"Das Politische anders denken"

Frühling der Bürgerlichkeit?

Archiv für die Kategorie ‘Protestantismus

Evangelische Kirche in DDR

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Evangelische Pfarrer in der DDR erhielten ein Teilgehalt in DM von den evangelischen Kirchen im Westen.

Was mich in der Autobiographie bzw. den “Erinnerungen” von Gauck verwunderte, war, zu lessen, dass aus der DDR geflüchtete Pfarrer im Westen erst nach 2 Jahren die Ordinationsrechte wieder erhielten.

Geschrieben von edomblog

1. März 2012 um 14:47

Vom katholischen Debakel zum christlichen Drama

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Die katholischen Priester trauen sich Ehefrau und Kinder, eine offizielle Familie nicht zu, sollen aber in dem Gebiet Seelsorge leisten. Der Weg in den Klerus ist auch Flucht vor den Belastungen des bürgerlichen und allgemeinen Lebens. Glaube ist mehr als Verzicht und eine Dezision gegen etwas oder von etwas oder eine Ablehnung.

Protestantismus, evangelischer Glaube muss mehr sein als Opposition und Distanz zum Katholizismus oder zum Islam. Wenn die evanglische Kirche besser dastünde wäre der Druck auf die katholische Kirche viel größer. Wenn Ehen bei evanglischen Pfarrern scheitern (etwa Margot Käßmann) haben sie es immerhin probiert, ebenso Kinder erziehen. Gläubige werden wie Kinder behandelt, aber offizielle leibliche Kinder dürfen Priester nicht haben.

Über die Sexualmoral und Niedergang der Ehe und alles mögliche kann die katholische Kirche viel lamentieren. Sie ist sprachohnmächtig beim Thema mangels eigener Erfahrung. Das schadet der Gesellschaft und produziert den Zeitgeist, über den sich Papst und Gefolge so wortmächtig ereifern. Eheberatung und Lebenshilfe gibt es vielleicht in christlichen Verlagsprogrammen (Herder / Kösel), aber die Kirche steht beim Thema Familie und Liebe nackt da. Weiter mächter sind säkulare Angebote und insbeonsdere naturwissenschaftliche Deutungen von Liebe und Sexualtät.

Und weil die katholische Kirche den Priestern Männlichkeit verweigert, verkommt sogar noch die evangelische Kirche durch eine Femininisierung. Das sind alle keine schönen Dynamiken. Und Sexualität muss erstmal theologisch und religiös angegangen werden, nicht moralisch. Und diese 68er Medienkatholiken Matthias Matussek sollen die Klappe halten. Der schreibt Bücher über Mangel an Vätern und reflektiert Einfluss des Katholizismus nicht.

Problem an Zölibat und Sexualmoral der katholischen Kirche ist ihr Fehlurteil und Irrtum, ihre unvollständige Erkenntnis der Sexualität.

Müssen ausländische Priester der katholischen Kirche überhaupt wenigstens Bibelgriechisch lernen oder reicht da Latein und die Vulgata? Weiß das jemand?

Kommentar: Zur Sommerpressekonferenz (2010) von Bundeskanzlerin Angela Merkel

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Audienz zum Kaffeeklatsch bei Angela?

Diese informelle Atmosphäre, dieser Hauch vom Duft der Kumpanei, die plötzlich durch diese Intimität aufkam, sie stört. Auf “Spiegel Online” hieß es zu Recht, Merkel wirke entrückt.

Merkel versucht immer eine Aura von holistischem Sinnzauber, einer Sinngebung dessen, was “immer schon” ist und war, um alles zu hüllen, um alles Unvertraute wieder vertraut erscheinen und wirken zu lassen. Niklas Luhmann machte am an diesem Verhältnis von Unvertrauten, das im Vertrauten erscheint, eine maßgebliche Eigenschaft der Religion fest, die es seit Urzeiten geben würde.

Angela Merkel spricht sehr viel über sich selbst: “Wir”. Das meint die Regierung und die Kanzlerin. Damit sagt Merkel, dass ihr Selbstverständnis mehr zähle als das Verständnis der Bevölkerung und ihrer Bürger.

Wie modern ist die Kirche wirklich? Wachstumskritik und Kirchentag

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Wieso wird das Wachstum selbst kritisiert und nicht die Folgen des Wachstums? Wo ist eigentlich die Wertschätzung von Arbeit? Auf gewisse Weise bleibt hier eine Distanz gegenüber der Industriegesellschaft und der Arbeiterklasse wirksam. Kritik an Wachstum ist im Grunde auch eine Ablehnung der Industriegesellschaft und der Arbeiterklasse.

Wie modern ist die Kirche wirklich? Es gibt eine Tendenz, nicht mehr durch die Verkündigun des Wort Gottes reformatorisch tätig zu sein, sondern auf anderem Wege gestaltend tätig zu werden. Die Nähe zum “gestaltenden Staat”, der empfohlen wrid, scheint absehbar. Kritik an Wachstum ist auch Kritik an Wohlstand. Bultmann meinte schon, wer ein Radio habe, für den sei vieles an der Kirche hinfällig, gerade der einfache Wunderglaube.

Die kirchliche Wachstumskritik darf ihre Kapitalismuskritik oder Sozialkritik nicht in eine anti-moderne Distanz zur Welt wenden. Wo ist der Impuls, bessere Lebensverhältnisse herbeizuführen? Kirche braucht religiöse Erfolge, nicht nur weltliche Erfolge.

Wie wäre es mal mit konkreter Kritik an Banken oder sowas seitens der Kirche? Immer nur zu sagen, alles soll bitte anders werden ist unzureichend.

Es kann wirklich genug Kritik an den Folgen des Wirtschaftslebens geübt werden, ohne Wachstumskritik zu üben. Es wird Wachstum kritisert, obwohl die Ressourcenverbrauch das wirkliche ökologische Problem ist. Auf der anderen Seite funktioniert Kapitalismus und Zinssystem nicht ohne Wachstum und bestimmte Zukunftserwartungen. Wieviel Verbrauch und Schuld darf der Mensch sich vor Gott denn leisten? Platte Aussagen vom christlichen Menschenbild und einer diffusen Ebenbildlichkeit, die in der augustinisch-platonischen Theologie auf eine Verschmelzung mit Gott hinauslaufen, dominieren verstärkt wieder die Öffentlichkeit, seitdem die CDU sich hier stärker engagiert. Ein kurzer Workshop mit Bibelarbeit kann das nicht wettmachen. Gemeinsschaftsseligkeit ist auch ein Ersatz für Verbundenheit mit Gott oder individuelle Seligkeit.

Wie aber Bedarf und Leistung ermittelt werden soll, da schweigt sich die Kirche aus. Eher scheint man zur Allianz mit der technokratischen Modernisierung mittels neu ermittelter Daten bereit zu sein. Diese Hebung letzter Effizienzreserven im Kapitalismus mittels neuer Technologien erinnert an Zustände im Krieg. Läuft es nur auf eine Mobilisierung der letzten Reserven hinaus? Die religiöse Botschaft muss auch mit neuen Zielen gefüllt werden. Da können nicht nur die alten Slogans der 70er Jahre fortgeschrieben werden. Unter den Bedingungen von Sozialbau und niedrigen Löhnen ist ein ökologischer Wertewandel kein Wunder. Das kann aber nicht Ersatz für ein gottgefälliges und gesetzestreues Leben sein. Ökologie darf kein Götze oder Fetisch werden.

Ökologie und Umweltschutz arbeitet viel mit Angst. Das tritt an die Stelle der alten Angst vor dem Tod vor dem Wirken Jesu. Jeder wird mittels Nachhaltigkeit gezwungen, beim Leben seiner Kinder und Enkel zu schwören. Jesus sagt, nur Ja oder Nein sagen, keine Beteuerungen. Die Kirche widerspricht auch wenig Formeln wie “Wir haben über usnere Verältnisse gelebt.” Wann sagt die Kirche mal, die Menschen würden falsch oder verfehlt leben? Der verweiblichte Kuscheltgott auf der einen Seite und die drohende Strafe des Weltungerganges auf der anderen Seite erzeugen eine scharfe unterschwellige Spannung. Apokalypse bedeutet nur die Enthüllung eines neuen Äons.

Was sagt die Kirche denn dem Facharbeiter, der jetzt Elektroautos bauen soll oder dessen Arbeitsplatz durch Verteuerung der Energiepreise wegfällt?

Geschrieben von edomblog

3. Juni 2011 um 16:31

Teilanalyse des Textes der Kampfschrift des Buchautoren Thilo Sarrazin

mit einem Kommentar

Hetzerische Wortwahl?
Sarrazin führt auf Seite 1 bereits kämpferisch die Beschreibung “Fäulnisprozesse” ins Feld und verurteilt im Grunde eine angeblich unzureichende “Sehschärfe” der Institutionen, also Staat, Verwaltung, Volk, Wissenschaft und Bürgertum als “getrübt”. Nach dieser Logik könnte dann nur Sarrazin der nationale Retter sein, der die Wende bringt.

Perverse Wortwahl!
Sarrazin (Seite 393) bringt arrogante & perfide Sätze wie: “Was uns fehlt, füllen wir teilweise mit anatolischen Bauern… auf.” Hat der (Stadtmensch) Sarrazin ein Problem mit Bauern?
Und die deutschen Bauern brauchen tatkräftige Arbeitskräfte. Es ist ein politisches Problem, dass die Struktur von Wirtschaft, Recht und Sozialabgaben eine rentable Entlohnung für alle hinderlich ist. Spezialisierung ist normal im Prozess der Arbeitsteilung. Es kommt darauf an, die Rahmenbedingungen günstig für alle zu optimieren.

Lügen im Text von Sarrazin:
“Wir nehmen es als unvermeidlich hin, dass Deutschland kleiner und dümmer wird” (Seite 17). Die Frage ist nur, inwieweit der Text Sarrazin lügt, nicht ob der Text von Sarrazin legt. Unzählige Menschen setzen sich jeden Tag für ein anständiges und besseres Deutschland ein. Niemand, außer Fatalisten, nimmt etwas hin, was auch nur annährend etwas mit diesem Satz zu tun hätte.

Propaganda & Hetze!
Sarrazin betreibt Propaganda & Hetze, wenn er behauptet, die “bürgerliche Mitte” (Seite 391) werde in Deutschland bekämpft!

Lügenmärchen über die Geschichte der Menschheit
Schon in Fußnote 4 will Sarrazin (2010:411) so “goldenes Zeitalter” aufzählen. Aber es sind überwiegend dekadente Feudalsgesellschaften mit Ausbeutung, Sklaverei und Leibeigenschaft (Ägypten, Rom, Hochmittelalter, absolutistisches Frankreich) oder aber das Zeitalter von Imperialismus und expolosiven sozialen Problemen (Britisches Empire 1815-1914 und Deutsches Kaiserreich 1871-1914). Preußen vor Bismark fehlt. Einschlägiges haben Hannah Arendt in “Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft” kommentiert und die Geschichtsforschung, z.B. in der Person von Hans-Ulrich Wehler in der Richtung Sozialimperialismus”.
Und das antike Athen und die gelobte “griechische Antike”. war eine zutieft rassistische und frauenfeindliche Veranstaltung. Das ist heute faktisch der Konsens in der Forschung, nicht nur an allen Eliteuniversitäten weltweit. Marx hatte Athen und Rom ohnehin zutreffend als “Sklavengesellschaften” klassifiziert. Sarrazin benutzt hier die klassischen Maßstäbe von historischer Esoterik und spiritualistischen Geschichtsschreibern.

Das geteilte Deutschland und die BRD als “goldenes Zeitalter”?
Historisch ein Fehlurteil ist die isolierte Betrachtung von Westdeutschland und die bräsige Behauptung, es handele sich bei ihr um ein “goldenes Zeitalter”. Das vereinte Deutschland zählt. Das größte Glück war die Einigung Deutschland mit der Wiedervereinigung und das Ende des Kalten Krieges der Blöcke. Das zählt.

Volkswirt Dr. Sarrazin ist akademisch und intellektuell genauso lächerlich wie brandgefährlich
Sarrazin ist lächerlich! Auf Seite 396 räumt Sarrazin ein, für die nächsten 100 Jahre “Nettoreproduktionsrate” wie letzten 40 Jahre zu unterstellen.

Unverantwortlich, gemein und hinterhältig
Es ist unverantwortlich, dass Sarrazin Kinderreichtum fordert, gleichzeitig religiöse Mensche mit vielen Kindern als Verführte denunziert, die quasi Kindergeld abstaubten.

Perfide Unterstellungen in Szenarien
Eine nicht anders als perfide zu nennende Unterstellung ist es, die Sarrazin bewusst trifft, das die Partei “Die Grünen” seien 2017 für gleichsam für zügellosen Familiennachzug von Ausländern ist politische Perversion. Dazu zeichnet Sarrazin das Szenario einer schwarz-grünen Bundesregierung mit Angela Merkel und Jürgen Trittin im Jahr 2017 (Seite 397). Das ist eine politische Perversion von Sarrazin und Ausdruck einer Paranoia vor der vermeintlichen Herrschaft von irgendwelchen 68ern, die längst alle in Rente sind.

Binsenweisheit, dass der Mensch sterblich ist. Ist die Sterbetafel Statistik oder Naturgesetz?
Sarrazin liegt nur darin richtig, dass der Mensch natürlich sterblich ist. Doch die Sterbetafel ist KEIN Naturgesetz, sondern Statistik, Wahrscheinlichkeit. Statistische Gesetzemäßigkeiten sind keine Naturgesetze. Naturgesetze hängen klassisch mit Naturkonstanten oder unstrittigen und eindeutigen Mittelwerten zusammen.

Für mehr Ausländer und Zucht von Menschen mit rassigem Intellekt!
Sarrazin will MEHR Ausländer und MEHR Fremde nach Deutschland holen! Sarrazin will intelligente Ausländer und schönere Deutsche!

Politische Täuschung durch Sarrazin
Sarrazin schreibt: “Jeder Staat hat das Recht, darüber zu entscheiden, WER in das Staatsgebiet zuziehen darf…” (Seite 391). Sarrazin will aber tatsächliche sachliche und NEUTRALE (d.h. “WAS”) Kriterien! Sarrazin will z.B. die Einwanderung von Türken und Ägyptern (Seite 393), wenn beim Geld Bilanz und der Nutzen (für wen?) stimmt.

Ist das Deutsche da wo Deutsche sind oder wo Deutschland ist?
“Das Deutsche kann aus Mitteleuropa verschwinden, so wie das Griechische aus Kleinasien verschwand” (Sarrazin 2010:394). Meint Sarrazin hier eigentlich die Antike oder die Vertreibung von Griechen durch die Türken im 20. Jahrhundert?

Spiel mit Antisemitismus?
Sarrazin zeigt “literarisch” offenen Antisemitsmus, wenn er auf Seite 397 gegen das Moses Mendelsohn Zentrum der Universität Potsdam unter Nennung des dortigen Wissenschaftlers Gideon Botsch hetzt.

Methode Angst als Emotion ist politik wirksam, aber kein Ersatz echte Politik
Sarrazin macht mit Angst Politik, macht aus Wort “Volk” ein Kampfwort: “Die Völker hatten Angst um ihren Lebensstandard.” (Seite 405)

Das marode Deutschland soll froh sein?
Sarrazin steht für Multi-Kulti Mist und Gutmenschentum bei Sätzen: “Freuen wir uns über jeden, der kommt und bleibt” (Seite 393). Über das Buch von Sarrazin kann man sich nicht freuen. Es fordert heraus.

Offen Arroganz, perfides Denken, offen Menschenverachtung und Hetze?
Sarrazin bringt arrogante und perfide Sätze wie z.B. : “Was uns fehlt, füllen wir teilweise mit anatolischen Bauern… auf” (Seite 393).

Radikaler Sozialismus von Rechts nach Links ist das eigentliche Credo von Sarrazin
Die sozialistische Perversion im Text von Sarrazin zeigt sich an “Die Einführung von Schuluniformen könnten Kosten für Bekleidung senken” (Seite 386)! Das ist eindeutig zentralistische sozialistische und ökonomistische Rationierung anstatt freier Markt und Soziale Marktwirtschaft!

Verarsche?
Sarrazin verarscht uns und die Leser mit Sätzen wie: “100 Jahre sind nicht lang” (Seite 394).

Böser Schluss von Sarrazin und vergiftetes Zitat:
Das Schlusswort von Thilo Sarrazin: “Mit den Worten einer untergegangenen Sprache rufe ich der Politik zu: Hic Rhodus, hic salta”. Das ist eine freilich eine frivole, präziser eine obszöne, verbotene Anspielung auf Hegel und Karl Marx. Marx schreibt in diesem Zusammenhang:
„Proletarische Revolutionen […] schrecken stets von neuem zurück vor der unbestimmten Ungeheuerlichkeit ihrer eigenen Zwecke, bis die Situation geschaffen ist, die jede Umkehr unmöglich macht, und die Verhältnisse selbst rufen …”

Es geht um unser Deutschland. Sarrazin verrät sich mit seinem Ruf. Er will ein anderes Deutschland.

Grenzenlos freie Gesinnungsethik oder Folgenethik mit Freiheit und Verantwortung als Grundsatz

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Nur bei unschuldig spielenden Kindern sind subjektive Absichten und Intentionen als wichtigste Regel maßgeblich. Ansonsten steht durchaus eine Folgenethik und sowieso das “Prinzip Verantwortung” (Hans Jonas) gegen die freie Gesinnung, die sich unschuldig gibt und sich um die Verantwortung für ihr Begründungsprogramm ziert und drückt.

Könnte eine grenzenlos freie Gesinnungsethik oder Folgenethik ohne Freiheit und Verantwortung der maßgebliche und entscheidende Grundsatz unseres Gemeinwesens sein? Gehört sich das in der Bundesrepublik Deutschland? Darf man das tun? Darf man sagen “Das tut man nicht”? Jedenfalls zählz am Ende des Begründungsprogramm mit für jedes Urteil und die eigene Entscheidung eines jeden, wie das Buch uns seine Konsequenzen beurteilt werden.

Nicht nur die Sprache und Semantik selbst und Absicht, auch die Begründungen und das jeweilige Begründungsprogramm haben ganz entscheidende Bedeutung. Das dokumentiert der Fall Sarrazin. Sarrazin giert subtil, vom Volkswirt bei der Bundesbank zum Chefvolkswirt für das Volk der Deutschen und aller Bürger zu werden.

Hat sich Sarrazin nicht irgendwo selbst – wie es öfteres der Stereotyp vom Islamisten tun soll -, entschieden, den Pfad des Märtyrertums zu betreten?

Ist der Text im Buch von Sarrazin und sein Storyskript ein Kulturkampf in Deutschland oder Kulturkampf gegen Deutschland?

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Ist der Text im Buch von Sarrazin und sein Storyskript ein Kulturkampf in Deutschland oder Kulturkampf gegen Deutschland? Wofür kämpfen wir? Wofür kämpft wer?

Was Sarrazin hier abzieht, dass ist klar Kulturkampf gegen das eigentliche Christentum in Deutschland. Und es ist vom Gedankengut & Weltanschaung her auch Kulturkampf gegen den Liberalismus und den Humanismus. Sarrazin ist auch kein sonderlich religiöser Sozialist. Das Begründungsprogramm im Buch von Sarrazin ist (pseudo)wissenschaftlicher Sozialismus zur Weltverbesserung.
Nicht die als “Fakten” beaupteten Textzeilen von Sarrazin zählen, sondern unsere humanistische und christliche Werte. Nicht die Naturwissenschaft, präziser: die bisher erforschte Natur, zählt, sondern die 10 Gebote, um die Lebensverhältnisse zwischen den Menschen zu Regeln. Forschung ist jedoch nicht Wissenschaft.

Eine zentralistische sozialistisch Zuchzentrale, die Jahrespläne für Zucht und Auslese ausarbeitet, darüber denkt in Deutschland niemand nach.

Was schafft das Buch von Sarrazin für Deutschland? Schafft Sarrazin Deutschland?

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Was schafft das Buch von Sarrazin für Deutschland?
Schafft Sarrazin Deutschland? Wieviel Machwerk für Politik & Kultur darf man tun? Darf man dies? Wer darf und kann das? Wieso sollte man das geschehen lassen? Sollte man so etwas sich wiederholen lassen? Wie baut man vor?

Sarrazin ist weder ein Held noch ein Mann des Volkes. Die Leute bedauern Sarrazin. Sie kennen meistens höchstens den Vorabdruck, der grob ist. Es geht nicht um Fakten, es geht um Politik. Das Tun zählt, nicht das Sein. Sarrazin spricht vom Sein, von seinem Sein. Was tat Sarrazin? Aktionismus vor Diskussion … ?

Wie ist der “Tatkreis” (Weimar)? Was ist die Tat? Sarrazin ist mehr (dummer) Täter als Opfer. Laut Hannah Arendt beschwört das nicht-Denken das Böse herauf. Und zwar gerade dann, wenn eben nur gerechnet wird mit Zahlen und Statistiken, wie es der Bürokrat Adolf Eichmann tat. Noesis ist gefragt. Oder wie Kojève empfahl, den wilden Studenten einst riet, Altgriechisch zu lernen.

Die Menschen in Deutschland und die Bürger wollen und wünschen politisch eine bessere, nicht aber eine andere Politik! Allerdings ist eine Optimierung von Oben mit zentralem Management weder gewünscht noch gewollt. Hier drohen der FDP und Westerwelle erhebliche Fehler.

Sarrazin ist eine traurige Gestalt. Der komplette Vorgang ist traurig und ein (deutsches) Trauerspiel. Das wissen alle! Wer beurteilt dies mit welchen Gründen anders? War das alternativlos? Die Menschen wollen keine Rache, sondern die Menschen müssen trauern, weil viele Hoffnungen sich immer wieder zerschlagen haben. So empfinden die Menschen die Politik. Es stellte sich das Sommermärchen mit Gauck in die Frage. Jetzt stellt Sarrazin Deutschland in Frage. Sarrazin hat sich fraglos abgeschafft. Ausnahmsweise ist dies echt alternativlos. Wo welchen Fragen stehen wir? Dialog übt. Dialog ist wichtiger als irgendeine Meinung zu haben. Miteinander sprechen und weniger übereinander reden.

Die Menschen wollen keine maximalen schrillen Schreikämpfe mit Sarrazin, seinem Mundwerk und dessen Organen. Die Bürger wollen keinen anderen Staat. Sie sind unzufrieden mit der Regierung. Deutschland steht zum Grundgesetz. Dazu zählt auch Artikel 1. Artikel 1 ist die einzige absolute Nr. 1. im Staat, die außer Frage steht. Das ist so gewohlt. Es ist allgemeiner Wille und begründet den Bundes der Republik. Dies ist das “soziale Band”. Sarrazin und ökonomische Unternehmen sind keine solchen Symbole, die diese Gewalt haben.

Das Volk will keinen andere Art von Regime im Staat oder eine Transformation in einen anderen Staat. Was allgemein benötigt wird, das ist eine bessere Staatlichkeit. Eine andere Staatlichkeit kommt nicht in Frage. Herfried Münkler hat dies kürzlich in einem einschlägigen Fachaufsatz in IP ausgelegt. Es braucht keine Diktatur zur Beschleunigung. Würde und bessere Deliberation und echter Diskurs schaden? Wer dagegen ist, weil es ihm schadet, der schadet allen Volksgruppen. Die Freiheit zum Gespräch zählt. Das Volk braucht kein exklusives Sprachrohr mehr. Das ist “Strukturwandel der Öffentlichkeit”. Wer sich berufen fühlt derart extraordinär zu predigen wie ein Prophet, der soll Theologe werden oder als Laie seinen Dienst in einer Kirchengemeinde tun.

Wer gegen den Staat angeht, gegen denjenigen tritt der ganze Staat und die Zivilgesellschaft der Bürger an. Dann “kämpfen” die Bürger führ ihren Staat, für Rechtsstaat und die Rechtsstaatlichkeit der Verwaltung ihres Staatswesen. Einzig das ist rechtens. Kruder Populismus von Rechts ist zerstörerisch und mündet in die Mäuler von Neofaschisten. Bilden kann sich fast jeder seine Meinung selbst. Die Bürger können einen festen Ring bilden.

Bürgerliche Ringe als Netz mit und für den Bürger anstelle von militärischen Bündnissen und Pakten
Christliche und andere Studenten haben sich schon in der Nachkriegszeit in einem Ring” zusammengeschlossen. Das war gerade kein Lebensbund für eine “Volksfront”. Mit Worten ringt man typischer Weise. Kämpfen mit Worten funktioniert nur als Gebrüll. Da kommt ein Verlust an Zivilisation ins Spiel.

Partizipative Verbesserung anstelle von zentralistischer Optimierung mit Sozialtechnologie
Die Bürger wünschen eine Verbesserung der politischen Ergebnisse und Personen, die würdig sind. D.h. es geht nicht primär um die gewohnte Auswirkung von Politik auf Wirtschaft und Geldbeutel, sondern einfach um Anstand und Würde in dieser Republik. Anstand bedeutet stehen. Anständigkeit ist gefragt. Da lag Cora Stephan einst und frühzeitig richtig. Aber das ist eben mehr als das Programm “Seid nett zueinander”, wie Anselm Doering-Manteuffel das Credo von Springer aus den 50er und 60er Jahren auf den Begriff bringt. Kontroverse sind wichtig, aber ebene nicht Zank und Streitsuch mit Wetteifer, was seelische Unreife ausdrückt. Das ist alles umso wichtiger, da mit Geld Legitimation und Herrschaft nicht grenzenlos oder unendlich abgedeckt werden kann. Sarrazin bleibt eine traurige Gtestalt. Da ist keine Trauerarbeit, sondern vor allem Eschatologie und Apokalyptik bei Sarrazin. Der aufgelegte Habitus der orthodox altsozialistischen Sachlichkeit zur Einschläferung der Nation täuscht. Aber jetzt enthült sich das Wesen von Sarrazin. Auch das Wesentliche seines Buches wird das Licht der Öffentlichkeit vermutlich erreichen. Es herrscht Meinungsfreiheit und das Buch wird gedruckt und verkauft.

Es geht nicht um eine andere Republik, sondern um eine Verbesserung der Republik. Dazu zählt auch die Stärkung des Wesens der Republik selbst. Informationsfreiheit und Publizität sind wichtige Grundsätze. Das Arkanprinzip zählt nicht zu den herausgehobenen Merkmalen der Republik. Etwas ausgesprochen Heiliges ist hingegen die Republik selbst. Sie ist Sache der Öffentlichkeit Eine Entweihung der Republik kann nur einen Fluch zur Folge habe. Um das so zu beurteilen sind keine unerklärlichen Fähigkeiten nötig.

Bessere Politik mit Ergebnisse ist wichtiger als der beste Politiker
Demokratie funktioniert mit gewöhnlichen Menschen erstaunlich wunderbar. Für eine bessere Politik ist wichtig, dass es weniger um richtig oder falsch und auch nicht um ein entweder/oder ein JA/NEIN geht, sondern auch um besser Verfahren und Prozeduren. Wie gestalten wir unsere gemeinsamen Verfahren?

Wie wir besser zusammen arbeiten
Es geht darum, wir wir es (selbst) besser machen. Wir brauchen Verbesserungen, bezahlbare Innovation für alle (“Wohlstand für alle” – Ludwig Erhard) und eine gerechte Politik. Ein faires Spiel (idealtypische FDP Programmatik), das reicht nicht, selbst wenn das Spiel verdammt cool ist. Wie cool ist der Typus Westerwelle?

Wie wir zusammen es besser machen
Es ist zu ernst für Spiel und Schauspiel. Ernstfall und Ausnahmezustand gilt es zu meiden. Das begräbt die bürgerlichen Verhältnisse der Nation und würde für Deutschland schonmal das Grab ausheben. Nein, kein spielen. Wir sind keiner Kinder mehr. Da hilft auch NEON nicht. Generation 30 steht da. Bloß wie?

Wenn wir Ernst werden, können wir die Lage meistern. Witz, Zynismus und Ironie helfen über den Tag, bringen aber keine Taten. Gute Taten, die zählt, Taten die gut tun, das ist die Statistik, die es braucht. Als Haltung bringt es Ernst aber nicht. Weder Ernst noch Sachlichkeit per Anweisung verändern etwas. Wandel geschieht langsam, aber Wandel erfolgt. Deutschland ist wie die USA eine durchaus christliche und moderne Nation. Und dies kann Deutschland vielfach sogar besser miteinander verbinden. Diese bundesrepulikanische Stärke gilt es zu bewahren und sorgsam zu hüten.

Alte deutsche Neurosen bringen 2010 Tumult einer Medienmeute, die richtig nach rechts will, ohne CDU
Diejenige Gruppe an Menschen in den Medien, die schon in den 70ern, in den 80ern und in den 90ern massiv Stunk und Zoffpur, den größtmöglichen Unfrieden, und zwwar innerlich als seelische und als soziale Stimmung verspürte, die Deutschland dekadent überdrüssig ist (die echten “Spätrömer”, die keine Republik benötigen für ihren “Tanz auf dem Vulkan”), die ist nicht nach politischen Kriterien und nach links oder rechts zu beurteilen, sondern nach dem Spiel, das sie treibt und mit antreibt. Aus was auch immer für Quellen heraus treiben es einige dahin, Fälle für den sozialpsychatrischen Dienst zu werden. Hier müssen Wohlfahrtsverbände und kommunale Daseinsvorsorge greifen. Und auch die sagenumwobene Fraktion der “CDU Kokser” sind unnötig für dieses Land. Die Gestaltung des Landes zu beackern ist Schicksal der Jüngeren. Praxis bringt die Reife.

Das bürgerliche Minimum: Ernst Cassirer lesen
Gegen einen Sarrazin darf man Gräben ausheben, fluten, Wälle errichten und Burgen bauen. Pfeil und Bogen sind schon Thema bei Heraklit und der Odyssee. Odysseus spannte seiner Penelope den Bogen. In “Vom Mythus des Staats” schreibt der deutsch-jüdische Philosoph Ernst Cassirer treffend über die 30er und 40er Jahre: “Ein Mythus ist in gewissem Sinne unverwundbar. Er ist für rationale Argumente undurchdringlich; …” (388). Außerdem bemerkt Cassirer etwas, was bei der Causa Sarrazin ins Schwarze trifft: “Denn es gibt schließlich eine Logik der sozialen Welt, wie es eine Logik dere physischen Welt gibt. Es gibt gewisse Gesetze, die nciht ungestraft verletzt werden können.” (387)Auf der letzten Seite schreibt Cassirer für uns: “Die Mächte des Mythus wurden durch höhere Kräfte besiegt und unterworfen. Solange diese Kräfte, intellektuelle und moralische, ethische und künstlerische, in voller Stärke stehen, bleibt der Mythus gezähmt und unterworfen.” (390). Zähmen wir die stürmenden Mythologen, werfen wir sie zurück und halten sie unten.

Our country
Wir bräuchten etwas Klasse, keine großen Klassensprecher. Sozial Klasse sortieren, bringen aber keine Endergebnisse. Und gut und immer besser sprechen bringt mehr als korrekte Sprache. Deutscher Meliorismus: Republik 2.0 Das wäre dann bestes “Achievement” im Sinne des entsprechenden Plädoyers von Richard Rorty. Titel und Betitelung der Story zählt. Paul Nolte pries dieses Buch an und seine Perspektive. Ich kenne den Inhalt nicht. Aber das Wort ist prima. Und es ist eben “our country”.

Leistungsschutzrecht und das Kalkül zwischen Denken und Rechnen

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Aus Anlaß´des Podacst bei Netzpolitik mit Markus Beckedahl und Till Kreuzer:

Wenn das ominöse Leistungsschutzrecht tatsächlich so auch in Echt auf Sätze gestülpt werden würde können, könnten dann nicht Bürger Wörter und Sätze rechtlich in Vereinen genossenschaftlich bündeln in einen Pool und so Gegenwehr gegen Tendenzen zur Oligopolisierung leisten? Können sie dann nicht für gemeinfrei erklärt werden? Beim Kriterium für Schöpfungshöhe müsste zwischen Daten, Information und Wissen unterschieden werden. Wissen ist Information + Urteil. Hier besteht theoretischer Bedarf an Präzisierung, was erfasst werden kann.

Google kann nicht denken, sondern Google kann nur rechnen und kalkulieren. Dies sind in der Sprache gerade altgriechisch und auf Latein schon ziemlich verschiedene Dinge. Friedrich Kittler und Heidegger sind hier recht instruktive Lektüren für einen fruchtbaren Grund. Hubert Burda hat doch laut Danksagung wohl Bände “Musik und Mathematik” von Friedrich Kittler unterstützt, wie mir scheint. Was soll denn jetzt verlegerisch dieser intellektuelle “chaotic turn” bitte?

Eine Schöpfung kann doch eigentlich nur auf neues Denken gelten gemacht werden, auf Neues, auf Erfindung, auf Innovation, auf Forschung, auf neue Kunst. Wie kann man eigentlich auf etwas Schöpfung geltend machen, was morgen schon von gestern ist? Meinungen haben qua ihres Wesens keinen Bestand und formulierte Meinungen sind nicht dauerhaft in ihrem Wesen und könnten insofern gar kein schützenswertes Gut sein.

Etwas durch Berechnen zu schaffen ist keine Schöpfung, in dem man etwas denkt, etwas durchdenkt, einen Denkweg oder Rechenweg absolviert und gelöst hat, oder aus der Seele heraus etwas geschöpft. Die angebliche ähnlicht zwischen den Produkten von Denken und Erdachten und von Rechnen und Errechneten ist nur eine Analogie und faktisch eine Fiktion! Es gibt einen Unteschiede, der eine Scheidewand markiert.

Und hier geht es gleich weiter: Eine Analogie bedeutet keine Identität zweier Dinge, keine Gleichheit von Darstellungen, Vorgängen oder Sachverhalten. Es ist nur Ähnlichkeit. Kann der Geldwert von Ähnlichkeit höher sein als der reale Nutzwert von Ähnlichkeit und Verweisen? Wie soll das denn z.B. bei Metaphern und Allegorieren gehen? Sprache ist zuerst bildlich. Das ganze Altgriechische beruht auf einem Primat des Optischen. Sprache soll Erleuchtung und Vernunft bringen, nicht Dunkelheit. Und Recht soll Gerechtigkeit bringen. Man kann nicht Gesetze nutzen, um reaktionäre Strukturpolitik und rückwärtsgewandte Industriepolitik zu machen. Das ist eigentlich eine ziemliche Perversion Sozialer Marktwirtschaft und im Grunde schlichtweg ein unverschämt perfides Verdrehen klasischer und traditioneller ordoliberaler Programmtik. Und das durch FDP und die Union! Die Politik lässt sich dysfunktional instrumentalisieren. Inwiefern ist das bürgerlich? Beim Kohlebergbau ist man an auch nicht so zimperlich gewesen. Und das war wenigstnes eine Frage von nationaler Bedeutung.

Man erkläre denen ganzen Vorgang bitte! Von einer bürgerlichen Koalition ist Wettbewerbspolitik und Leistungswettbewerb zu erwarten und kein Statusschutzrecht im terminologischen Mantel eines “Leistungsschutzrechtes”. Das leidiges Geklüngel mit Interessenkalkül. Das ist Hintertür, List und Tücke.
Das ist die Härte. Aber es ist leider Härte in die falsche Richtung. Auf welches Tor wird hier gespielt? Das ist ein Eigentor! Das geht an den Bedürnfnissen von Bürgern und der Republik absolut vorbei. Das Vorhaben ist politisch und in der Sache nach klar verfehlt. Es gehört also beerdigt.

Wer kein Einsehen und kein Erbarmen hat und sich der Unvernunft hingibt, kann von mir auch nicht auf Erbarmen hoffen oder rechnen. Es gibt intellektuell keine Gnade für von Intellekt gänzlich befreite Sachverhalte. Für Stumpfsinn gibt es kein Pardon vom Scharfsinn. Unachtsam regierende Politik muss mit der Wachsamkeit auf Seiten des regierten Bürgers rechnen.

Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott (NT Johannes 1,1) Das ist die Urkunde. Es ist unkundig und verdorben, ja schändlich, auf die ursprüngliche Kunde, Sprache und Wort, Logos und Vernuft einen eingrenzende und das Denken und sprechen knechtenden Anspruch nach einem Leistungsschutz geltend zu machen. Das ist Anmaßung und sogar unchristlich und altmodisch formuliert eigentlich sowas wie ungehorsam gegen Gott. Es lästert bedeute Güter und entehrt sie. Die Vernunft wird gelästert und ihr widerfährt so keine Ehre, sondern Schande und Entweihung.

Man kann es halten wie man will, extrem bedenklich ist diese böse Aufblähen von Rechtsinstrumenten, das Recht in Unrecht und Schaden anstelle von Nutzen verkehren würde. Instrument heisst ja eigentlich Spielzeug und das ist ein ganz diabolisches Spiel, das da betrieben wird. Wo treibt uns das hin? Auf Wort und Sprache ansich, auf “logos”, darauf kann doch kein Urheber Anspruch erheben. Geschicklichkeit bei Werken, bei Handwerkund und Produkten von Herstellern, das kann geschützt werden. Aber ein Können im Denken ist ohne das ein Werk gegeben ist, ontologisch gar nicht in einem “Seinsmodus”, rechtlich, politisch, theologisch oder philosophisch protegiert zu werden. Das ist Humbug und ein Schildbürgerstreich par excellence. Es gibt kein Patent auf das Denken und auf das Formulieren. Geschaffene Substanzen können geschützt werden, aber Formen des Denkens nicht. Sinngehalte können nicht geschützt werden. Nur sinnlich erfahrbare Gehalte verdienen Schutz. Leistung meint Kraftaufwendung, meint nicht denken. Das ist wider alle Urteilskraft. Der Aufwand von Energie und die nützlichen Produkte können prämiert werden, unnützer Geldaufwand darf keine Protektion erfahren. Renditen und ihr Kalkül haben Markt und Wettbewerb zu unterliegen.

Ein Leistungsschutzrecht kann nicht auf Logos geltend gemacht werden. “Übersubjektive Strukturen der Sprache” (Habermas) sind ohne Eigentümer. Das sind quasi “Einbildungen ohne Eigentümer” (Robert Pfaller). Was soll der Unsinn?

Was soll diese faktische extensive, dieser Exzess an Analogien im Rechtswesen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass intelligente und gebildete Menschen wie nicht den Unterschied zwischen denken von Menschen und rechnen von Maschinen kennen. Aber die haben da wohl ihr eigenes Kalkül.

Werk und Wirkung: Cui bono “Deutschland schafft sich ab”?

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Wofür ist genau die Wirkung der Meinung von Sarrazin der Prüfstein? Bzw., worin besteht der Skandal? Was ist schlimm daran, dass Sarrazin nicht die Wirkung hat. Wenn das Buch “Deutschland schafft sich ab” ein gutes Buch wäre, welches Wirkung sollte es dann haben? Fördert Sarrazin eine Tugend?

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