzen. Und wenn Merkel das nicht tut, müssen die Bundestagsfraktionen eben eine andere Person zum Kanzler wählen, die Koalitionsvertrag umsetzt.

Ich habe schon 2010 gesagt und geäußert und kürzlich wiederholt, dass ich mir Thomas de Maizère auch sehr gut als Bundeskanzler vorstellen kann, der erstmal die Regierungsgeschäfte führt und die CDU dann schaut, wer Spitzenkandidat 2013 wird. Facebook dokumentiert das alles. Ich möchte, dass Personen mit Sozialisation und die Erfahrungen im RCDS gesammelt haben in der deutschen Christdemokratie eine größere Rolle als bisher spielen, zumal es hier Abgänge wie Friedbert Pflüger zu verzeichnen awren.

Wenn natürlich weiter eine Truppe aus lauter Leuten aus Hannover und Umgebung die Geschicke meiner geliebten Bundespublik und das Kabinett bestimmen soll …

Die Gürtellinie

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Wenn bei manchen Politiker das Gehirn zu oft zwischen die Beine rutscht, muss man eben auch mal unter die Gürtellinie zielen, damit das Blut wieder in den Kopf steigt und das Gehirn arbeiten kann.

Wider die GRÜNEN Männerreformer und den Marsch in die total entspannte “tantrische Gesellschaft”

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Lasche Männer führen zu Ersatverwirklichung von Frauen mit Ökologie oder Kindern und Ekstase und Lust ist wichtiger als Empathie. Das muss man diesen komischen GRÜNEN Männerreformern mal deutlich sagen. Die wollen einfach vermeiden ihren Mann zu stehen und kuscheln nur. Was hilft denn Verzicht auf Wachstum und Profit, wenn die Frauen dann als Mütter ihre Kinder mit Überehrgeiz und Ökomoral quälen? Und diese ganze Scheiße mit Gelassenheit, Zufriedenheit und Ausgelichenheit sowie Harmonie verleugnet Leidenschaft und Glück.

Worauf die GRÜNEN da teilweise hinsteuern, kopiert die katholische Kirche in ihren negativen Seiten. Von zwar Sex, Moral bis Verkleinerung des Menschen im Namen der Ökologie und einer falschen Menschenliebe bei Integration. Und es glaubt doch keiner, dass diese Scheißtoleranz in Ehen in Universitätsstädten besser als die alte bürgerliche Doppelmoral ist. Um Liebe geht es da doch nicht, eher schon, sich selbst mit wenig Rücksicht im Namen der Toleranz, Liberalität und Weltoffenheit auszuleben.

Was sind Normen?

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Normen funktionieren so, dass ihre Befolgung nicht vom Nutzen abhängen darf. Das ist ihr Wesen und Funktionweise. Ohne Normen beginnt die soziale Auflösung, gar der Zustand Anomie. Wenn alle sich an nur an Zahlungen und Zahlungsbereitschaft orientieren, ist das mehr als nur einseitig. Es stimmt auch nicht, dass die Menschen durchgäng so sind. Für viele spielen Traditionen und Werte eine große Rolle. Natürlich muss jeder schauen, wo er bleibt und im Leben voran kommt. Es kann aber nicht nur z.B. um Geld oder Sex gehen. Viele werden darauf regelrecht heiß gemacht.

Geschrieben von edomblog

2. Februar 2012 um 23:56

Die “Schmerzensmänner” (Nina Pauer): Sind sie Orgasmusprobleme und depressiv?

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Die “Schmerzensmänner”-Debatte. Da steht: “Doch genau an diesem letzten Punkt ist der junge Mann falsch abgebogen. Er weiß nicht mehr, wann es Zeit ist zu kommen. Statt fordernd zu flirten, gibt er sich als einfühlsamer Freund.” – Ich muss sagen, es gibt wirklich schlimme Männer in Berlin.

Die kommen allerdings aus den USA. Die sehen echt strange aus, noch anders als der Hipster. Der Mann kommt nicht? Diese Textstelle wurde in der WAMS am Wochende extra herausgenommen. Wurde Nina Pauer richtig verstanden? Wäre kein Wunder bei Antidepressiva. Wenn die Männer depressiv sind, dann ist auch nichts mit Selbstbewusstsein, outgoing, offensiv sein und so. Und kommen sie nicht oder dauert es zu lange, tut der eventuell Sex weh.

Es gibt auch chronisch milde Depression: Dysthymia. Ist der Hipster latent depri? Oder steht er nur für eine Weltflucht?

Also Erstmal einige Fragen vorab klären:
1. Haben “Schmerzensmänner” Orgasmusprobleme
2. Wie depressiv sind sie?
3. Was nehmen sie für Tabletten oder Drogen?

Geschrieben von edomblog

31. Januar 2012 um 01:35

Kommentar zum Gastartikel der CSU Bundestagsabgeordneten Dorothee Bär im Blog 20zwoelf.de

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Ich würde Dorothee Bär insoweit widersprechen und sie korrigieren, dass Politik nicht nur Rahmenbedingungen für Freiheit zu gewährleisten hat, sondern die Freiheit selbst zu gewährleisten hat, jedenfalls soweit der Punkt Gewährleistung von Freiheit hier allgemein thematisch mit betroffen ist.

Und zu sagen, Freiheit müsse dort enden, wo Menschen psychisch zu Schaden kommen, da muss ich sagen, dass sich seelische Aspekte nunmal nicht so klar operationalisieren lassen. Harte Kontroversen und kritische Berichterstattung, Verletzung von Gefühlen, Pietätsgefühle oder Rechtsgefühl sind nicht so leicht konkret zu fassen.

Klar ist hingegen: Freiheit bedarf immer auch der Sittlichkeit. Ohne Sittlichkeit funktioniert ein Gemeinwesen, welches eine Republik sind möchte, nämlich nicht. Darf die Verletzung oder der Bruch von Sittenvorschriften und Sittlichkeitsvorstellungen selbst durch Sittlichkeitsvorschriften oder Sittlichkeitsvorstelungen gedeckt werden?

Leider ein Trauerspiel: Katholische Würdenträger im Christentum

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Ich sage es nicht gern: Manchmal muss man nur in die Gesichter mancher katholischer Würdenträger um zu sehen, dass das alles Jungfrauen sind. Sie können 80 sein, sind aber immer noch halbe Kinder. Außer gegenüber der Mama wissen sie nicht, was es bedeutet, eine Frau glücklich zu machen. Es ist übrigens auch ein Männerbild, dass ohne Vaterschaft auskommt. Auch in diesem Sinne stellt “verweiblichtes Verhalten” in der katholischen Hierarchie ein Problem für die gesamte Christenheit dar.

Die Fixierung auf das Kondom hat Papst Benedikt auf einen wahrlich einsamen Höhepunkt gehypt. Nun bedeutet ihm eine Fixierung gerade die unerwünsche “Banalisierung der Sexualität”. Genau die wurde jedoch erreicht. Außerdem wurde in einigen Artikeln von Journalisten das Kondom banalisiert. Das trifft auf die Texte von Klaus Badde und Daniel Deckers zu.

Es ist ja die katholische Kirche, die mit ihrer Lehre einen zutiefst piefigen, schwerst und hochgradig dörfischen Kult um die Sexualität veranstaltet, in der Verdammung als Sünde sich mit Lässlichem und Gnade abwechselt. Der Zölibat stellt ein Sexualopfer dar. Kastraten gibt es heute zwar nicht mehr, aber es grenzt an Selbstverstümmelung. Es opfert auch die Liebe. Insofern sind es unerfüllte, notorische Romantiker.

Letztlich stellt sich die Frage, ob die katholische Kirche in der Lage ist, ein Verständnis von Sexualität zu überwinden, in dem der Eros philhellenistisch der “spielende Knabe” bleibt. Ob Papst Benedikt überhaupt versteht, was Liebe ist, wenn er schreibt (2006:40): “Gefühle kommen und gehen”? Dies ist das überholte platonistische Verständnis, welches Gefühle als Seeleninhalte versteht.

Es bleibt ein Trauerspiel, wie sich die katholische Kirche mit ihrer Theologie und Sexualmoral selbst zusetzt. Im Kern ist das kein Problem der Moral, sondern ein Problem der Theologie. Dabei ist der Zölibat nichtmal ein Dogma. Zölibat ist eine symbolische Selbstkastration. Das steht sogar in Tradition heidnischer Priesterkulte der “Großen Mutter”. Die hatten sogar männliche Prostituierte, zugleich Priester. Wird so rund, warum der Papst männliche Prostituierte auffällig erwähnt?

Für die deutsche Christdemokratie stellt sich die Frage: Was bleibt ohne Kirche von den europäischen Volksparteien?

Literatur: Bendikt XIV.: Gott ist die Liebe. Die Enzyklika “Deus caritas est”, Herder 2006

Gastbeitrag: Leiden am Sex: Über die emotionale Überforderung durch das libertäre Scheinselbstverständnis der Gesellschaft

mit 2 Kommentaren

von Jan “Pettre” Petter

Eigentlich habe ich mir schon seit Monaten vorgenommen, einmal über die schwierigen, aber alltäglichen Themen Beziehungsleben, Liebe und Sexualität zu bloggen. Wir sprechen darüber nur selten konkret, dafür umso öfter verklausuliert oder betont emotional. Beides gefällt mir nicht und dient letztlich wohl auch nur der Distanzierung. Dennoch oder gerade deswegen beschäftigen mich diese Themen sehr und (natürlich) auch unpersönlich und grundsätzlich.

Ich halte es für einen großen Fehler, dass wir uns heute gegenüber der Vergangenheit überlegen und wissender fühlen. Zumal diese Einschätzung nicht auf fortschreitender Aufklärung und hinzugewonnenem Bewusstsein basiert, sondern nur auf kulturell und gesellschaftlich transportierten Bildern. Woher das kommt, weiß ich nicht genau und will es hier auch nicht größer erörtern. Ich glaube allerdings, dass diese selbstgewisse Haltung dazu führt, dass wir uns für grundsätzliche Gedanken oft zu sicher und beschäftigt fühlen. Die dadurch erschwerte Charakter- und Wunschbildung überlagern wir umso öfter durch Konsum und Teilhabe an moderner Gruppenbildung. Damit meine ich besonders die ritualisierte Teilhabe an „etwas großem“ (nein, kein Gottesdienst) oder die Hingabe zu neu entstandenen Subkulturen mit eigenen Riten und Werten.

In diesem Wirr-Warr neuer und alter Selbstverständlichkeiten verlieren sich nicht wenige junge Menschen auf der Suche nach Liebe, Partnerschaft oder einfach dem richtigen Umgang mit der eigenen Sexualität. Heute gibt es vermutlich keine gesellschaftliche Institution, die diese Prozesse ernsthaft nachvollziehen und pädagogisch aufbereiten kann. 2011 ist der Aufklärungsunterricht eine verspätete Biostunde mit erhaltenem Kicherfaktor und verlorenem Sinn. Andere Themen wie Beziehungen, Partnerwahl oder alternative Sexualwünsche werden meist erst gar nicht thematisiert und gelten als reine Privatangelegenheit.

Dabei hat die Emanzipationswelle der 60er und 70er bis heute längst nicht alle Bereiche erreicht. Zumindest in meinem jugendlichen Umfeld, der süddeutschen Peripherie bei Stuttgart, haben sich bis heute nahezu durchgängig die alten Rollenmuster gehalten. Diese Beobachtung dürfte vermutlich auch auf viele andere Regionen zutreffen. Die Gruppe der (aus eigener Sicht) emanzipierten Bürger beschränkt sich daher zumeist auf Babyboomer aus dem linksliberalen Milieu. Jedoch waren auch hier die Epizentren der Emanzipation meist soweit entfernt, dass die praktizierte Realität nur wenig mit den Theorien Alice Schwarzers zu tun hat. Oft beschränken sich aufgeklärte Erwachsenen-Beziehungen daher auf kulturelle Progressivität und leben ansonsten in den altbekannten Mustern. Umso klassischer sind eigentlich die Verhaltensweisen meiner Generation geblieben. Viele Mädchen und junge Frauen fühlen sich mit ihren Gefühlen offensichtlich alleine und finden nach der relativ klar definierten Welt der Familie keinen vergleichbaren Rahmen für eine partnerschaftliche oder sexuelle Entwicklung. Umso klassischer suchen sie oftmals Halt in Freundschaft und Beziehungen. Da unter Gleichaltrigen jedoch selten ein Zuwachs an Erkenntnis oder Sicherheit zu finden ist, konzentriert sich dieses Verlangen umso stärker auf die klassische Beziehung zu einem älteren Jungen oder Mann.

Viele werden einwenden, dass dies schon immer so war oder dass Mädchen und junge Frauen reifer sind als ihre männlichen Altersgenossen. Ich glaube aber nicht, dass Erfahrungen in gleichdosierten Dosen je nach Alter vergeben werden. Nur weil ältere Jungen und Männer mehr Erfahrungen haben, bedeutet dies leider selten, dass es sich dabei auch um die gesuchte Selbstsicherheit handelt. Im Gegenteil. Gesellschaftlich und medial sind auch heranwachsende Männer gleichermaßen alleingelassen und unsicher. Zumindest nach meiner Erkenntnis zieht sich dieses Gefühl auch bis in die 20er-Zeit fort. Umso fataler ist aber doch, dass wir bis heute den männlichen Part auf die sexuell aktive Rolle und stärkere Hälfte reduzieren. Beziehungsweise: Dass die öffentlicher ausgelebte und medial stärker inszenierte Sexualität (und Pornografie) heute noch viel stärker auf junge Männer einwirkt, ohne dass es aufklärerisch angemessene Gegenmaßnahmen gäbe.

Die Folge ist eine überzogene Erwartungshaltung an die Sexualität, die meist vollkommen unerfüllbar ist und zumindest im Anfangsstadium (aber eigentlich immer) kaum rational eingeschätzt werden kann. Das Scheitern der männlichen Überposition ist also oftmals vorprogrammiert. Umso fataler ist, dass beiden Geschlechtern hier unklar ist, wie dies einzuschätzen ist. Während konservative Bewahrer auf die natürliche Vollkommenheit der (diskreten) Liebe pochen, verharmlosen (de facto vollkommen ahnungslose) libertäre Eltern und Lehrer die natürliche Vollkommenheit aller Perversionen. Beides hilft im jugendlichen Beziehungsalltag vermutlich wenig und erscheint mir oft sehr selbstbezogen und -gerecht.

Ich vermute, dass deshalb viele junge Männer den sexuellen Überdruck an ihren (Sexual-)Partnerinnen auslassen und das eigene Versagen auf diese abschieben. Der Mann will Dinge, die seine Partnerin nicht kennt und er nicht kann. Falls Sie (was vollkommen angemessen und sicherlich nur richtig ist) dann diese Erwartungen zurückweist, entsteht so erstmals eine sichtbare Hürde, auf die sich das Problem projizieren lässt. Unterbewusst (so bin ich überzeugt) entsteht so ein Machtgefälle, das sich fundamental anders begründet als früher, aber grundsätzlich genauso endet. Aus meiner Sicht ist es billig, dafür die jungen Männer noch zusätzlich zu beschimpfen. Natürlich gibt es auch in meiner Generation wahrnehmbare Sadismen, die einseitig zu Leiden und Unterdrückung führen und die jeder Mann anhand seines Verstandes erkennen und stoppen kann. Diese Verantwortung bleibt immer! Genauso billig wäre es, hieraus jetzt eine Moralkampagne gegen Pornografie oder möglicherweise sogar sexuelle Aufklärung abzuleiten. Wir wissen doch nicht zu viel, sondern eher viel zu wenig!

Um dennoch Halt und Sicherheit zu finden und einfach auch, weil Liebe und Sehnsucht noch nie auf gesellschaftliche Gegebenheit Rücksicht genommen haben, akzeptieren viele Mädchen und junge Frauen diese Verhältnisse und versuchen sich ihnen anzupassen, was allerdings nur teilweise funktionieren kann. Zusammen mit einer nicht realen, aber medial ständig vermittelten Umgebung des „Alles kann, nichts muss“, verfestigt sich bei vielen der nüchterne Glaube, dass jugendliche oder junge Beziehungen grundsätzlich unsicher und jederzeit absolut endlich seien. Entsprechend unsicher werden sie eingegangen, gelöst, wieder aufgenommen oder verraten. Auch hier sehe ich keinen dramatischen Werteverfall, der eine wirkliche Lust an der Beliebigkeit verraten könnte. Vielmehr fehlen eben auch hier vielfach die Antworten auf die nie öffentlich gewordene Fragen und Gedanken.

Da wir eben in einer Marktwirtschaft leben und Unsicherheiten und diffuse Bauchgefühle optimale Themen für eine hohe Auflage oder Quote sind, kann man von den Medien hier nicht wirklich eine Lösung erwarten. Dennoch verstört mich gelegentlich die Schamlosigkeit, mit der physische und psychische Probleme erst geschaffen und mit der nächsten Ausgabe dann wieder gelöst werden sollen.

Übrigens fordere ich nicht, dass in einer „guten“ Beziehungen beide Partner gleich sind. Sie müssen nicht einmal auf exakt der selben Ebene stehen, denke ich. Aber beide brauchen die nötigen Voraussetzungen, um das gemeinsame Handeln individuell abwägen und einordnen zu können. Das ist doch eine wirklich wichtige Grundlage.

Ich fände ein „Heute ist alles mögliche und irgendwie unsicher“-Fazit jedoch arg haltungslos und Spiegel-Online-artig. Ich glaube wie gesagt weder, dass sich das Rad der Geschichte zurückdrehen lässt (und man sollte es auch nie versuchen), noch, dass wir diese Verhältnisse als normal oder gegeben hinnehmen müssen.

Beruhigend ist auf der anderen Seite ja auch, dass sich unabhängig aller Möglichkeiten auch heute noch die meisten jungen Menschen vorstellen können, was sie suchen. Deshalb glaube ich vor allem, dass wir umso klarer und ernsthafter miteinander reden und diskutieren müssen. Nicht nur medial, nicht nur saisonal. Auch im Privatleben, in der Schule und letzten Endes natürlich auch gesellschaftlich. Wenn ich Sexualität spreche, rede ich über grundlegende, ohnehin vorhandene Gedanken und nicht nur meine eigenen. Dieses Bewusstsein brauchen wir wieder stärker. Auch wichtig wäre eine stärkere Selbstreflektion und mehr Respekt und Raum hierfür. Wir werden auch in einer besseren Welt noch mit Internetpornografie, schlechter Musik und obszönen Gedanken leben. Aber gerade deshalb brauchen junge Menschen auch genügend (geistige) Freiräume dies alles einzuordnen und zu verstehen. Und sie brauchen genauso eine klare Ansprache in der Schule. Gerne auch von außerhalb oder in Ergänzung zum eigentlichen Unterricht mit den vertrauten Lehrern. Dazu gehören aber nicht nur biologische Definitionen sondern eben auch offene Gespräche.

Jan Petter ist Jahrgang 1991 und twittert unter http://twitter.com/pettre

Geschrieben von edomblog

12. Oktober 2011 um 19:50

Der Fall Kachelmann geht jetzt erst so richtig los: Die entehrten Frauen, die nicht anerkannte Schuld, der mit Täuschung erschlichene Sex

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Kachelmann: „Ich habe Fehler gemacht. Ich habe Frauen belogen und ihnen Räubergeschichten erzählt. Und ich bin nicht stolz drauf… Ich habe Menschen verarscht, es gibt keine Entschuldigung dafür“ – Da ist es wieder: “Fehler”. Immer sind alles nur Fehler. (Irgend)Etwas “fehlen” mag jedem von uns. Wer ist schon vollständig, vollständig im Sinne von Perfekt, also vollkommen.

Ist es schon eine Leistung, auf etwas nicht stolz zu sein, auf dass man gar nicht stolz sein kann?

Sich selbst geschädigt zu haben, ist keine Entschuldigung dafür – auch kein Ersatz für Reue und Einsicht -, andere geschädigt zu haben, während man seinen Spaß suchte. Und hier liegt der Spaß nun nicht nur in der gesuchten Sexualität und dem Fremdgehen – da weist Kachelmann locker drauf hin, es täten auch andere -, sondern der “Spaß” liegt darin, eben auch verarscht zu haben. Und hier sind Liebe und Sex dann nur noch Mittel. Statt eines Spieles wurde nur noch vorgespielt. Der Spaß liegt also darin, ein Arsch zu sein, ein Arsch sein zu WOLLEN, die (bewusste) Verfehlung des Guten auch noch zu genießen. Kachelmann gab vor zu lieben und erzielte so einvernehmlichen Sex. Kachelmann raubte ohne Gewalt die Liebe. Kachelmann benutzte Sexualität als Liebesbeweis, drängte die Frauen. Im Guten mag er sie betört haben.

Wer niemandem treu ist, der kann gar nicht fremdgehen. Wer nie die Absicht hatte treu zu sein, kann nicht untreu sein. Denn er kennt den Unterschied gar nicht. Kachelmann war auf seine Art ein Hochstapler. Entgegen kam Kachelmann vielleicht auch, dass Autonomie heute so einen hohen Wert hat, dass selbst an die Liebe bzw. Partnerschaft keine Forderungen mehr getraut gestellt zu werden.

Kachelmann sagt: “Es gab keine Gewalt.” Hat er kein Leid, Schmerzen und Verletzungen zugefügt? So ist es heute auch in der Politik: Man braucht keine Gewalt oder muss 10 000 Menschen erschießen oder einsperren, um Leid und Schmerzen anzurichten. Die Willkür breitet sich auch anders aus. Gegen keine Spielregeln zu verstoßen macht Betrug, Treuebruch und Hintergehen auch nicht besser.

Geschrieben von edomblog

15. Juni 2011 um 23:00

Zu Sila Sahin im “Playboy” – “Nacktfotos sind besser als Sex” (FOCUS Online)

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Zuersteinmal: “Nacktfotos sind besser als Sex” – was ist das für eine dämliche Zeile? Im FOCUS heisst die junge Dame wenigstens Deutschtürkin. In BILD ist sie einfach die Türkin. Dieser ganze romantischer Orientalismus ist nervtötend. Sichtlich “gemachte” Brüste sind nicht so prickelnd. Allgemein sei mal gesagt: Sex ist nicht emanzipatorisch, sondern Sex ist etwas vollkommen Gewöhnliches. Und wie kann etwas Gewöhnliches emanzipatorisch sein?

Gegenüber ihrer Mauerblümchenrolle in GZSZ ist das natürlich möglicherweise eine Befreiung. Wenn sie Schauspielerin geworden ist, um Bestätigung zu erlangen, kann sie in dieser Rolle natürlich nicht wie zu ihren Fotos sagen “Ich fühle micht so richtig als Frau” (so gegenüber “BILD”). Aber fühlt sie das in ihrem Beruf oder in ihrer Liebesbeziehung nicht? Fühlt sie sich nur wohl, wenn sie mit optischen Reizen Macht über Männer hat?

Aber Voyeurismus zu bedienen und Anerkennung für körperliche Vorzüge zu verlangen ist ein Weg, den weder jeder gehen kann, noch der gut ist. Es fehlt eigentlich bisher der Standardsatz: “Es sind sehr ästhetische Fotos geworden”.

Wo ist denn ihre Botschaft? Sagt sie nun: “Ich liebe gerne” (und deshalb ziehe ich mich aus) oder “ich will geliebt werden (weil ich nicht geliebt werde – und deshalb ziehe / muss ich mich ausziehen)? Außerdem macht sie einfach mit, was man in dem Geschäft mitmachen muss. Und ob man darin Unabhängigkeit sehen kann (“Ich bin unabhängig, ich verdiene mein eigenes Geld.”, in “BILD”), bleibt fraglich.

Ferner sind solche Posen im Grunde schlicht unpersönlich. Da gerät das Model zur Statue. Persönlich und intim sind Gefühle, ist eigenes sinnliches Empfinden. Der Rausch der Natur und ihrer Reize ist im Grunde unpersönlich. Diese ganz Kultur der Darstellung des Körpers macht Sexualität tendenziell unerpersönlich, weil sie auch jedes Gespräch und Kommunikation über (individuelle) Bedeutung verweigert. Es macht aus allem eine (äußerliche) Leistungsästhetik und aus Sex eine sportive Veranstaltung. Und das sollte die Religion daran kritisieren. Diese ganze Verhärtung ist wie das Silikon im Busen! Das vernichtet die Geschmeidigkeit in der Liebe und im Lieben.

Die Religion muss mal verstehen, dass sich die Probleme von der Bedrohung der Leidenschaft für die Sozialordnung auf die Instrumentalisierung der Sexualität und falsche Form der Verehrung verschoben haben.

Gut, es ließe sich sagen, es sind heiße Fotos. Nur wo ist bei der prallen Fleischesdarstellung die Subtilität der Verführung und irgendeine Raffinesse? Und solche Fotos sind doch keine Ersatz dafür, sich beim Sex oder im Leben (richtig) wohl zu fühlen. Warum sagt sie denn nicht, so fühle sich so bei ihrem Lebenspartner? Fühlt sie nur richtig, wenn sie auf der Bühne steht – also spielt? Spielt sie auf der “Bühne” weniger vor als sie beim Sex vorspielt oder was?

Von Künstlern will ich was über Gefühle und Emotionen hören und keine Geschichte, die mit Bildern garniert sind, in denen der Körper eigentlich tot ist. Es kommt eben nicht darauf an, sich Blicken hinzugeben, sondern sich hinzugeben. Deshalb sind solche Fotos keinesfalls eine “Reifeprüfung”. Und eine Lüsternheit gegenüber Bildern erfordert keinen Mut. Bilder sind tot. Fotos sind gerade keine echte Lüsternheit. Im Grunde ist es bieder und verdammt unlüstern. Als Frau (oder Mann) fühlt man sich doch nicht durch zur eine Schaustellung Geschlechtsmerkmalen, sondern durch sein eigenes (oder gemeinsames) Lustempfinden.

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