Archiv für die Kategorie ‘Jesuanität’
Ist der Text im Buch von Sarrazin und sein Storyskript ein Kulturkampf in Deutschland oder Kulturkampf gegen Deutschland?
Ist der Text im Buch von Sarrazin und sein Storyskript ein Kulturkampf in Deutschland oder Kulturkampf gegen Deutschland? Wofür kämpfen wir? Wofür kämpft wer?
Was Sarrazin hier abzieht, dass ist klar Kulturkampf gegen das eigentliche Christentum in Deutschland. Und es ist vom Gedankengut & Weltanschaung her auch Kulturkampf gegen den Liberalismus und den Humanismus. Sarrazin ist auch kein sonderlich religiöser Sozialist. Das Begründungsprogramm im Buch von Sarrazin ist (pseudo)wissenschaftlicher Sozialismus zur Weltverbesserung.
Nicht die als “Fakten” beaupteten Textzeilen von Sarrazin zählen, sondern unsere humanistische und christliche Werte. Nicht die Naturwissenschaft, präziser: die bisher erforschte Natur, zählt, sondern die 10 Gebote, um die Lebensverhältnisse zwischen den Menschen zu Regeln. Forschung ist jedoch nicht Wissenschaft.
Eine zentralistische sozialistisch Zuchzentrale, die Jahrespläne für Zucht und Auslese ausarbeitet, darüber denkt in Deutschland niemand nach.
Joachim Gauck steht für eine Großgesinntheit
Ich würde sagen: Gauck steht für Großgesinntheit. Wulff steht für den Anschein von Wohlgesinntheit. Wohlgesinntheit ist weder Freundschaft noch Zuneigung. Wofür stand Gauck als Persönlichkeit noch? Gauck steht nicht nur für Sehnsüchte im Volk, eine Leistungen und Verdienste oder seinen Status. Es ging auch und geht auch heute in der Politik um Charakter und Persönlichkeit.
Es ist sonnenklar: Es ging bei Gauck nicht um Messias als große Seele und einfache Verschmelzung mit einer Führerpersönlichkeit, sondern es ging um Aufbruchsgeist. Es war kein Duell der Seelen. Die Politik hat sich dem Aufbruchsgeist der Bürger für unser Land verräterisch verweigert. Die Politik und ihr Management muss zuerst reformiert werden. Reformen haben nicht dem Status Quo der politischen Klasse zu dienen.
Der Geist ist aus der Flasche. Die Frage ist wer sich zu ihm bekehren lässt. Wenn man in das Unbewusst der Politik eintaucht (Taufe), dann ist die Erkenntnis ganz schnell da, dass es so nicht weiter gehen kann. Wohin soll es überhaupt gehen? Wir reden immer nur darum, wer uns führt, aber nie darum, wohin geführt werden soll. Der Staat als “Führerstaat” bzw. “führender Staat” hat keine Aufgabe außer die Reproduktion dessen, was schon ist, was ist, d.h. Bestandsverwaltung; aber eben keine Innovation. Von wo nach wo soll es gehen und wo ist dann erstmal Schluss mit einem Zwischenhaltepunkt? Politik ist eben nicht für die Ewigkeit.
Der Inhalt ist der Aufbruch selbst. Eben nicht griechisch die Rückkehr, sondern Aufbruch und Befreiung mit Abraham und Moses. Levinas kontrastiert Abraham und Odysseus sehr schön.
Statt neue “oberste Seelen” braucht es einen neuen Geist. D.h. eine Reformation bzw. eine “Reformierung”. Gauck war und ist eine große Seele und brauchte etwas als “neuer Geist” für einen besseren Anfang beides in Person und als Symbolfigur, die sich “erprobt und bewährt” hatte.
Noch nie wurde in Deutschland ein Bundespräsident zur Rettung und als Schutzschirm für eine abstürzende Regierung gewählt. Die Wahl ist als Entscheidungsverfahren über die Zukunft der Regierung missbraucht. Um des Landes ging es nicht. Es war erkennbar Sieg der Macht der Bürokratie über Bürgersinn und Gemeinsinn.

