Archiv für die Kategorie ‘USA’
Freiheitsstatue
Von der Ruck-Rede von Roman Herzog zu Web 2.0 und “Social Media”
1997 hielt Roman Herzog unter dem Eindruck der “New Economy” und einer Deutschland und Europa enteilenden US-Ökonomie und den asiatischen Tigerstaaten die “Ruck Rede”. Nun ist erkennbar, dass dieser Ruck, der vom Internet ausgeht und von der Entwicklung unserer Gesellschaften ganz anders aussieht, sich anders ausgestaltet. Vor allem ist die Technik nicht rein als Instrument zu sehen, welche die menschlichen Handlungsmöglichkeiten oder Handlungsmacht beliebig erweitert und steigert. Mit dieser Erfahrung haben oder hatten es sich viele immer noch und trotz aller gegenteiliger Erfahrung relativ bequem gemacht. Die Reichweite der eintretenden Modifikationen ist viel weiter.
9/11 – Supermacht USA von der geordneten Republik zum Empire im Ausnahmezustand
Sheldon Wolin (2008:1999, Princeton University Press) spricht bezüglich der USA von: “The new militarism, glorifying war and sacrifice, and boasting an imperial reach, is being made is being made an integral element of the public piety so conspicuous in American politics.”
Allgemein gilt: Wer seine Gefolgsleute in Untaten und Verbrechen verwickelt, schafft sich unbedingte Gefolgschaft bis zum bitteren Ende.
Reue, Einsicht und Vergebung sowie Versöhnung und Wiedergutmachung haben es manchmal schwer.
Reinwaschung – auch von Blut – ist einfach, wenn sie katholisch sind und bei der diskreten “Ohrenbeichte” mitmachen.
Ein echter römischer Censor? Der amerikanische Senator Robert Byrd
Probiert Sarah Palin protofaschistisch eine “nationale Wiedergeburt” in den USA?
Sarah Palin und Beck widmen nationale Symbolik um. Also nationale Wiedergeburt wäre vom Gedankengut schon relativ nah an den Ursprüngen des Faschismus. Palin plädiert für Ehre und Militär. Die Frau ist ein wie eine Art aufgedunsenes einstiges “Sport Illustrated Swimsuit Issue” Girl.
Das Ordinäre macht an
Ihre attraktive Anziehungskraft kommt daher, dass jeder marginalisierte Kerl glaubt, sie haben zu können. Denn das Ordinäre ist verfügbar und erreichbar. Die Bilder auf ihrem Buchcover und weitere Fotos arbeiten mit Motiven, die mit der analytischen Tiefenpsychologie von Carl Gustav Jung optimal analysierbar sind.
Frivolität übertüncht Obszönität
Sie überspielt mit Frivolität die politische Obszönität ihrer Stoßrichtung. Ihre banale Sprache verharmlost die gesellschaftlichen Folgen der Agenda. Sie verwirklich die Programmatik der Neocons.
Ein neues Sparta? Rural Amerika? “It takes a village”!
Selbst Daniel Bell zitierte im Klassiker “Cultural Contradictions of Capitalism” in den 70ern Leo Strauss zum amerikanischen Dorfleben. Aber die Probleme gehen tiefer. Der Mythos des intakten Ursprung und der Mythos der Familie zeigt sich auch programmatisch bei Hillary Clinton in ihrem Werk “It takes a village.”
Reaktionärer Rückschlag: Gemeinschaft statt offene Community?
Hier wird aus dem progressiven protestantischen Paradigma “Community” dann wieder die rurale Gemeinschaft, die nah an Blut und Boden ist. Zumindest geht es um eine Dualunion mit der Mutterde in einem ziemlich wortwörtlichen Sinne.
Jonah Goldberg titel ein Kapitel in seinem lesenwerten Überlick “liberal facism” mit “brave new village”.
Verstehen “Heidegger’s Hippies” in Kalifornien eigentlich was sie reden?
“The human addiction to myth is dangerously incompatible with its technological sophistication – as usual.”
Die formative Phase der 60er steht unter dem Einfluss der Rezeption von Heidegger an der Westküste der USA. Aus dem maßgeblichen Einfluss von Heidegger auf Sartre und Simone de Beauvoir und den französischen Existenzialismus, aber auch wichtige jüdische Exilianten, erwuchs die für die USA nicht zu ignorierende Bedeutung von Heidegger, die einen besonderen Einfluss in der “Counterculture” entfaltete.
Link Text “Heideggers’s Hippies” (1999), ein Konferenzbeitrag von einem australischen Dozenten, zur “Information Society” und Heidegger. Der sozialistische oder linke Autor kritisiert die Denke und Singsang vom “Third Way”.
Ein Zitat zum Punkt Interessen:
“Some will tell you they were in Paris or Berkeley or Chicago in ’68, just to show you how credible and revolutionary they really are, and to show you, via their sophisticated subtext, how pointless revolution is, how all interests can be reconciled by ‘conciliatory processes’ or ‘healthy dialogue’.”
Für die deutsche Soziale Marktwirtschaft von Alfred Müller-Armack war das Prinzip des Ausgleichs konstitutiv. Philosophisch profiliert hattes es Max Scheler. Eine “materielle Wertethik” leitete die Gedankenführung. Den “Dritten Weg”, den man in Frankreich und Deutschland in der Zwischenkriegszeit und nach dem Krieg suchte, hat nichts mit dem Mythos von “Third Way” gemeinsam, den Giddens für Tony Blair proklamierte.
Zitat Leo Strauss 1930
„Wir müssen wirklich ganz von vorne anfangen. Wir können ganz von vorne anfangen: uns fehlen alle polemischen Affekte gegen die Tradition (haben wir doch nichts, von wo aus wir polemisch ein könnte); und zugleich ist uns die Tradition völlig entfremdet, völlig fragwürdig.“ [Hervorhebungen im Orginal]
„Wir sind noch viel tiefer unten als die Höhlenbewohner Platons.“
Manifeste Strukturprobleme, nicht affektive Stimmungen in Umfragen sind unbeugsame Quellen, die der Koalition übel mitspielen
Das Problem der Bundesregierung und der Koalition sind nicht die affektiv gefärbten Stimmungen in Umfragen. Quelle der Probleme sind manifest wirksam werdende Strukturfragen der Gegenwart:
a) die Zukunft der bürgerlichen Mitte
(neue Unterschicht, Prekarisierung, Exklusion, soziale Polarisierung, kulturelle Fragmentierung, neue Bürgerlichkeit, soziale Gestaltungsanspruch kulturellen Zentren als Avantgarde, die Gestaltung von Schulen und Universitäten, )
b) die Zukunft der “jungen” Generation: Politische Anspruch der Alterskohorten von 20 bis 50
(“Generation Praktikum”, “Generation 30″, “Generation Reform”, “Leben in der Dauerkrise”)
c) die Finanzkrise und der Einfluss auf die Politik aus dem Finanzsektor
(EZB; Soffin, BAFin, BMF, Verbraucherschutz, Landesbanken, Sparkassen, Volksbanken, Basel III, Währungsunion, Haftungsgemeinschaft, Wechselkurse, Zahlungsbilanz, Handelsbilanz)
d) die Frage des Steuersystems und die Subventionenen und Steuerbegünstigungen der Wirtschaft
(Petersberger Beschlüsse 1996, Bierdeckel von Merz, 25% Kirchhof, Flattax, effektive Besteuerung, Steuerquote, Abgabenquote)
e) die Gesundheitsfrage, das verschachtelte Pharmawesen und das Standeswesen der Ärzte
f) die Ordnung des Mediensektors im Zeitalter von “Web 2.0″ (Informationsgesellschaft) und “Social Media” (Multimedia)
(GEZ, Netzneutralität, Private vs. Öffentlich-Rechtliche Sender, Google vs. Verleger, regierungsnah vs. kritischer)
g) der “Impact” von “Social Media” auf Politik und Gesellschaft als unbändige Welle und Peitsche
(mobiles Internet, Twitter, Soziale Netzwerke, Führungsanspruch der “kreativen Klasse”)
h) die desolate Lage der FDP in Umfragen bei gleichzeitigen Spitzenwerten für die Grünen
(das volatile Wahlverhalten der Besserverdienden und die Unruhe bürgerlicher Kreise)
i) die Lage der CSU und die 5% Grenze als Symbol und Gefahr für die Europawahl
(Quo vadis Bavaria?)
j) der leere Bundeshaushalt und keine verfügbaren Geldmittel zum Befriedigen von Gruppeninteressen
(eine echte Crux im Verbändestaat)
k) die Abhängigkeit von der Geldpolitik der EZB, dem Zinslevel und der Weltkonjunktur für Haushalt und Arbeitsplätze
l) die Zukunft des EURO
(Vertrauen, Glaubwürdigkeit, Treue, Beständigkeit, Solidität,
Wahlversprechen der CDU 1998 “hart wie die DM”, Staatsräson vs. Europa?)
m) das Leiden der CDU unter dem beschädigtem Katholizismus, der sich selbst abwickelt
(Papstum, Monarchie, Gerontokratie, Zölibat, Frauenbild, Hierachie, Gedankenfreiheit, Reste von Reservaten für Kampf gegen Moderne und Demokratie. Das kann jedoch zugleich erhöhte Aktionsfähigkeit bedeuten.)
n) der neue Primat des Staates in der Wirtschaft in Deutschland und den USA
o) Eine Art neuer Primat des transatlantischen Verhältnis für EURO, EU und Bundeswehr in einem “great game”?
p) das ökonomische Auseinanderdriften der USA und Kerneuropa
(Eine neue Form der “Zwiemoral” (Johannes Gross), die Zwietracht erzeugt?)
Gegen Verhüllung und Geheimnistuerei: Wikileaks oder der christliche Freimut beim Apostel Paulus
“Jeder Art von Verhüllung und Geheimnistuerei habe ich abgeschworen. Nur wer sich schämen muß, hat etwas zu verbergen.”
Paulus, 2. Korintherbrief 4,2
Der Text entstammt der vom Neutestamentler Prof. Dr. Klaus Berger und seiner Frau, der Sprachwissenschaftlerin Christiane Nord, vorgelegten Übersetzung. Erschienen im Insel Verlag 1999 unter dem Titel “Das Neue Testament”, hier Seite 119.
Die Postmoderne in Amerika in der Kritik im Werk der „menschlichem Makel“ von Philip Roth
Philip Roths Roman „Der menschliche Makel“ exemplifiziert par excellence die Schaffensmacht eines großen Dichters in seinem Streben nach Ruhm.
Roths Meisterwerk mag zugleich ein hervorragendes Beispiel dafür zu sein, wie anwendungsmächtig die gadamer’sche Hermeneutik in ihrem steten Hinweisen sein kann, es komme im Hinblick auf die Antwort bereits darauf an, welche Frage man an einen Text stellt. Roths Roman ist so reich an möglichen Bezügen, dass jeder Interpret dieses Meisterwerks vor einer außerordentlichen Herausforderung steht. Insofern neigt der dann jeweils faktisch eingenommene perspektive Ausgangspunkt dazu, jegliche Erkenntnis zu determinieren. So kommt z.B. Kinzel (2006) mit einem am Denken der Straussians geschulten Instrumentarium lediglich zu dem Instrumentarium entsprechende Ergebnissen. Kinzel scheitert daran, die selbst wiederholt festgestellte Vielstimmigkeit und Offenheit des roth’schen Spätwerkes zu verstehen, zuzugestehen und einzugestehen. Der Fülle des coeuvre von Roth wird im Zuge des Erhellens einzelner Motive insgesamt interpretatorisch Gewalt angetan.
Roth spielt in seinem Alterswerk gekonnt mit den großen Traditionen des Abendlandes zwischen Griechentum, Judentum und Christentum. Insgesamt produziert Roth dabei eine derartige Menge mögliche Bezüge und nutzt Sprache spielerisch mit einer Verve an zahlreichen Anspielungen und intertextuellen Bezügen, das eine eindeutige Interpretation unmöglich ist. Obwohl Kinzel (2006:22) die ungewöhnliche Reichhaltigkeit des jüngeren Werk von Roth ausdrücklich bemerkt, werden daraus keine Schlüsse im Hinblick auf die Methodik der Interpretation unternommen. Natürlich stellt Roth fundamentale Reflektionen über die menschliche Existenz an. Doch in seiner jüdischen und amerikanischen Perspektive kann Roth nicht auf eine fein säuberliche Scheidung nach in die Ursprungsteile des alteuropäischen Denkens festgelegt werden. Roth entpuppt sich als heterodoxer Denker genuin eigener Qualität und Originalität. Dies erscheint angemessener, da das Element des Dissidenten besser zu Tage tritt als in einer belasteten Kategorie wie „reaktionär“.
Roth greift vielmehr die Kategorie der klassischen Ästhetik selbst an, als dass er Reinheit und damit verbunden das Element der Steigerung angreift und als Utopie verwirft. Damit fordert Roth lediglich einen anderen Amerikadiskurs ein und verwirft Reinheit als regulative Idee des Fortschritts. Damit folgt Roth einem Element postmodernen Denkens. Insofern man Amerika als typisch für die Postmoderne und als Fortschritt gegenüber der klassischen Hochmoderne begrifft, folgt Roth – anders als Kinzel es oberflächlich sieht – sehr wohl einem fortschrittlichen Amerika.
Damit legt Roth gerade die vielfach für das postmodernes Denken charakteristische Intention einer Privilegierung des Heterogenen vor dem Homogenen als klassisch tragisch gegen die eigenen guten Intentionen gescheitert bloß.
Es wirkt deshalb hilflos, wenn Kinzel sehr akademisch unermüdlich vergleichbar brilliante – jedoch keinesfalls zwingend vergleichbar originelle – Denker wie Gomez Davila, Max Scheler, Camile Paglia oder Harold Bloom heranzuziehen.[1]
Hier wird vielmehr deutlich, wie gelungen sich Roth jeglichem „labeling“ meisterlich entzieht. Meine These ist vielmehr, dass Roth darauf verzichtet eine alteuropäischen Traditionsstrang zu privilegieren. Vielmehr überlässt Roth als Individualist jedem selbst sein Urteil, was auch Kinzel (2006:20) zugibt.
Hier wird vielmehr deutlich, wie gelungen sich Roth jeglichem „labeling“ meisterlich entzieht. Meine These ist vielmehr, dass Roth darauf verzichtet eine alteuropäischen Traditionsstrang zu privilegieren. Vielmehr überlässt Roth als Individualist jedem selbst sein Urteil, was auch Kinzel (2006:20) zugibt. Roth schließt sich nämlich durchaus einer Richtung an, die den Diskurs der Postmoderne goutiert. Mit der von Kinzel korrekt benannten Polyphonie weißt Roth ein typisches Merkmal des postmodernen Erzählens auf (hier einschlägig: Peter V. Zima 1997).
Das Vorgehen von Kinzel erscheint müßig, insofern Roths bekanntermaßen umfangreiche Bezüge zur menschlichen Sexualität als Merkmal des Spätwerkes heraus gestellt werden. Sie sind ein generelles Merkmal des Gesamtwerkes.
Hier verbindet sich lediglich die im Vergleich zur christlichen jüdische Unaufgeregtheit bezüglich der Sexualität mit allgemeiner jüdischer Aufgeregtheit und griechischer Darstellungsfreude. Gerade in der Darstellung enterotisiert und entsexualisiert das vermeintlich Obszöne.
Es bleibt Geschmackssache, ob man die für einen Schriftsteller von der Güte Roths typische Ausdruckskraft zum Ausgangspunkt einer Interpretation macht, die aus seiner Respektlosigkeit eine Boshaftigkeit macht. Roth wendet sich lediglich gegen eine angebliche progressive emanzipatorische „Politisierung der Lust“ (Dagmar Herzog). Geradezu anstrengend bemüht wie hilflos wirkt die beständige Intention Kinzels, Roth zwanghaft auf das Einordnungen in die Tradition eines Überlieferungszusammenhages mit Nietzsche festzulegen. Damit ist mehr einer potentiellen Aufwertung Nietzsches gedient, der nun ohnehin als populärer Quellen zur Anregung bekannt ist, als dass das spezifisch eigene von Roth deutlich wird. Nebenbei attackiert Roth die Glaubensgrundsätze der amerikanischen „kulturellen Linken“ (Rorty) und ihrer Vernarrtheit in Identitätspolitik.
Nicht nur entpuppt sich der Kommunismus als „Utopie der Säuberung“ (Gerd Koenen) oder lässt sich der Holocaust als ein Unternehmen zur industriellen Reinigung des Volkskörpers verstehen, wie es sich im Stellenwert des Gedanken der Homogenität bei Carl Schmitt entpuppt, sondern auch Amerika wird als ein Ort der Säuberungstendenzen wiederholt von Schuld heimgesucht.
Eine reinigende und säubernde Putzfrau in einem protypischen Elitecollege an der amerikanischen Ostküste namens „Athena“ erweist sich als diejenige, die dem gealterten Professor als geneigte „Sophia“ ohne Kinder bzw. als eine Diotima bzw. eine Art „Animagestalt“ (Jung) auch dem Leser das großes Glück und Erkenntnis bringt. Die Wahrheit liegt also im Dreck, in der untersten denkbaren Hierarchie der akademischen Welt. Will Roth suggerieren, die amerikanischen Studenten wären eigentlich sowas wie Reinigungskräfte, die immer noch vom Land kommen? Ihr gegenüber stellt er die Figur der virtuosen postmodernen Feministin aus Frankreich, die an sich selbst verzweifelt und frustriert in ihrem Begehren ist, das sozial hochnormiert ist, weil es “rein” und “sauber” sein muss. Sie vermag es nicht, sich von den Lasten ihrer Herkunft zu lösen und den Auftrag, eine reife Identität zu entwickeln, zu erfüllen.
Darin liegt gerade die Ironie der postmodernen Besessenheit von Kultur und Identität: Sie stellt im Gefolge Heideggers den Ursprung, d.h. die Vergangenheit und das Erbe, über die kommende Zukunft, welche zudem noch gegenüber einem Jenseits abgwertet wird. Somit hält sich der Menschen darin wie in der Höhle Platons gefangen. Währendessen führt Roth mehrfach das Scheitern wesentlichen “postmodernen” Denkens in der Praxis vor, da es sich selbst gegen seine Intentionen widerlegt.
Amerika als Utopie einer geradezu neuen Geburt oder Wiedergeburt des „eigentlichen“ Menschen? So ähnlich wie Hannah Arendt es mit ihren Reflektionen über die Natalität des Menschen entwirft, so entwickelt Roth eine merkwürdige Vernarrtheit gegenüber der Vergangenheit. Wo ist das „Goldenes Zeitalter“, dessen Wert in Deutschland Helmut Plessner so sehr betonte? Wie definiert sich Amerikan bzw. was machen die offiziellen Definitionen und deren tragende Mythen aus Amerika?
[1] Für Kinzel entzieht sich augenscheinlich die Ästhetik der Politik. Da jedoch die Politisierung von Ästhetik und Kultur der Hauptzug der Postmoderne darstellt, die zugleich die politische Qualität von Ästhetik und Kultur verneint, entgeht Kinzel in seiner Nähe zum traditionellen ästhetischen Aristokratismus, der Nähe zum entchristlichten Katholizismus „georgischer Prägung“ aufweist, die Problemstellung bei Roth. Kinzel insistiert sehr alteuropäisch auf der Privilegierung zwischen Leben und Kunst, die Susan Sonntag, welche u.a. bei Leo Strauss studierte, wirkungsvoll kritisierte.


