"Das Politische anders denken"

Frühling der Bürgerlichkeit?

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Die Schiiten im Iran und die israelischen Juden verbinden gemeinsame Eigenschaften

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Ich fasse zusammen: Israel hat Angst, der Iran hat Angst; israelische Juden haben Angst, Schiiten haben Angst. Israel und der Iran stehen in Distanz zum Westen, stehen in Distanz zu USA und Israel, jedenfalls die jeweils in Iran und Israel amtierenden rechten und rechtsreligiösen Regierungen. Beide halten den Westen für dekadent und im Niedergang begriffen. Israel will eine moderne und souveräne Nation sein, der Iran will eine moderne und souveräne Nation sein.

Geschrieben von edomblog

7. März 2012 um 14:44

Warum sich Rechtskonservative und Nationalkonservative in Deutschland über deutsche Muslime Sorgen machen

mit 7 Kommentaren

Ich vermute, stark rechtskonservativ und national geprägte Menschen lehnen unsere Ordnung in Deutschland teilweise selber ab und stehen Gewalt und Militanz als Ventil innerlich näher als man denkt. Sie stehen selbst in einer gewissen Distanz zu USA, Israel und dem Westen. Sie sehen durch vielerlei Dinge die Anerkennungswürdigkeit unserer Ordnung und Verhältnisse vermindert. Daraus leiten sie ab, dass einige anti-liberale Kreise und aktivistische Muslime die deutschen Verhältnisse ähnlich sehen würden.

Die Anziehungskraft der Liberalität Deutschlands auf deutsche Muslime verstehen sie weniger. Trotzdem wird plötzlich von einigen Rechten neuerdings sowohl feministisch als auch im Namen der Rechte von Homosexuellen argumentiert, um die Religion Islam und Länder mit muslimischer Bevölkerung in ein negatives Licht zu rücken. Sie laufen damit zu einer Art von neuen Neokonservatismus über. Die eigene Stärke und Identität wird möglicherweise geschwächt durch die Nähe zum einer außenpolitisch instrumentalisierten Bewegung zur Betonung kultureller Konflikte für Rechte von Minderheiten und Frauen.

Es führt auch in einen Kampf zwischen Minderheiten, inklusiver sich auf verschiedene Art und Weise marginalisiert fühlender Rechter, die keiner Minderheit mit einem klaren Status angehören. Vor lauter Minderheiten gibt es bald kein Volk und keine Mehrheit mehr. Mit den Minderheiten entsteht eine fragmentierte Gesellschaft, eine Identitätsbewirtschaftung. Aber das ist ein anderes Thema. Auch das ist ein Multikulturalismus. Hier stehen Universalismus und Spezifikation hier in einem Spannungsfeld. Erreichte man mit den modernen Nationen und Industriegesellschaft teilweise ein hohes Maß an sozialer und kultureller Homogenität und Kohärenz, dämmte in den 60ern – im “Konsenskapitalismus” – viele Konflikte und Konfliktlinien ein, so erinnern aktuelle postmoderne Gesellschaften mehr so, als wären sie so vielfältig wie es in der Vergangenheit nur durch religiöse Sekten der Fall war und gelungen ist.

Und gerade diese Kreisen weisen beleidigt darauf hin, Ausländer hätten es in Deutschland doch materiell besser als in ihren Herkunftsländern. Dabei ist dieser einseitige Materialismus, den das zum Ausdruck bringt, geradezu eine Entdeutschung – im Sinne des Verlusts alter Traditionen und von Familienleben! Die Deutschen heute sind etwas anders als die Deutschen früher. Diesen veränderten Tendenzen und schmerzhaften Lebenspraktiken wird dann versucht durch ökonomische Gesichtspunkte oder demographische Überlegungen eine rationale Gestalt zu geben. Thilo Sarrazin spielte hier eine fatale Rolle. Eine Gruppe Menschen haben hier die Maßstäbe der Industriegesellschaft sehr verinnerlicht, in denen es um Komfort und Geld geht. Die Qualität des Zusammenlebens und anderer Faktoren, die für die Nachfahren von Migranten oder Zugezogene relevant sind, wird ignoriert. Wie soll sich Menschen in Deutschland zu Hause fühlen, wenn sie hier diskriminiert werden oder es viel schwerer haben als die alten Einheimische? Trotzdem sind viele in der zweiten und dritten Generation hier in Deutschland geborene heimisch, sind es in ihren Städten und Regionen, sei es Hamburg, das Ruhrgebiet, in Berlin oder in Städten Süddeutschlands. Oder wie ein Bekannter von mir mit türkischen Wurzeln formulierte es mit Blick auf die Türkei und dortige Praktiken der Zensur formulierte “Deutschland ist schon geil”.

Da der eingangs beschriebene Rechtskonservative oder Nationalkonservative sich selbst nur in der Heimat wohl fühlt, geht er sowieso davon aus, dass sich jemand außerhalb seiner Heimat gar nicht heimisch fühlen kann oder in einem solche Falle sich so berechtigt fühlen sollte. Er selbst profitiert wenige von aktuellen Modernisierungstendenzen und hat auch gar nicht diese Optionen. Die Enttraditionalisierung eigener Heimat und Zugehörigkeit – inklusive eigener Familie, Arbeit und Region – und die Schwäche eigener “Identität” macht anfällig für Ersatzangebote analog zur Popkultur transportierter Populismus mit Feindbildern.

Auf der anderen Seite wäre eine Gruppe älterer Bürger in Deutschland zu sehen, die von den Liberalisierungsmaßnahmen und Politik etwa in der Ära der sozialliberalen Koalition – in beiden Punkten: moralische und soziale Sekurität – sehr profitiert hat und nun erstaut ist über die Rückwärtstendenzen jüngerer muslimischer Deutscher.

Integration meint ins Leben zu finden

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Was hat Deutschland zu bieten als Ziel? Es ist ein Spiel, bei dem es darum geht, Geld zu machen. Das ist nicht für jeden was. Außerdem kann nicht jeder Erfolg haben. Es gibt immer auch welche, die weniger gut abschneiden. Integration bedeutet erstmal wie bei allen anderen auch Loslöung von Elternhaus, möglichst Schulabschluss, Partnerfindung und Familiengründung. Arbeit und Beruf ist selbstverständlich. Doch wenn es nur darum geht, Geld zu machen, bieten sich in manchen Umfeldern auch mit einer gewissen Selbstverständnlichkeit halbseidene und kriminelle Aktivitäten an.

Seitdem es Satelitenfernsehen gibt, ist erlernen der Sprache schwieriger geworden. In den Schulen konnten die Folgen davon genau beobachtet werden. Und amerikanische Serien im deutschen Privatfernsehen sind seit 9/11 sicher nicht attraktiver geworden. Einige Jugendliche bleiben sich in der “Pubertätsaskese” stecken, widmen sich der Religion. Das hat Haupt- und Nebeneffekte. Die Sexualmoral bzw. Doppelmoral für die Geschlechter ist natürlich ein Problem. Partnerwahl und Familiengründung macht das nicht leichter. Probleme gibt es hier auch in katholischen Ländern Südeuropas.

Ein schwacher Bundespräsident Wulff hilft Muslimen und deutschen Türken nicht wirklich

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Ich finde, die Muslime in Deutschland und die deutschen Türken haben mehr als eine Figur wie Wulff verdient, die sich noch zurückhaltend für sie einsetzt und letztlich bei Sarrazin keine klare Position bezogen hat, außer Sarrazin im Konsens aus der Bundesbank zu entfernen. Wulff führte die Debatte nicht weiter. “Bunte Republik” war nicht gelungen. Und vorher hat die Aktion der von Wulff zur Ministerin gemachten Aygül Özkan mit der “Mediencharta” viel Vertrauen zerstört. Solche Debatten erfordern die ganze Kraft und keine Präsidenten, der wegen politischer Verfehlungen, wegen möglichen Leichen im Keller und Gerüchten sich nicht voll in den Dienst der Sache stellen kann.

Geschrieben von edomblog

20. Dezember 2011 um 15:07

Prügelknabe und Sündenbock Guido Westerwelle

mit 2 Kommentaren

Die teilweise vehemente und vernichtende Kritik an Bundesaußenminister Gudio Westerwelle kommt daher, dass Westerwelle für einen deutsch-nationalen Kurs und europäische Interessenpolitik steht während die GRÜNEN geradezu treudoofe Atlantiker sind und gerne Bomben auf islamische Stämme werfen, sei es in Afghanistan oder Libyen, während sie daheim sich für Multi-Kulti einsetzen.
Das ist eine imperiale Kanonenbootpolitik. Das erinnert mehr an die vaterländischen Gesellschaften im deutschen Kaiserreich.

Dass in Deutschland ein Bedürfnis nach erfolgreich abgeschlossenen Militärmissionen und beseitigten Gegnern besteht, ist ein schlechtes Zeichen. Glorie und Ruhm werden begehrt. Während innenpolitisch und europapolitisch unruhige Zeiten vorherrschen, besteht der Drang nach außenpolitischer Eindeutigkeit und klaren Feindbildern und Gegnern.

Dass die Lektion aus dem angeblichen deutschen Sonderweg jetzt sein soll, jetzt bei jedem Bombenteppich und Einsatz von Uranmunition und sonstigen Kriegsgreulen des westlichen Bündnisses bedinungslos – wie die “Nibelungentreue” gegen Österreich nach dem Mord von Sarajevo am Thronfolger -, so diese Fischer-Doktrin, zur Verhinderung von “Auschwitz” dürfe jetzt auch im Namen der NATO ohne UN gebombt werden.

Deutschland kann nicht einfach ein fremdes Land überfallen, welches die NATO nicht bedroht, nur weil Bündnispartner das wollen.

Geschrieben von edomblog

29. August 2011 um 16:49

Zur Performance von Volker Kauder und Friedrich bei Interviews: Faktischer Leistungsverweigerung und Streik der politischen Klasse

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Die Interviews von Volker Kauder in kürzlich der WAMS und von Bundesinnenminister Friedrich im letztens SPIEGEL sind so schwach, da wird Merkel wohl noch lange Kanzlerin bleiben müssen.

Ein Jahr nach Sarrazin palavert regelrecht Bundesinnenminister Friedrich da was von “Gesprächsbedarf”. Viele Deutsche machens ich einfach Sorgen um die Zukunft. Mit Islam hat das primär wenig zu tun. Deshalb wurde Sarrazin gekauft. Friedrich äußert, nachdem er eine Diskussion fordert: “An der Sarrazin-Exegese im Einzelnen will ich micht nicht beiligten.” Das ist Streik und Trotz! Sie Diskussion ist und war zu führen. Im Streit und mittels Streit müssen Radikle gestellt werden. Ohne das geht es nicht. Die Mittel sind bekannt. Wieso werden sie nicht gewählt und umgesetzt? Wieso werden die nötigen Ressourcen nicht organisiert und Projekte anvisiert?

Ein wie auch immer akzentuierter Neuanfang erscheint (auch) deswegen über kurz oder lang in der Konsequenz unvermeidlich.

Ländern mit dem Islam fehlt es mehr beispielsweise an sozialer Differenzierung als nur Aufklärung

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Westliche “Gesellschaften” nehmen über Moral und vor allem das Rechtssystem Einfluß auf sich selbst, auf ihre eigene “Gesellschaftlichkeit”. Ob man auf “Gesellschaften”, die mehr als Gemeinschaften – gar archaische – über ein religiöses Rechtssystem Einfluss optimal nehmen kann? Die soziale Differenzierung ist in anderen Ländern einfach überhaupt nicht so weit fortgeschritten. Das sind basale soziologische Fakten. Wir tun so, als könnte man mit Krieg für ein richtiges externes soziales Überzeugungssystem “Gesellschaften” modernisieren.

Viele Regionen liegen nunmal gar nicht im Modus von “Gesellschaft” vor. In Afghanistan beispielsweise herrschte 30 Jahre lang Krieg. Dort prägen die Stämme. Es sind keine Gesellschaften, sondern Stammesgesellschaften. Unser Krieg für das Gute mutet mehr einerseits wie eine Art religiöser Opfer an, damit die Welt vor Unheil und Zerstörung bewartet werde. Bewusstsein ist mit Erfahrung – auch innerseelischer – verknüpft und nicht nur eine Angelegenheit, konformes Bewerten zu lernen und abzugeben.

Wir reden hier über “Gesellschaften”, in denen der Islam angeblich vorherrschend sei, in denen aber Mythen und Aberglaube dominieren.

Geschrieben von edomblog

20. August 2011 um 01:51

Eine der Schwächen von Christian Wulff als Bundespräsident

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Wulff hätte nicht die fade Losung ausgeben sollen: “Der Islam gehört (auch) zu Deutschland …”, was schon wegen der Abstraktion und dem Vergleich mit Christentum und Judentum zu unverständlich ist, sondern klarstellen müssen, dass deutsche Muslime zum deutschen Volk gehören. Um die Religion in ihrer geistesgeschichtlichen Form geht es doch gar nicht.

Weder die Bundesregierung noch das Adenauer-Haus noch die FDP oder andere Parteien, wie die bei Sarrazin betroffene SPD, scheinen Interesse an einer ernsthaften Diskussion zu haben. Diskussionen über das Selbstverständnis sind zuweilen umgangssprachlich krass zu führen.

Salafist Pierre Vogel: Er predigt den Eigennutz und Philosophie, nicht Religion

mit 2 Kommentaren

Kennt Pierre Vogel den Unterschied zwischen Moralsystem und Rechtssystem eigentlich? Wo ist das Staatsrecht von Pierre Vogel? Vogel benimmt sich mehr wie ein Philosoph. Auf die Weise der Philosophie -also auf die Art von Ungläubigen – und nicht der Religion redet Pierre Vogel über den “Sinn des Lebens”.

Dies bestätigt sich darin, das ser sich seine Vortragspraxis in Ausführungen über Fragen erschöpft. Er verkündet nicht Allah (Gott), sondern ein Set an Fragen und bestimte Sachverhalte. Vogel rät, schreibt vor und befiehlt, Fragen solle man sich stellen. Pierre Vogel legt deutlich erkennbar und spürbar meistens doch nur Moral aus, aber kaum die Schriften, die Tradition und die Überlieferung der Muslime und der Propheten des Islams. Ein namhafter geistlicher Rechtsgelehrter ist Pierre Vogel nicht. In Gestalt des Laien und des Amateurs wirbt Pierre Vogel für sich.

Es wirkt eigentlich so, als predige Pierre Vogel die typisch katholische Werkgerechtigkeit. Es ist nie falsch, kranken Mitmschen hilfreich zur Seite zu stehen. Aber sie brauchen mehr als nur Mitleid und tatenloses Mitgefühl. Kranken zu helfen ist vor allemt mehr als Kampfessolidarität von Genossen, wie sie bei Vogel durcheint. Im religiösen Sinne ist jeder Krank, der des Heils bedarf. Deshalb heilte Jesus. Jesus Christus predigte, nicht nur den Freunden soll man Gutes tun und sie lieben, denn das täten selbst die Zöllnern. Auch sie liebten ihre Freunde (Matthäus 5,46). Barmherzigkeit gilt es zu leben, nicht nur zu preisen. Gilt die Barmherzigkeit von Allah nur denen, die “Bruder” sind?

“70.000 Engel sprechen Segenswünsche für dich – So einfach gehts”, lautet die Überschrift zu einem Video. Auf verkappte Art und Weise legt Pierre Vogel eine vulgäre Form der “westlichen” Moral ans Herz: “Wir kriegen Lohn dafür …” Das ist das Hauptthema von Pierre Vogel. Versteckt sich hier nicht offenkundig Selbstsüchtigkeit? Wer reinigt mal den Tempel dieser Salafisten? Das tat Jesus (Isa) einst dem damaligen Judentum gegenüber. Sie, die Pierre Vogel folgen, sie verscherbeln förmlich das Paradies. Aus Eigennutz soll man anderen helfen. Diese Simplifizierung und Banalisierung der Religion ist geradezu amerikanisch. Eine krude Popkultur und postmoderne Zitatversion von Islam und Koran benutzt Pierre Vogel.

Gottes Weg, das ist der Weg von Gott. Es ist Gottes offenbarte Wegweisung. Auch der Islam ist keine “technische Anleitung” in Form von Programmierbefehlen. Gottes Weg ist nicht der von Befehl von Gehorsam, von Dienst und dem Dasein als Untertan. Gott befreite, Gott sandte Propheten, Gott sendete Jesus zu uns mit der frohen Botschaft.

“Freie Übereinstimmung” vs. Gewalt

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Hat nur der Islam ein “Gewaltproblem”? Ist Gewalt in den USA, Mexiko, Südamerika, Afrika, Rußland oder China “rationaler” oder “vernünftiger”? Frauen die Männern die Kinder weg nehmen, üben auch Gewalt aus. Feministinnen üben auch Gewalt aus. Wer anderen mit Quoten die Jobs streitig macht, übt auch Gewalt aus. Und was alles Gewalt ist, dass ist bei Benjamin und Derrida ziemlich geklärt. Auch Kirchen hegen Gewalt.

Gewalt findet auch dann statt, wenn Haß und Aggression tabuisiert werden, wenn Moral die Schattenseiten der Menschen evoziert, wenn das “Gesetz” die Sünde schafft. Welche (Weg)Weisung nimmt die Gewalt von den Menschen?

Geschrieben von edomblog

3. Mai 2011 um 19:55

Veröffentlicht in Islam, Religion

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