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Der Blickwinkel von Wulff und Freunden auf die Dinge
Wulff wird es so sehen, dass er seinen Parteifreunden und Merkel einen Gefallen getan hat, sich auf die Kandidatur einzulassen, nachdem Horst Köhler zurückgetreten war. Außerdem sah er sich sicher als einer der erfahrensten (jüngeren) CDU Bundespolitiker (von den älteren vielleicht Schäuble oder Lammert).
Zudem wussten die anderen, worauf sie sich einließen bei Wulff (Stichwort Bettina Körner). Also geht Wulff davon aus, dass ihm das zusteht. Vielleicht lenkte das Boulevardpotential von Bettina Wulff zu sehr davon ab, was mit dem anderen Dreck von Wulff in Niedersachsen ist (etwa sein Agieren im Bezug auf VW und politische Altlasten oder “Leichen”).
Zudem hatte Guttenberg mit Gattin und Glamour ein erhebliches Feuer für die CSU gezündet. Die CDU brauchte einen kanzlertauglichen Nachfolger für Merkel. Da wäre bei Wulff selbst der Umweg Bundespräsident machbar gewesen. Sicher traute man auch Ursula von der Leyen vieles zu. Aber so gut findet sie nicht jeder.
In Hannover hatte man Geschmack daran gefunden, Schröder zum Bundeskanzler zu machen. Warum sollte Maschmeyer und andere zusammen im Netzwerk es nicht auch mal mit Wulff probieren? Ursula von der Leyen hätte man immer noch als Bundespräsidentin nutzen können, dies zudem damit verkaufen können, es müsse endlich mal eine Frau werden
Christian Wulff war vor allem der Bundespräsident von Guido Westerwelle
Wulff war vor allem der Bundespräsident von Guido Westerwelle. Denn Angela Merkel äußerte sich kryptisch über Wulff, war platt nach zwei Wahlgängen. Roland Koch drehte vor dem dritten Wahlgang intern auf. Und Guido Westerwelle legte auf FDP Geschlossenheit extrem wert. Das konnte jeder sehen und mitbekommen. Merkel hat doch über Wulff gesagt “und der Zukunft zugewandt” (BAMS und FAZ). Und Wulff schrieb ein Buch mit Titel “besser die Wahrheit”. Merkel hat Niedersachsen vom Regierungschef Wulff befreit und die CDU von stellvertretenden Bundesvorsitzenden Wulff. Das sind Fakten. Die FDP hätte nach zwei Wahlgängen sagen können, dass sie die Abstimmung im letzten Wahlgang frei gibt. Wulff wäre nicht nötig gewesen. Im dritten Wahlgang wäre auch ein ganz andere Kandidat als Gauck oder Wulff möglich gewesen.

