"Das Politische anders denken"

Frühling der Bürgerlichkeit?

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Wo steht der Liberalismus – eine Entgegnung auf Hasso Mansfeld

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Historisch ist der Liberalismus nicht so stark, wie man denkt. Erst im 20. Jahrhundert spielt er als Alternative zu Totalitarismus und Staatsvergottung seine Stärken aus, jedenfalls in der Theorie. Stellt man dem realen Liberalismus seinen Anteil am Faschismus in Rechnung, fällt der Vergleich noch mehr ab. Es ist der Liberalismus von Walter Eucken mit seiner Kritik von Staatsmacht und monopolistische und oligpolistische Marktmacht der Industriegesellschaft kritisert, der einzig wahrhaft liberal und bürgerlich ist. Der korporatistische reale Liberalismus etwa auch der Kennedy-Ära, der amerikanischen “affluent society” hatte auch seine düsteren Seiten. Außerdem muss der Liberalismus in der Außenpolitik sein Profil schärfen. Hier ist die Kritik an Militärausgaben der amerikanischen Libertären nicht zu ignorieren. Nur auf tote Philosophen wie Kant oder aber den römische Stoa, die die Philosophie eines Imperiums war, zu verweisen, das genügt keinesfalls. Auch ihre Ansichten zu Frauen sowie einfachen Menschen aus dem Volk sowie Wilden sind keinesfalls unproblematisch. Und der Humanismus sei zu sehr am Tier orientiert, bemerkte Heidegger.

FDP Bundestagsabgeordneter Dr. Erwin Lotter begründet seine Rücktrittsforderung an Bundespräsident Christian Wulff

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FDP Bundestagsabgeordneter Dr. Erwin Lotter fordert weiter Rücktritt von Bundespräsident Wulff und begründet seine Forderung an Wulff

FDP Bundestagsabgeordneter Dr. Erwin Lotter zitiert zweimal in Sachen Wulff Cicero: “Der Staatsdienst muss zum Nutzen derer geführt werden, die ihm anvertraut sind, nicht zum Nutzen derer, denen er anvertraut ist.” sowie “Es gibt keinen Teil des Lebens, der frei von moralischer Verpflichtung ist”.

Geschrieben von edomblog

31. Januar 2012 um 19:09

Missgriff: Kanzlerin Merkel erklärt den Hass zum “gemeinsamen Feind”

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Es heisst im offiziellen Text der Bundeskanzlerin (Quelle: www.cdu.de): “Dieser Hass ist unser gemeinsamer Feind”. Wieso ist etwas wie Hass jetzt Feind? Ist das eine politische Kriegserklärung? Wir müssen damit leben, dass uns viele Menschen hassen, etwa im Nahen Osten. In meinen Urteil wäre politisch zutreffend, hier den Hass als Gegner zu bezeichnen. Ansonsten findet der Text von der inhaltlichen Ausrichtung meine Zustimmung. Anteilnahme fehlt vielleicht noch. Hass ist noch kein Verbrechen. Eine liberale Gesellschaft beurteilt hauptsächlich nur das äußere Verhalten von Menschen, nicht primär innerliche Überzeugungen oder die Gesinnung. Das ist der historische und zugleich auch der gegenwärtige Prüfstein.

Das Problem am Rechtsextremismus ist weder allein die Gewaltbereitschaft noch die Ideologie. Es werden Taten begangen, obwohl sie unter Strafe stehen. Wenn ich selbst bereit bin, alle Gesetze um des politischen Kampfes willen zu brechen, macht es keinen Sinn, Gesetzesänderungen zu fordern. Insofern hat sich die Politik erledigt. Dann bleibt nur, so lange zu bomben und zu morden, bis ein Gemeinwesen so ist, wie es einem gefällt.

Geschrieben von edomblog

24. Juli 2011 um 20:51

Ist das christliche Menschenbild exklusiv abendländisch?

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Das “christliche Menschenbild” (in der katholischen Lehre ist das schlicht etwas Schöpfungstheologie nebst Aristotelismus vereinfach gesagt) ist nicht exklusiv “abendländisch”, weil Christen und Katholiken auf allen Kontinenten leben. Deshalb finde ich einige Äußerungen bei der CSU, die es sehr mit dem Abendländischen haben, gelinde gesagt sehr zweischneidig.

Beim der Lehre des sogenannten Personalismus ging es nicht zuletzt um eine Abgrenzung gegen liberalen Individualismus und sozialistischen Kollektivismus.

Geschrieben von edomblog

5. Mai 2011 um 13:16

Was zu tun ist: Nötig ist eine machtvolle Kampagne für Bürgerfreundschaft zwecks Abschreckung

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Es ist ganz einfach: Wer in Ruhe leben will, sollte sich bemühen, die (aufkommenden) Spannungen in Deutschland abzubauen. Den (übermächtigen) Wunsch, in Ruhe gelassen zu werden, einfach wie ein Konsument an ein Produkt zu delegieren, das reicht nicht aus. Der Liberalismus ist einfach etwas zu lieblos. Gute Nachbarschaft ist mehr als dass meine private Freiheit nicht angetastet wird.

Wir brauchen in Deutschland eine machtvolle Kampagne gegen eine Verschärfung und Zuspitzung des allgemeinen Klimas. Wir brauchen Abschreckung, die denen Angst macht und abschreckt, die überdrehen wollen, was instabile Verhältnisse bedeuten würde. Für Bürgerfreundschaft. Bürgerfreundschaft bedeutet Patriotismus. So schon einschlägig Dolf Sternberger.

Warum “liberale Gesellschaften” keinesfalls per se tolerant sind: Das Beispiel Kopftuch

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Man darf nicht erwarten, dass eine liberale Gesellschaft tolerant ist. Sie beruht auf lauter stillen Konventionen. Und ihr Geltung wird öfters streng und unerbitterlich geahndet.

Seit Hobbes und Spinoza basiert der Liberalismus darauf, rechlich nur noch das äußeres Verhalten zu bewerten. Das war das Mittel, um die Religionskriege zwischen den Christen zu beenden. Deshalb kann die Freiheit eines getragenen Kopftuches unmöglich festgestellt werden. Obwohl liberale Gesellschaften obszessiv und Gesinnung und Bewusstsein beschäftigt sind (etwa Ökologie, Ernährung oder Gesundheit), können sie einen “inneren Glauben” nicht anerkennen. Vielleicht ist das eine Quelle von Mißtrauen. Warum wird sonst so obzessiv von “Überzeugungen” gesprochen?

Denn die Kopftuchträgerin, die genau das behauptet, versucht den Mechanismus auszutricksen. Und Teil diese Mechanismus ist es, einen bestimmten Lifestyle, der Anspruch auf eine bestimmte Gesinnung oder Bewusstsein erhebt, immer weiter zu steigern und zu perfektionieren. Aber das ist ein experimenteller Lifestyle. Und dann sagt aber die glaubensfeste fromme Kopftuchträgerin, einzig das Kopftuch reiche aus und Gott entscheide und erkenne es an. Der Liberalismus lässt nur zu, expressiv zusagen: “Ich habe heute meine religiösen Tag und trage mal ein Kopftuch”. Das liegt daran, weil das postmoderne Subjektmodell auf ein inneres “self-growth” setzt. Da kann ich nicht einfach sagen, das innere Wachstum sei aufeinen Schlag abgeschlossen. Die einzige Möglichkeit wäre, ständig verschiedene modische Kopftücher zu tragen. Schon lange ist es eine Klage, die “Innenorientierung” sei westlichen Gesellschaften verloren gegangen. Diese Modell des “inneren Wachstums” ist für Modelle religiösen Ergriffenseins, der Wandlung und der Konversion nicht unbedingt besonders offen.

Eine weiter Aspekt ist, dass das Modell amerikanische “peer-society” geradezu aggressiv Wert auf Ähnlichkeit und eine lockere informelle Verständigung legt (eben unter “peers”). Formale bürgerliche Kritieren, etwa der Beruf die soziale Stellung, ob man Familie hat, ob man Anzug trägt, ob man in die Kirche geht, sie zählen alle nicht mehr wie einstmals. Das Ordentliche, das “Gutbürgerliche”, es wurde abgeschafft in Deutschland, zurückgedrängt in biedere Randbezirke, in denenes mit Spott (und Scham) bedacht wird. Heute sind wir zwangsweise alle ganz locker und cool.

Die Kriterien, ob man “ok” ist und dazugehört, sie sind weniger greifbar geworden gegenüber früheren Zeiten. Das ist der Nachteil einer zeittypischen liberalen Gesellschaft, die sich offenhält, alles erst im Einzelfall frei “auszuhandeln”, und wenig feste Vorgaben im vorhinein macht. “Multi-Kulti” ist oder war Teil dieser spielerischen Aneigung, die oben beschrieben wurde.

Literaturanregung: Andreas Reckwitz: Das hybride Subjekt, Velbrück Wissenschaft 2006

Geschrieben von edomblog

9. Februar 2011 um 01:08

Die FDP taumelt und der deutsche Liberalimus auf der Suche

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Die FDP wird auch viele Anhänger durch einen unwürdigen Umgang mit Westerwelle verlieren.

Korrektur im Frühling war schwach
Es muss jetzt doch um die Aufstellung der FDP als Partei gehen. Die Parteiführung hat am Anfang zu schwach reagiert. Jedenfalls fand ich das Zwischenpapier zu Freiheit im Frühling nicht sonderlich stark.

Pluspunkt Grundsatzprogramm
Aber sie hat einen wichtigen Prozess mit dem neuen Grundsatzprogramm eingeleitet, der in seiner Breite beispiellos in der jüngeren Geschichte der Parteien in Deutschland ist.

Prinzipielles Problem für den zeitgenössischen Liberalismus
Grundsätzlich liegt das Problem der Liberalen aber auch daran, dass überhaupt nicht klar war, was die Basis will. Steuersenkungen wünschen sich alle. Das ist so konkret wie die Umwelt zu retten. Der Liberalismus hat das Problem, dass er dem Einzelnen nicht vorschreibt, was er zu denken und zu tun hat. Der Liberalismus müsste sich konkrete mittelgroße und auch größere Projekte suchen – zwar nicht wie Castor und Atomkraftwerke abzuschaffen -, aber ähnlich konkrete gesellschaftspolitische Anliegen, die sichtbar sind. “Bildung ist Bürgerrecht”, das ist heute nicht mehr so sinnlich konkret wie in den 60er und 70er Jahren.

Wofür sparen und effizienter wirtschaften?
Warum sagt der Liberalismus nicht mal, wir brauchen einen effizienten Staat, damit wir genug Geld für Soziales haben?

Wo sind die Herzensanliegen der FDP? Nur lauter “kalte Projekte” (Dahrendorf)?
Und wo ist die FDP bei Integration? Wo ist der Kampf gegen Diskriminierung? Wo ist der historische Ausgleich zwischen Rechts- und Nationalliberalen und dem Lager, dass für Integration, das den Schwerpunkt auf die bürgerliche Gesellschaft setzt? Und wo kämpfen Liberale für die bürgerliche Liebesheirat und gegen die Zwangsheirat? Da könnten ja auch mal die Schwulen in der FDP aus der Reserve kommen. Freiheit ist schließlich nicht nur sexuelle Selbstverwirklichung oder Freiheit sich auszuleben. Wo bleibt denn die Solidarisierung oder Bewegung zu auf die Migranten? Werden die als homophob abgelehnt? Gilt Liebe als spießig?

Wo ist überhaupt das Gefühl? Die in der FDP unter 40 müssen weg von allem Pubertären und Infantilen. Sie müssen sich auch mit diesem Staat identifizieren und nicht nur geerbte Freiheit zelebrieren. Aber der FDP gibt es zu viele ewige Rebellen. Nur gegen konservative Konformisten zu stänkern reicht nicht. Denn das können auch die GRÜNEN.

Der Staat kann nicht auf Steuern reduziert werden. Wo fordert die FDP Verantwortung von den Reichen? Sie kann doch nicht die kalte Progression abbauen, ohne die effektive Steuerlast für Spitzenverdiener zu erhöhen. Was sind das für Milchmädchenrechnungen gewesen? Die FDP vertrat die Idee und Wunschtraum, dass wenige sehr reich werden können oder reich bleiben dürfen. Von “Wohlstand für alle”

Die Stiftungsarbeit der FNSt ist teilweise zu intellektuell viel zu abgehoben bzw. enthoben. Internationale Entwicklungen liberaler Denkströmungen mögen spannend sein Diese ganzen internationalen Theoriegebäude interessen doch niemanden. Auch diese Libertären Ideengebäude eignen sich nicht, um in der deutschen Mitte Wähler auch zu halten. Die FDP sollte versuchen aus dem Rückschlüsse zu ziehen, was andere liberale Parteien im Ausland unternehmen. Es ist natürlich höchst liberal, wenn die FNSt auf einem Level agiert, dass gar nicht eingreift

Geschrieben von edomblog

20. Dezember 2010 um 00:03

Ihr lieben “68er”

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Ficken für den Führer
Ficken für die Revolution
Ficken für den Frieden.
Sex ist immer politisch.

Ihr könnt mich mal kreuzweise. Nur eure Liebe ist politisch.

Alles ist für Euch privat, so dass alles öffentlich da politisch ist.

Ihr wolltet immer nur besser als die Nazis sein.
Ihr wolltet bessere Nazis sein.
Ihr wolltet Nazis sein.

Ihr wart bei HJ & BDM und schwiegt,
Ihr wart in der SS und habt vergessen.
Ihr warft Eueren Eltern vor, den Krieg verloren zu haben.
Ihr wolltet Deutschland Euch mit Mao erobern.

Gegen die USA und die NATO
Deutscher Sonderweg
Blut & Boden via Öko
Mit Heidegger keine Technique

Ihr seid die Negation.
Entleert wie ZEN.
Entnervt Euch woanders.
Eure Nerven haben wir nicht mehr.

Ihr kennt kein “was”, nur ein “wie”
Wir sind euch egal.
Nur wie wir sind ist euch nicht egal.
Was seid Ihr eigentlich?

Wir sind euch zu privat.
Wir sind euch zu öffentlich.
Ihr versteht uns nur, wenn wir sind wie Ihr.
Ihr könnt uns nicht verstehen.

Ihr seid alt und dumm.
Ihr seid noch wahnhaft voll Größenwahnsinn.

Teilanalyse des Textes der Kampfschrift des Buchautoren Thilo Sarrazin

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Hetzerische Wortwahl?
Sarrazin führt auf Seite 1 bereits kämpferisch die Beschreibung “Fäulnisprozesse” ins Feld und verurteilt im Grunde eine angeblich unzureichende “Sehschärfe” der Institutionen, also Staat, Verwaltung, Volk, Wissenschaft und Bürgertum als “getrübt”. Nach dieser Logik könnte dann nur Sarrazin der nationale Retter sein, der die Wende bringt.

Perverse Wortwahl!
Sarrazin (Seite 393) bringt arrogante & perfide Sätze wie: “Was uns fehlt, füllen wir teilweise mit anatolischen Bauern… auf.” Hat der (Stadtmensch) Sarrazin ein Problem mit Bauern?
Und die deutschen Bauern brauchen tatkräftige Arbeitskräfte. Es ist ein politisches Problem, dass die Struktur von Wirtschaft, Recht und Sozialabgaben eine rentable Entlohnung für alle hinderlich ist. Spezialisierung ist normal im Prozess der Arbeitsteilung. Es kommt darauf an, die Rahmenbedingungen günstig für alle zu optimieren.

Lügen im Text von Sarrazin:
“Wir nehmen es als unvermeidlich hin, dass Deutschland kleiner und dümmer wird” (Seite 17). Die Frage ist nur, inwieweit der Text Sarrazin lügt, nicht ob der Text von Sarrazin legt. Unzählige Menschen setzen sich jeden Tag für ein anständiges und besseres Deutschland ein. Niemand, außer Fatalisten, nimmt etwas hin, was auch nur annährend etwas mit diesem Satz zu tun hätte.

Propaganda & Hetze!
Sarrazin betreibt Propaganda & Hetze, wenn er behauptet, die “bürgerliche Mitte” (Seite 391) werde in Deutschland bekämpft!

Lügenmärchen über die Geschichte der Menschheit
Schon in Fußnote 4 will Sarrazin (2010:411) so “goldenes Zeitalter” aufzählen. Aber es sind überwiegend dekadente Feudalsgesellschaften mit Ausbeutung, Sklaverei und Leibeigenschaft (Ägypten, Rom, Hochmittelalter, absolutistisches Frankreich) oder aber das Zeitalter von Imperialismus und expolosiven sozialen Problemen (Britisches Empire 1815-1914 und Deutsches Kaiserreich 1871-1914). Preußen vor Bismark fehlt. Einschlägiges haben Hannah Arendt in “Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft” kommentiert und die Geschichtsforschung, z.B. in der Person von Hans-Ulrich Wehler in der Richtung Sozialimperialismus”.
Und das antike Athen und die gelobte “griechische Antike”. war eine zutieft rassistische und frauenfeindliche Veranstaltung. Das ist heute faktisch der Konsens in der Forschung, nicht nur an allen Eliteuniversitäten weltweit. Marx hatte Athen und Rom ohnehin zutreffend als “Sklavengesellschaften” klassifiziert. Sarrazin benutzt hier die klassischen Maßstäbe von historischer Esoterik und spiritualistischen Geschichtsschreibern.

Das geteilte Deutschland und die BRD als “goldenes Zeitalter”?
Historisch ein Fehlurteil ist die isolierte Betrachtung von Westdeutschland und die bräsige Behauptung, es handele sich bei ihr um ein “goldenes Zeitalter”. Das vereinte Deutschland zählt. Das größte Glück war die Einigung Deutschland mit der Wiedervereinigung und das Ende des Kalten Krieges der Blöcke. Das zählt.

Volkswirt Dr. Sarrazin ist akademisch und intellektuell genauso lächerlich wie brandgefährlich
Sarrazin ist lächerlich! Auf Seite 396 räumt Sarrazin ein, für die nächsten 100 Jahre “Nettoreproduktionsrate” wie letzten 40 Jahre zu unterstellen.

Unverantwortlich, gemein und hinterhältig
Es ist unverantwortlich, dass Sarrazin Kinderreichtum fordert, gleichzeitig religiöse Mensche mit vielen Kindern als Verführte denunziert, die quasi Kindergeld abstaubten.

Perfide Unterstellungen in Szenarien
Eine nicht anders als perfide zu nennende Unterstellung ist es, die Sarrazin bewusst trifft, das die Partei “Die Grünen” seien 2017 für gleichsam für zügellosen Familiennachzug von Ausländern ist politische Perversion. Dazu zeichnet Sarrazin das Szenario einer schwarz-grünen Bundesregierung mit Angela Merkel und Jürgen Trittin im Jahr 2017 (Seite 397). Das ist eine politische Perversion von Sarrazin und Ausdruck einer Paranoia vor der vermeintlichen Herrschaft von irgendwelchen 68ern, die längst alle in Rente sind.

Binsenweisheit, dass der Mensch sterblich ist. Ist die Sterbetafel Statistik oder Naturgesetz?
Sarrazin liegt nur darin richtig, dass der Mensch natürlich sterblich ist. Doch die Sterbetafel ist KEIN Naturgesetz, sondern Statistik, Wahrscheinlichkeit. Statistische Gesetzemäßigkeiten sind keine Naturgesetze. Naturgesetze hängen klassisch mit Naturkonstanten oder unstrittigen und eindeutigen Mittelwerten zusammen.

Für mehr Ausländer und Zucht von Menschen mit rassigem Intellekt!
Sarrazin will MEHR Ausländer und MEHR Fremde nach Deutschland holen! Sarrazin will intelligente Ausländer und schönere Deutsche!

Politische Täuschung durch Sarrazin
Sarrazin schreibt: “Jeder Staat hat das Recht, darüber zu entscheiden, WER in das Staatsgebiet zuziehen darf…” (Seite 391). Sarrazin will aber tatsächliche sachliche und NEUTRALE (d.h. “WAS”) Kriterien! Sarrazin will z.B. die Einwanderung von Türken und Ägyptern (Seite 393), wenn beim Geld Bilanz und der Nutzen (für wen?) stimmt.

Ist das Deutsche da wo Deutsche sind oder wo Deutschland ist?
“Das Deutsche kann aus Mitteleuropa verschwinden, so wie das Griechische aus Kleinasien verschwand” (Sarrazin 2010:394). Meint Sarrazin hier eigentlich die Antike oder die Vertreibung von Griechen durch die Türken im 20. Jahrhundert?

Spiel mit Antisemitismus?
Sarrazin zeigt “literarisch” offenen Antisemitsmus, wenn er auf Seite 397 gegen das Moses Mendelsohn Zentrum der Universität Potsdam unter Nennung des dortigen Wissenschaftlers Gideon Botsch hetzt.

Methode Angst als Emotion ist politik wirksam, aber kein Ersatz echte Politik
Sarrazin macht mit Angst Politik, macht aus Wort “Volk” ein Kampfwort: “Die Völker hatten Angst um ihren Lebensstandard.” (Seite 405)

Das marode Deutschland soll froh sein?
Sarrazin steht für Multi-Kulti Mist und Gutmenschentum bei Sätzen: “Freuen wir uns über jeden, der kommt und bleibt” (Seite 393). Über das Buch von Sarrazin kann man sich nicht freuen. Es fordert heraus.

Offen Arroganz, perfides Denken, offen Menschenverachtung und Hetze?
Sarrazin bringt arrogante und perfide Sätze wie z.B. : “Was uns fehlt, füllen wir teilweise mit anatolischen Bauern… auf” (Seite 393).

Radikaler Sozialismus von Rechts nach Links ist das eigentliche Credo von Sarrazin
Die sozialistische Perversion im Text von Sarrazin zeigt sich an “Die Einführung von Schuluniformen könnten Kosten für Bekleidung senken” (Seite 386)! Das ist eindeutig zentralistische sozialistische und ökonomistische Rationierung anstatt freier Markt und Soziale Marktwirtschaft!

Verarsche?
Sarrazin verarscht uns und die Leser mit Sätzen wie: “100 Jahre sind nicht lang” (Seite 394).

Böser Schluss von Sarrazin und vergiftetes Zitat:
Das Schlusswort von Thilo Sarrazin: “Mit den Worten einer untergegangenen Sprache rufe ich der Politik zu: Hic Rhodus, hic salta”. Das ist eine freilich eine frivole, präziser eine obszöne, verbotene Anspielung auf Hegel und Karl Marx. Marx schreibt in diesem Zusammenhang:
„Proletarische Revolutionen […] schrecken stets von neuem zurück vor der unbestimmten Ungeheuerlichkeit ihrer eigenen Zwecke, bis die Situation geschaffen ist, die jede Umkehr unmöglich macht, und die Verhältnisse selbst rufen …”

Es geht um unser Deutschland. Sarrazin verrät sich mit seinem Ruf. Er will ein anderes Deutschland.

Aus dem Archiv: “Perspektiven auf die Stellung des ordoliberalen Denkens in der Bundesrepublik”

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Es bedarf stets der gestaltenden Tat zur Entfaltung dieser Potentiale, wie Müller-Armack 1932 bereits andeutete. Dieses Denken ist in Zeiten der Globalisierung, der Liberale teilweise säkulare Erlösungspotentiale zuschreiben und in Zeiten, in denen Marxisten auf den großen eschachtologischen Crash warten, aktueller denn je. Ordoliberalismus und Soziale Marktwirtschaft sind bürgerliche, kritische Theorien des Industriezeitalters. Ihre negativen Erfahrungen mit dem missglückten Weimarer Korporatismus hat sie teilweise zu Gegnern elitärer sozialdemokratischer Ideen der Hochmoderne gemacht, die zu Recht von den Neuen Sozialen Bewegungen kritisiert wurden. Diese Gegnerschaft mündete im Alter bei Röpke in missglückte Positionen.

Ihre Verteidigung der Bürgerlichkeit ging denen der Schüler Joachims Ritter weit voraus, die teilweise Carl Schmitt näher standen als Ordoliberale. Ordoliberales Denken steht wegen anderer Perspektiven auf die Steuerungsmöglichkeiten des Rechts konträr zu Luhmann. Der Ordoliberalismus war ein bürgerlicher liberal-konservativer Weg in die Moderne als Erfahrung unbürgerlicher Zeiten, der sich keineswegs in ästhetische Kunstwelten geflüchtet hat. Eucken, Röpke und Rüstow schätzen „common man“, aber standen in Distanz zum modernen Angestellten als „common man“. Ordoliberales Denken und Ludwig Erhard standen gegen reaktionäre im Bund der deutschen Industrie, die Marktpreise als „soziologisch falsch“ ablehnten. Hier ist eine „Verwestlichung“ unübersehbar.

Müller-Armack war der Vordenker und Verwirklicher eines liberalen Neokorporatismus und einer europäischen Ordnung. Dies scheint von Wissenschaflter in Köln und Florenz vergessen und ignoriert worden zu sein, obwohl Müller-Armack nicht nur sich für das Europäische Hochschulinstut einsetzen, sondern auf engste mit der Kölner Tradition der Sozialwissenschaften verbunden war.

Ein durch Kojeve inspiriertes posthistorie Denken, wie man es bei Bell, Fukuyama und Gehlen treffen kann, wird man bei Müller-Armack nicht finden. Seine religionssoziologischen Perspektiven und die umfassende Kultursoziologie Rüstows werden heute wieder aktueller und sind anschlussfähig an neoinstitutionalistische Ansätze. Röpke schloss mit seinen Ansätzen an Intentionen Karl Löwith an. Beide schlossen sich Jacob Burckhardt im Plädoyer für Maß und Mitte an, dessen Denken aber bürgerlich-aristokratische Elemente enthielt.

Bei Müller-Armack werden die Einflüsse von Ernst Troeltsch, Max Scheler, Max Weber und Helmut Plessner deutlich, also bürgerlich-demokratischer Denker. In dieser Tradition, vor allem von Troeltsch und Scheler, insgesamt der Modernisten plädierte Müller-Armack für sozialen Ausgleich.

Müller-Armack steht in Tradition des Historismus und greift damit dessen Verteidigung Hermann Lübbes gegen Habermas Spätkapitalismus vor. Gleichzeitig war das ökonomische Denken der Ordoliberalen fortschrittlicher als bei maßgeblichen bürgerlichen Intellektuellen der Nachkriegszeit wie z.B. Dolf Sternberger, ohnehin gegenüber schmittianischen Juristen und erst recht postneomarxistischen Apologeten & Freunden der mitunter reichlich idyllischen & idealistischen Zivilgesellschaft. Aus der religionssoziologischen Tradition heraus war Müller-Armacks Horizont jenseits eines strickten Denkens der Einheit des Westens. Vorwiegend publizistischer Kampf oder Unkenntnis kann den habermschen Vorwurf gegen Neukonservative auf die Ordoliberalen münzen, sie hingen in der Tradition des lutherischen Staatskirchentums, was sich verkehrt, da zumindest sie präzise dessen negative Einflüsse geradezu seziert haben.

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