"Das Politische anders denken"

Frühling der Bürgerlichkeit?

Archiv für die Kategorie ‘Sexualität

Die Gürtellinie

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Wenn bei manchen Politiker das Gehirn zu oft zwischen die Beine rutscht, muss man eben auch mal unter die Gürtellinie zielen, damit das Blut wieder in den Kopf steigt und das Gehirn arbeiten kann.

Wider die GRÜNEN Männerreformer und den Marsch in die total entspannte “tantrische Gesellschaft”

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Lasche Männer führen zu Ersatverwirklichung von Frauen mit Ökologie oder Kindern und Ekstase und Lust ist wichtiger als Empathie. Das muss man diesen komischen GRÜNEN Männerreformern mal deutlich sagen. Die wollen einfach vermeiden ihren Mann zu stehen und kuscheln nur. Was hilft denn Verzicht auf Wachstum und Profit, wenn die Frauen dann als Mütter ihre Kinder mit Überehrgeiz und Ökomoral quälen? Und diese ganze Scheiße mit Gelassenheit, Zufriedenheit und Ausgelichenheit sowie Harmonie verleugnet Leidenschaft und Glück.

Worauf die GRÜNEN da teilweise hinsteuern, kopiert die katholische Kirche in ihren negativen Seiten. Von zwar Sex, Moral bis Verkleinerung des Menschen im Namen der Ökologie und einer falschen Menschenliebe bei Integration. Und es glaubt doch keiner, dass diese Scheißtoleranz in Ehen in Universitätsstädten besser als die alte bürgerliche Doppelmoral ist. Um Liebe geht es da doch nicht, eher schon, sich selbst mit wenig Rücksicht im Namen der Toleranz, Liberalität und Weltoffenheit auszuleben.

Die “Schmerzensmänner” (Nina Pauer): Sind sie Orgasmusprobleme und depressiv?

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Die “Schmerzensmänner”-Debatte. Da steht: “Doch genau an diesem letzten Punkt ist der junge Mann falsch abgebogen. Er weiß nicht mehr, wann es Zeit ist zu kommen. Statt fordernd zu flirten, gibt er sich als einfühlsamer Freund.” – Ich muss sagen, es gibt wirklich schlimme Männer in Berlin.

Die kommen allerdings aus den USA. Die sehen echt strange aus, noch anders als der Hipster. Der Mann kommt nicht? Diese Textstelle wurde in der WAMS am Wochende extra herausgenommen. Wurde Nina Pauer richtig verstanden? Wäre kein Wunder bei Antidepressiva. Wenn die Männer depressiv sind, dann ist auch nichts mit Selbstbewusstsein, outgoing, offensiv sein und so. Und kommen sie nicht oder dauert es zu lange, tut der eventuell Sex weh.

Es gibt auch chronisch milde Depression: Dysthymia. Ist der Hipster latent depri? Oder steht er nur für eine Weltflucht?

Also Erstmal einige Fragen vorab klären:
1. Haben “Schmerzensmänner” Orgasmusprobleme
2. Wie depressiv sind sie?
3. Was nehmen sie für Tabletten oder Drogen?

Geschrieben von edomblog

31. Januar 2012 um 01:35

Ein Antwortversuch auf Antje Schrupp: Habt acht auf die Leitbegriffe Damen, sonst leidet ihr ebenfalls

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Anjte Schrupp hat gebloggt und es mit dem Titel versehen: “Mehr Souveränität in Liebesdingen.” Das richtiet sich im Modues des Anrufens an die Geschlechtsgenossinnen (“Damen”). Dazu ist zum einen sagen, so wie ich es sofort umgehend kommentiert habe: “Das mit Königinnen vs. Prinzessinnen ist exakt meine Meinung. Ob Souveränität der richtige Leitbegriff ist, da bin ich mir weniger exakt sicher. Ich würde mich freuen, wenn diese Geschichte mit dem Frosch im Märchen und dem Prinzen einmal von Seiten der tiefenpsychologischen Märcheninterpretation erläutert werden würde.”

Ich bemerke weiter dazu: Also die Perspektive, es müssten NEUE und GRÜNDE her halte ich für den Diskurs in einer Subkultur. Wer Deckung aus einem Vorrat an Gründen sucht, der oder die ist zu diskursverliebt. Über Motive mich mit einer Frau zu vereinigen war ich noch nie in einer Unklarheit, die einen derartigen Diskurses bedürfen würde oder Aufbau einer neuen Deckungreserve.

Gut ist das Fazit im Ende mit Königin vs. Prinzessin. Ob der Leitbegriff der Souveränität taugt, sehe ich als weniger unumstritten an. Er wird schließlich innerhalb der politischen Theorie und im Staatsrecht durchaus verabschiedet. Das ist ein Überrest des Neostoizismus in der frühen Neuzeit, gerade wenn es um ein Leitbild für Personen und Führer geht.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich etwas zu den Worten “Privilegienmuschi” und “Privilegienschwanz” sagen. Ohne Schwanz ist eine Privilegienmuschi nicht privilegiert. Und wenn schon heißt das bitte schön “Privilegienphallus” und nicht “Privilegienschwanz”. Letzteres nur für manche sozialadäquat.

Übrigens kommentierte Rüdiger Altmann einmal wie folgt: “Die Emanzipation der Frau kennt ähnliche Folgen: noch intensivere Anpassung an die Arbeitswelt, weiterer Verlust der den Frauen zustehenden Rolle in der gesellschaftlichen Kultur, Freigabe für den sexuellen Konsum, mehr Freiheit also, aber auch mehr Friedlosigkeit.” (Abschnitt “Enttäuschte Welthoffnungen”)

Ergänzung 30.1.2012:
Im besonderen mag das stimmen, nur wenn man das Allgemeine ganz als Kategorie tilgt, es als Essentialismus benennt – wobei ich das Konzept des Essentialismus mehr substanzontologisch deuten würde, dann bedarf es tatsächlicher neuer Gründe. Aber die Liebe und das Lieben ist selbst der Grund des Lebens und aller Dinge. Ansonsten würde ich mich Gehlen und Habermas Gründe und Motive trennen.

Einwurf: Die Unlust, nur Abschnittspartner zu sein

mit einem Kommentar

Kenneth Gund (http://ktgund.posterous.com/) bringt sich wie folgt in die aktuelle Debatte, die Nina Pauer (aktuelles Buch “Wir haben keine Angst”) in der ZEIT anstieß und auf die Julia Seeliger im FAZ.NET Blog reagierte, Christoph Scheuermann einen Essay im SPIEGEL (“Lieber nicht”) veröffentlichte und heute im FAZ Feuilleton von Jenny Friedrich-Freksa “Küssen kann man nicht alleine” ein weiterer Beitrag fortgeführt wurde. CChristoph Scheuermann schrieb im SPIEGEL (Druckausgabe) dabei eher über die Dreizigjährigen. Julia Seeliger meinte keck: “Richtig küssen, Frau Pauer“. Ich verweise auf meine in diesem Blog publizierte Zeilen “phänomenologische Medidation” über die Liebe. 2007 stieß bereits Ariadne von Schirach eine Debatte über Verbreitung von Pornographie und Unlust und fehlende Bereitschaft und Anwesenheit von Männer in Berliner Clubs, die zum Buch “Tanz um die Lust” führte. Gegenüber Friedrich-Freksa ist zu betonen, dass Eva Illouz das Problem der Autonomie bereits in ihrem vorletzten Buch (“Die Errettung der modernen Seele”) ausgebreitet hatte. Ich empfehle auch “Okkupiert die Ehe!” von Teresa Bücker.

In diesen Dingen bin ich ein erzkonservativer Knochen, stehe mir damit vielleicht manchmal selbst im Weg. Aber ich habe Prinzipien und die Gewissheit, dass ich als Mann nicht unter Druck stehe.
Warum soll ich mich mit einer Frau einlassen, die selbst nicht weiß, was sie will, der Spaß wichtiger ist als Treue, die vordergründig einen Gentleman sucht, eigentlich aber lieber jemanden will, den sie formen kann, die große Emanzipation vorgibt, aber doch lieber jemanden hätte, der erfolgreicher, reicher und von höherem sozialen Status ist?

Zugegeben, ich bin mit 1,71m nicht gerade imposant, habe als Student mehr geistigen als materiellen Reichtum zu bieten und mit exzessiven Parties konnte ich noch nie etwas anfangen.

Ja, ich bin einer dieser vergeistigten, zurückhaltenden Männer. Wenn “Frau” emanzipiert sein will, dann darf sie auch gerne die Initiative ergreifen und sagen was sie will. Das weiß “Frau” aber selbst meist nicht und macht das den Männern dann zum Vorwurf, wenn diese keine Lust auf Abenteuer haben. Männer sind keine kalten Maschinen, auch wir haben Gefühle – auch wenn wir damit nicht permanent hausieren gehen oder diese der Öffentlichkeit mitteilen.

Ich habe keine Lust, der Abschnittspartner zu sein, der für “Frau” gerade als nette Unterhaltung genehm ist, aber darüber hinaus bitte nicht zur Last fallen und schon gar nicht beleidigt sein sollte, wenn er plötzlich nicht mehr in die Lebensplanung passt oder durch ein besseres Modell ersetzt wird.
Genauso wenig will ich das abgelegte Spielzeug von irgendwelchen “Alpha”-Männchen haben, wenn “Frau” irgendwann auf den Trichter kommt, dass Arschlöcher doch nicht der Bringer sind. Auch Frauen mit dem Erfahrungshorizont einer Professionellen brauche ich nicht, besagte Berufsgruppe ließe sich auch für Geld ganz unverbindlich haben und Kinder von fremden Männer will ich auch nicht großziehen.

Ich bleibe bewusst allein. Ich bin mein eigener Herr, ich kann essen was ich will, ich kann leben wie ich will, ich kann mein Geld für Dinge ausgeben die ich will. Ich bin ein Individuum, keine formbare Masse, die man nach irgendwelchen Launen oder gesellschaftlichen Trends kneten und formen kann.

Das Leben ist kein Ponyhof. Andere Menschen sind kein Spielzeug und keine Verfügungsmasse. Man darf sich nicht über “soziale Kälte” beklagen, wenn bereits in dieses persönliche Umfeld von Egoismus und Ideologie überzeichnet ist. Traditionelle Werte wie Respekt und Treue sind kein Fall für die Mottenkiste. Nur wenn beide Partner bereit sind Kompromisse einzugehen, kann Partnerschaft funktionieren. Dazu gehört aber auch ein attraktives Angebot – meine Zeit verschwenden kann ich auch alleine.

Leider ein Trauerspiel: Katholische Würdenträger im Christentum

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Ich sage es nicht gern: Manchmal muss man nur in die Gesichter mancher katholischer Würdenträger um zu sehen, dass das alles Jungfrauen sind. Sie können 80 sein, sind aber immer noch halbe Kinder. Außer gegenüber der Mama wissen sie nicht, was es bedeutet, eine Frau glücklich zu machen. Es ist übrigens auch ein Männerbild, dass ohne Vaterschaft auskommt. Auch in diesem Sinne stellt “verweiblichtes Verhalten” in der katholischen Hierarchie ein Problem für die gesamte Christenheit dar.

Die Fixierung auf das Kondom hat Papst Benedikt auf einen wahrlich einsamen Höhepunkt gehypt. Nun bedeutet ihm eine Fixierung gerade die unerwünsche “Banalisierung der Sexualität”. Genau die wurde jedoch erreicht. Außerdem wurde in einigen Artikeln von Journalisten das Kondom banalisiert. Das trifft auf die Texte von Klaus Badde und Daniel Deckers zu.

Es ist ja die katholische Kirche, die mit ihrer Lehre einen zutiefst piefigen, schwerst und hochgradig dörfischen Kult um die Sexualität veranstaltet, in der Verdammung als Sünde sich mit Lässlichem und Gnade abwechselt. Der Zölibat stellt ein Sexualopfer dar. Kastraten gibt es heute zwar nicht mehr, aber es grenzt an Selbstverstümmelung. Es opfert auch die Liebe. Insofern sind es unerfüllte, notorische Romantiker.

Letztlich stellt sich die Frage, ob die katholische Kirche in der Lage ist, ein Verständnis von Sexualität zu überwinden, in dem der Eros philhellenistisch der “spielende Knabe” bleibt. Ob Papst Benedikt überhaupt versteht, was Liebe ist, wenn er schreibt (2006:40): “Gefühle kommen und gehen”? Dies ist das überholte platonistische Verständnis, welches Gefühle als Seeleninhalte versteht.

Es bleibt ein Trauerspiel, wie sich die katholische Kirche mit ihrer Theologie und Sexualmoral selbst zusetzt. Im Kern ist das kein Problem der Moral, sondern ein Problem der Theologie. Dabei ist der Zölibat nichtmal ein Dogma. Zölibat ist eine symbolische Selbstkastration. Das steht sogar in Tradition heidnischer Priesterkulte der “Großen Mutter”. Die hatten sogar männliche Prostituierte, zugleich Priester. Wird so rund, warum der Papst männliche Prostituierte auffällig erwähnt?

Für die deutsche Christdemokratie stellt sich die Frage: Was bleibt ohne Kirche von den europäischen Volksparteien?

Literatur: Bendikt XIV.: Gott ist die Liebe. Die Enzyklika “Deus caritas est”, Herder 2006

Gastbeitrag: Leiden am Sex: Über die emotionale Überforderung durch das libertäre Scheinselbstverständnis der Gesellschaft

mit 2 Kommentaren

von Jan “Pettre” Petter

Eigentlich habe ich mir schon seit Monaten vorgenommen, einmal über die schwierigen, aber alltäglichen Themen Beziehungsleben, Liebe und Sexualität zu bloggen. Wir sprechen darüber nur selten konkret, dafür umso öfter verklausuliert oder betont emotional. Beides gefällt mir nicht und dient letztlich wohl auch nur der Distanzierung. Dennoch oder gerade deswegen beschäftigen mich diese Themen sehr und (natürlich) auch unpersönlich und grundsätzlich.

Ich halte es für einen großen Fehler, dass wir uns heute gegenüber der Vergangenheit überlegen und wissender fühlen. Zumal diese Einschätzung nicht auf fortschreitender Aufklärung und hinzugewonnenem Bewusstsein basiert, sondern nur auf kulturell und gesellschaftlich transportierten Bildern. Woher das kommt, weiß ich nicht genau und will es hier auch nicht größer erörtern. Ich glaube allerdings, dass diese selbstgewisse Haltung dazu führt, dass wir uns für grundsätzliche Gedanken oft zu sicher und beschäftigt fühlen. Die dadurch erschwerte Charakter- und Wunschbildung überlagern wir umso öfter durch Konsum und Teilhabe an moderner Gruppenbildung. Damit meine ich besonders die ritualisierte Teilhabe an „etwas großem“ (nein, kein Gottesdienst) oder die Hingabe zu neu entstandenen Subkulturen mit eigenen Riten und Werten.

In diesem Wirr-Warr neuer und alter Selbstverständlichkeiten verlieren sich nicht wenige junge Menschen auf der Suche nach Liebe, Partnerschaft oder einfach dem richtigen Umgang mit der eigenen Sexualität. Heute gibt es vermutlich keine gesellschaftliche Institution, die diese Prozesse ernsthaft nachvollziehen und pädagogisch aufbereiten kann. 2011 ist der Aufklärungsunterricht eine verspätete Biostunde mit erhaltenem Kicherfaktor und verlorenem Sinn. Andere Themen wie Beziehungen, Partnerwahl oder alternative Sexualwünsche werden meist erst gar nicht thematisiert und gelten als reine Privatangelegenheit.

Dabei hat die Emanzipationswelle der 60er und 70er bis heute längst nicht alle Bereiche erreicht. Zumindest in meinem jugendlichen Umfeld, der süddeutschen Peripherie bei Stuttgart, haben sich bis heute nahezu durchgängig die alten Rollenmuster gehalten. Diese Beobachtung dürfte vermutlich auch auf viele andere Regionen zutreffen. Die Gruppe der (aus eigener Sicht) emanzipierten Bürger beschränkt sich daher zumeist auf Babyboomer aus dem linksliberalen Milieu. Jedoch waren auch hier die Epizentren der Emanzipation meist soweit entfernt, dass die praktizierte Realität nur wenig mit den Theorien Alice Schwarzers zu tun hat. Oft beschränken sich aufgeklärte Erwachsenen-Beziehungen daher auf kulturelle Progressivität und leben ansonsten in den altbekannten Mustern. Umso klassischer sind eigentlich die Verhaltensweisen meiner Generation geblieben. Viele Mädchen und junge Frauen fühlen sich mit ihren Gefühlen offensichtlich alleine und finden nach der relativ klar definierten Welt der Familie keinen vergleichbaren Rahmen für eine partnerschaftliche oder sexuelle Entwicklung. Umso klassischer suchen sie oftmals Halt in Freundschaft und Beziehungen. Da unter Gleichaltrigen jedoch selten ein Zuwachs an Erkenntnis oder Sicherheit zu finden ist, konzentriert sich dieses Verlangen umso stärker auf die klassische Beziehung zu einem älteren Jungen oder Mann.

Viele werden einwenden, dass dies schon immer so war oder dass Mädchen und junge Frauen reifer sind als ihre männlichen Altersgenossen. Ich glaube aber nicht, dass Erfahrungen in gleichdosierten Dosen je nach Alter vergeben werden. Nur weil ältere Jungen und Männer mehr Erfahrungen haben, bedeutet dies leider selten, dass es sich dabei auch um die gesuchte Selbstsicherheit handelt. Im Gegenteil. Gesellschaftlich und medial sind auch heranwachsende Männer gleichermaßen alleingelassen und unsicher. Zumindest nach meiner Erkenntnis zieht sich dieses Gefühl auch bis in die 20er-Zeit fort. Umso fataler ist aber doch, dass wir bis heute den männlichen Part auf die sexuell aktive Rolle und stärkere Hälfte reduzieren. Beziehungsweise: Dass die öffentlicher ausgelebte und medial stärker inszenierte Sexualität (und Pornografie) heute noch viel stärker auf junge Männer einwirkt, ohne dass es aufklärerisch angemessene Gegenmaßnahmen gäbe.

Die Folge ist eine überzogene Erwartungshaltung an die Sexualität, die meist vollkommen unerfüllbar ist und zumindest im Anfangsstadium (aber eigentlich immer) kaum rational eingeschätzt werden kann. Das Scheitern der männlichen Überposition ist also oftmals vorprogrammiert. Umso fataler ist, dass beiden Geschlechtern hier unklar ist, wie dies einzuschätzen ist. Während konservative Bewahrer auf die natürliche Vollkommenheit der (diskreten) Liebe pochen, verharmlosen (de facto vollkommen ahnungslose) libertäre Eltern und Lehrer die natürliche Vollkommenheit aller Perversionen. Beides hilft im jugendlichen Beziehungsalltag vermutlich wenig und erscheint mir oft sehr selbstbezogen und -gerecht.

Ich vermute, dass deshalb viele junge Männer den sexuellen Überdruck an ihren (Sexual-)Partnerinnen auslassen und das eigene Versagen auf diese abschieben. Der Mann will Dinge, die seine Partnerin nicht kennt und er nicht kann. Falls Sie (was vollkommen angemessen und sicherlich nur richtig ist) dann diese Erwartungen zurückweist, entsteht so erstmals eine sichtbare Hürde, auf die sich das Problem projizieren lässt. Unterbewusst (so bin ich überzeugt) entsteht so ein Machtgefälle, das sich fundamental anders begründet als früher, aber grundsätzlich genauso endet. Aus meiner Sicht ist es billig, dafür die jungen Männer noch zusätzlich zu beschimpfen. Natürlich gibt es auch in meiner Generation wahrnehmbare Sadismen, die einseitig zu Leiden und Unterdrückung führen und die jeder Mann anhand seines Verstandes erkennen und stoppen kann. Diese Verantwortung bleibt immer! Genauso billig wäre es, hieraus jetzt eine Moralkampagne gegen Pornografie oder möglicherweise sogar sexuelle Aufklärung abzuleiten. Wir wissen doch nicht zu viel, sondern eher viel zu wenig!

Um dennoch Halt und Sicherheit zu finden und einfach auch, weil Liebe und Sehnsucht noch nie auf gesellschaftliche Gegebenheit Rücksicht genommen haben, akzeptieren viele Mädchen und junge Frauen diese Verhältnisse und versuchen sich ihnen anzupassen, was allerdings nur teilweise funktionieren kann. Zusammen mit einer nicht realen, aber medial ständig vermittelten Umgebung des „Alles kann, nichts muss“, verfestigt sich bei vielen der nüchterne Glaube, dass jugendliche oder junge Beziehungen grundsätzlich unsicher und jederzeit absolut endlich seien. Entsprechend unsicher werden sie eingegangen, gelöst, wieder aufgenommen oder verraten. Auch hier sehe ich keinen dramatischen Werteverfall, der eine wirkliche Lust an der Beliebigkeit verraten könnte. Vielmehr fehlen eben auch hier vielfach die Antworten auf die nie öffentlich gewordene Fragen und Gedanken.

Da wir eben in einer Marktwirtschaft leben und Unsicherheiten und diffuse Bauchgefühle optimale Themen für eine hohe Auflage oder Quote sind, kann man von den Medien hier nicht wirklich eine Lösung erwarten. Dennoch verstört mich gelegentlich die Schamlosigkeit, mit der physische und psychische Probleme erst geschaffen und mit der nächsten Ausgabe dann wieder gelöst werden sollen.

Übrigens fordere ich nicht, dass in einer „guten“ Beziehungen beide Partner gleich sind. Sie müssen nicht einmal auf exakt der selben Ebene stehen, denke ich. Aber beide brauchen die nötigen Voraussetzungen, um das gemeinsame Handeln individuell abwägen und einordnen zu können. Das ist doch eine wirklich wichtige Grundlage.

Ich fände ein „Heute ist alles mögliche und irgendwie unsicher“-Fazit jedoch arg haltungslos und Spiegel-Online-artig. Ich glaube wie gesagt weder, dass sich das Rad der Geschichte zurückdrehen lässt (und man sollte es auch nie versuchen), noch, dass wir diese Verhältnisse als normal oder gegeben hinnehmen müssen.

Beruhigend ist auf der anderen Seite ja auch, dass sich unabhängig aller Möglichkeiten auch heute noch die meisten jungen Menschen vorstellen können, was sie suchen. Deshalb glaube ich vor allem, dass wir umso klarer und ernsthafter miteinander reden und diskutieren müssen. Nicht nur medial, nicht nur saisonal. Auch im Privatleben, in der Schule und letzten Endes natürlich auch gesellschaftlich. Wenn ich Sexualität spreche, rede ich über grundlegende, ohnehin vorhandene Gedanken und nicht nur meine eigenen. Dieses Bewusstsein brauchen wir wieder stärker. Auch wichtig wäre eine stärkere Selbstreflektion und mehr Respekt und Raum hierfür. Wir werden auch in einer besseren Welt noch mit Internetpornografie, schlechter Musik und obszönen Gedanken leben. Aber gerade deshalb brauchen junge Menschen auch genügend (geistige) Freiräume dies alles einzuordnen und zu verstehen. Und sie brauchen genauso eine klare Ansprache in der Schule. Gerne auch von außerhalb oder in Ergänzung zum eigentlichen Unterricht mit den vertrauten Lehrern. Dazu gehören aber nicht nur biologische Definitionen sondern eben auch offene Gespräche.

Jan Petter ist Jahrgang 1991 und twittert unter http://twitter.com/pettre

Geschrieben von edomblog

12. Oktober 2011 um 19:50

Anonymer Beitrag: Vom Elend des Mannseins

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von unbekannter Autor

Wir leben im weiblichen Zeitalter. Das ist mittlerweile eine sozialpsychologische Binsenweisheit. Was dabei aber gerne übersehen wird, ist, dass die Männer mit ihrer neuen Stellung als schwaches Geschlecht nicht zugleich auch dessen überkommene Privilegien übernehmen konnten. Ihre Schwachheit duften Frauen, solange sie per definitionem als schwach galten, als solche ungehemmt zelebrieren, und dürfen es heute noch. Der Mann aber, als Tonangeber auratisch und mentalitär längst durch die Frau abgelöst, muss nach wie vor die Fassade des starken, unbeugsamen und vor allem unsentimentalen Beschützers und Haltgebers aufrechterhalten. In Zeiten höchst eingeschränkter Möglichkeiten des Sich-Auslebens fällt ihm dies allerdings zunehmend schwer. Wie soll sich jemand stark fühlen, der seine Stärke gar nicht mehr ausleben darf?

Es ist in der Mediengesellschaft ein offenes Geheimnis, dass Frauen, jungen Frauen insbesondere, das Karrieremachen wesentlich leichter fällt als Männern. Eine Frau braucht nur eine positive Ausstrahlung zu haben (und vielleicht leidlich gut auszusehen), schon hat sie das Praktikum, den Auftrag oder die feste Stelle. Bei uns Männern steht die Sache ein wenig anders: von uns fordert man Leistung, klar, aber vor allem den Glauben an die eigene Sache, ohne welchen einem auch die beste Leistung nicht abgenommen wird. Ein Glaube, der indessen nicht einfach zu finden ist, wenn es einem, wie den meisten jungen Männern von heute, doch primär einfach darum geht, ein gesichertes Auskommen zu finden, um sich einigermaßen bürgerlich – soweit dieses Wort noch zeitgemäß ist – im Leben einzurichten. Der Mann von heute ist in einer Weise auf die bloße Absicherung der eigenen Existenz geworfen, dass sich ein gesunder, sanguinischer Idealismus bei ihm kaum ausbilden kann – jedenfalls nicht, bevor gewisse Stufen auf der Karriereleiter erklommen sind. Das dauert in der Regel mindestens bis zum dreißigsten Geburtstag, meistens aber noch weit darüber hinaus.
Diese – objektive, nicht subjektive – Unfähigkeit zum Idealismus lässt den Mann von heute mit traumwandlerischer Sicherheit in die Schwermutsfalle tappen. Wie sollte einer nicht der Melancholie verfallen, dem jahrelang eine zwanghafte Zurückhaltung in der Selbstentfaltung, eine zwanghafte Beschränkung der eigenen Wert-Vorstellungen – Wert meint hier die „inneren“ Werte, also Ideale, ebenso wie die äußeren, also Lebensstil und Lebensgenuss – auferlegt worden ist?

Die Koppelung von äußerem Erfolg und privater Zufriedenheit sollte eigentlich ein Relikt voremanzipatorischer Zeiten sein. Tatsächlich aber gilt sie unverändert fort. Jede Frau von heute will zwar „ihren eigenen Mann stehen“, möglichst genauso erfolgreich, wenn nicht erfolgreicher sein als der Partner; aber das Mantra der „Suche nach dem Alphatier“, das Pragma des „natürlichen Instinkts“, den es nach dem Beschützer und Nestbauer verlangt, ist allgegenwärtig wie nur je. Auch heute suchen Frauen ihren Partner nicht danach aus, ob er gut aussieht, ein guter Liebhaber ist und möglicherweise sogar kultiviert und gebildet; sondern ob er in seinem Sozialcharakter in sich steht, und das heißt schlicht: ob er in der Karriere erfolgreich ist. Das jahrhundertealte Privileg der Frau, nur schön und gefällig sein zu müssen, um aus oftmals einfachsten Verhältnissen in schwindelnde gesellschaftliche Höhen aufzusteigen – erinnert sei an Madame Pompadour, eine geborene Poisson, die es dank ihrer Reize und ihres Charmes nicht nur zur Titularmarkgräfin, sondern zur faktischen Regierungschefin des mächtigsten Landes Europas im Achtzehnten Jahrhundert brachte –: dieses Privileg wird dem Manne in Zeiten seiner Ohnmacht radikal versagt. Der Mann soll schweigen in der Gemeinschaft; aber ein erfülltes Berufsleben (und einen entsprechend prallen oder doch gut gefüllten Geldbeutel) soll er bitte nach wie vor haben. Das aber ist ihm, wo Einkommensplätze immer mehr wegfallen und ein Praktikum, ein befristeter Vertrag schon als „Erfolg“ gewertet werden, zunehmend unmöglich.

Das von der weiblichen Mehrheitsgesellschaft dem Manne oktroyierte Dogma, zu seiner objektiv bedingten Erfolglosigkeit nicht stehen, also genau das nicht tun zu dürfen, was freilich die offizielle Frauenpublizistik gebetsmühlenhaft von morgens bis abends fordert: nämlich Gefühle zu zeigen, macht indessen nur die eine Hälfte des Männerelends von heute aus. Die andere liegt in einem kulturgeschichtlichen Phänomen, dessen Tragweite offenbar überhaupt nicht gesehen wird: im Wegfall des Agonalen, also des Kämpferischen, im Leben des Mannes in der Metamoderne. Sigmund Freund bestimmte, in Anknüpfung an uralte abendländische Traditionen, das Erotische und das Agonale, den Liebes- und den Kampf- bzw. Todestrieb, als die beiden Grundtendenzen der menschlichen Seele. Welchem der beiden Geschlechter welcher Trieb jeweils zuzuordnen sei, versteht sich unschwer.
Nun ist es allerdings so, dass es zwar in keiner Epoche seit dem Aufkommen des Christentums in Europa leichter gewesen ist, das Erotische auszuleben (was getrost als Punktsieg für die Frauen verbucht werden kann); dass aber das Agonale, also gleichsam die Gewinnchance des Mannes, aus dem öffentlichen Leben völlig verschwunden ist. Der Mann muss eben nicht mehr „hinaus ins feindliche Leben“ (denn dieses Leben, ob man im Büro sitzt oder am Arbeitsamt ansteht, ist zwar stressig und nervenaufreibend, aber nicht eigentlich „feindlich“, sondern bestenfalls abwechslungsreich), auch wenn genau diese romantische Erwartung nach wie vor und ziemlich penetrant von der Frauenwelt an ihn gestellt wird; sondern er ist verurteilt, die körperlichen Energien, welche die Natur ihm mitgegeben hat (dazu gehört auch ein gewisses, natürliches Maß an Destruktivität), in sich zu vergraben, sie ständig zu zügeln und vor sich selbst und den anderen konsequent zu verleugnen. Das hat zur Folge, dass sich irgendwann seine Persönlichkeit spaltet und er innerlich verkümmert. Der Mann ist heute, im Zeitalter der unbegrenzten Möglichkeiten, zur Doppelmoral und zum Doppelleben mehr gezwungen als je in Äonen zuvor: dessen drastischer Ausdruck freilich, ob im Konsum von Pornographie, von Gewaltspielen oder schlicht und klassisch von Alkohol und Drogen, schreckt die Frau.
Diese Beobachtungen werden niemanden verwundern, der sich etwa an eine Bemerkung erinnert, die der Journalist Alexander von Schönburg vor vielen Jahren in einem Beitrag zur Tristesse royale machte, wonach sich die jungen Menschen von heute nach einer neuen Schlacht an der Somme sehnen würden wie einst jene englischen Jungs, die 1914 in Scharen von ihren public schools freiwillig in den Ersten Weltkrieg zogen, um dort Erlösung von der implosiven Langeweile ihrer bürgerlichen Existenz zu finden.
Man darf derlei Äußerungen natürlich nicht wörtlich nehmen; man muss sie symbolisch und cum grano salis begreifen. Der Mann, jeder Mann liebt den Kampf. Wer als Frau jemals einen Mann am Steuer seines neuen Autos die Stadtautobahn hat entlangrasen sehen, weiß vielleicht, was ich meine. Der Mann lebt sich aus im Rausch des Augenblicks, die Frau in der Wonne der Dauer. Der Mann erinnert sich an die schönen Momente, die Frau an die schönen Zeiten des Lebens. Der Höhepunkt der Frau kann Minuten dauern, der des Mannes selten mehr als einige Sekunden. Die Frau lebt auf in der Ent-spannung, der Mann in der höchsten An-spannung. Männer stehen stramm und vergessen in der Gespanntheit ihrer Muskeln für Augenblicke die Leere ihres Daseins in der weiten, fremden Welt. Ein Mann, der auf der A 2 250 km/h fährt, tut das nicht, weil er die Umwelt verpesten, sich als „Proll“ outen oder vorzeitig Eingang ins Sterberegister finden möchte, und schon gar nicht, weil er unbedingt schneller am Zielort sein will (Ziele sind etwas zutiefst Weibliches); sondern weil er jene tiefe, allerhöchste Anspannung voll genießen und tief einsaugen will, die sich nur einstellt, wenn man mit einer Geschwindigkeit im Leben unterwegs ist, bei der die kleinste Unaufmerksamkeit dieses Leben selbst kostet. Es geht ihm ums Ganze, um Alles oder Nichts.
Nicht mehr kämpfen zu können, ist das eigentliche und wesentliche Trauma, der stärkste und bitterste Astralschmerz, den der europäische Mann vom Untergang des heroischen Zeitalters mitgenommen hat. Nicht die Aussicht, in der metamodernen Arbeitsteilung zunehmend mit kriegswichtigen Aufgaben wie Kinderwickeln und –anziehen betraut zu werden, betrübt den Mann, denn Männer sind wunderbare, weil zu echten Gefühlen fähige Väter und können unglaublich zartfühlend sein; sondern der Schmerz über den Verzicht auf das, was durch Jahrtausende sein Leben ausmachte und ihm einen Sinn gab: den Kampf. Denn den Kampf findet der normale Mann von heute außerhalb des Sports und der Unterwelt so oder so nicht mehr wieder; nicht in der Sicherheit des Bürojobs und nicht in der Unsicherheit der prekären Beschäftigung.
Der Adel sehnte sich einst nach dem Krieg, der ihn aus der langweiligen Öde seiner Gutsherren- und Höflingsexistenz herausrufen würde in die existenzielle Bewährung; das Volk aber sehnte sich nach der Revolution und danach, dass der Berg sich auftun und das Erz, was man mühsam und unter Einsatz des Lebens schürfen musste, sich von selbst dem bedürftigen Menschen darbieten würde; beide fanden in der Konfrontation mit dem Äußersten, dem Tod und der Not, ihre Erfüllung und ihre Befriedigung. Büchners Hessischer Landbote, eine Urschrift des Kommunismus, die in ekstatischer Sprache die kommende Umwälzung der Weltordnung beschwört, und Jüngers Kampf als inneres Erlebnis, ein protonazistisches Manifest, das in der schwärmerischen Verklärung des „Fronterlebnisses“ schwelgt, gehören geschlechterpsychologisch gesehen ins selbe Genre, in die selbe normative Kategorie; die Prosa Martin Walsers und Uwe Tellkamps aber ist Melancholikerprosa, ist schwermütige Deskription eines Weltzustandes, der für die Hauptpersonen, soweit es Männer sind, eigentlich nicht mehr Welt ist, sondern weltlos.
Früher weinten Frauen, weil sie ihre Männer und Söhne in Kriegen oder in Aufständen verloren, die, soweit man sie rational beurteilt, natürlich sinnlos, gewalttätig und falsch waren; die aber gleichwohl äußerlich das Innerste des Mannes: die wilde und rauschhafte Natur seines Willens, getreu abbildeten. Heute weinen sich Frauen bei ihren besten Freundinnen darüber aus, dass ihr Liebster, mit dem eben alles noch „so schön“ gewesen, sich beim genauen Hinsehn wahlweise als Melancholiker, Kokainkonsument oder Trinker entpuppt hat; nach außen ein Frauenschwarm, nach innen aber kreuzunglücklich und des Lebens ziemlich müde. Die Frauen haben zwar das Regiment in der Gesellschaft übernommen; aber über uns Männer weinen tun sie immer noch. Man kann es ihnen eben nie recht machen.

Geschrieben von edomblog

11. Oktober 2011 um 17:09

Veröffentlicht in Meinung, Sexualität

Getaggt mit

Vom katholischen Debakel zum christlichen Drama

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Die katholischen Priester trauen sich Ehefrau und Kinder, eine offizielle Familie nicht zu, sollen aber in dem Gebiet Seelsorge leisten. Der Weg in den Klerus ist auch Flucht vor den Belastungen des bürgerlichen und allgemeinen Lebens. Glaube ist mehr als Verzicht und eine Dezision gegen etwas oder von etwas oder eine Ablehnung.

Protestantismus, evangelischer Glaube muss mehr sein als Opposition und Distanz zum Katholizismus oder zum Islam. Wenn die evanglische Kirche besser dastünde wäre der Druck auf die katholische Kirche viel größer. Wenn Ehen bei evanglischen Pfarrern scheitern (etwa Margot Käßmann) haben sie es immerhin probiert, ebenso Kinder erziehen. Gläubige werden wie Kinder behandelt, aber offizielle leibliche Kinder dürfen Priester nicht haben.

Über die Sexualmoral und Niedergang der Ehe und alles mögliche kann die katholische Kirche viel lamentieren. Sie ist sprachohnmächtig beim Thema mangels eigener Erfahrung. Das schadet der Gesellschaft und produziert den Zeitgeist, über den sich Papst und Gefolge so wortmächtig ereifern. Eheberatung und Lebenshilfe gibt es vielleicht in christlichen Verlagsprogrammen (Herder / Kösel), aber die Kirche steht beim Thema Familie und Liebe nackt da. Weiter mächter sind säkulare Angebote und insbeonsdere naturwissenschaftliche Deutungen von Liebe und Sexualtät.

Und weil die katholische Kirche den Priestern Männlichkeit verweigert, verkommt sogar noch die evangelische Kirche durch eine Femininisierung. Das sind alle keine schönen Dynamiken. Und Sexualität muss erstmal theologisch und religiös angegangen werden, nicht moralisch. Und diese 68er Medienkatholiken Matthias Matussek sollen die Klappe halten. Der schreibt Bücher über Mangel an Vätern und reflektiert Einfluss des Katholizismus nicht.

Problem an Zölibat und Sexualmoral der katholischen Kirche ist ihr Fehlurteil und Irrtum, ihre unvollständige Erkenntnis der Sexualität.

Müssen ausländische Priester der katholischen Kirche überhaupt wenigstens Bibelgriechisch lernen oder reicht da Latein und die Vulgata? Weiß das jemand?

Skurrile Staatspolitik: Konzentration auf das Grauen ersetzt Ringen um das Gute

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Der Staat sollte sich mehr auf zentrale Rechtsgüter und zentrale Politikfelder und nicht Nebenkriegschauplätze wie Kinderpornographie konzentrieren. Dieses moralische Einschwören der Bürger läuft leer und zerstört die Ernsthaftigkeit. Es macht Politiker zu Schauspielern und Bürgern zu Gästen im Theater bzw. gar zu Freaks im Zirkus Maximus. Es wird nichtmal was gegen sexuellen Mißbrauch getan oder zur Sensibilisierung. Oder für die VerfügungbarkeitVor lauter Liberalität
Obszöne Bilder lassen sich hingegen bequem technisch bekämpfen. Kinder werden aber im familien Nahbreich und lokalen Umfeld von Perversen mißbraucht.

Und letztens schwammige Bilder vom BKA: skurril. Politik und Exekutive dürfen sich nicht in Spektakeln und Hysterie verlieren, müssen sich zuerst einmal im Alltag beweisen. Sachliche Aufklärung über die psychatrische Seite der Täter fehlte zur Flankierung. Anstatt des Durchpeitschen von Themen sind stets systematische Ansätze angebracht.

Ein Rechtsgut ist z.B. die Privatheit und Schutz der Sphäre der Zivilgesellschaft und der Bürgergesellschaft vor präventiver staatlicher Durchleuchtung. Das Bewusstsein für zentrale Rechtsgüter muss stets geschärft werden. Körperliche und seelische Unversehrtheit gilt bei Kindern und Erwachsenen.

“Wir” könnten auch Altenheime technisch überwachen lassen, um Gewalt von oder gegen Greise durch den Sicherheitsstaat zu unterbinden. Leistungen der Pflegeversicherung sollten daran gekoppelt werden.
Wie wollen wir leben?

Geschrieben von edomblog

12. September 2011 um 17:18

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