Archiv für die Kategorie ‘Neokonservatismus’
Die Schiiten im Iran und die israelischen Juden verbinden gemeinsame Eigenschaften
Ich fasse zusammen: Israel hat Angst, der Iran hat Angst; israelische Juden haben Angst, Schiiten haben Angst. Israel und der Iran stehen in Distanz zum Westen, stehen in Distanz zu USA und Israel, jedenfalls die jeweils in Iran und Israel amtierenden rechten und rechtsreligiösen Regierungen. Beide halten den Westen für dekadent und im Niedergang begriffen. Israel will eine moderne und souveräne Nation sein, der Iran will eine moderne und souveräne Nation sein.
9/11 – Supermacht USA von der geordneten Republik zum Empire im Ausnahmezustand
Sheldon Wolin (2008:1999, Princeton University Press) spricht bezüglich der USA von: “The new militarism, glorifying war and sacrifice, and boasting an imperial reach, is being made is being made an integral element of the public piety so conspicuous in American politics.”
Allgemein gilt: Wer seine Gefolgsleute in Untaten und Verbrechen verwickelt, schafft sich unbedingte Gefolgschaft bis zum bitteren Ende.
Reue, Einsicht und Vergebung sowie Versöhnung und Wiedergutmachung haben es manchmal schwer.
Reinwaschung – auch von Blut – ist einfach, wenn sie katholisch sind und bei der diskreten “Ohrenbeichte” mitmachen.
“Genosse” Gauck spricht Grußwort beim SPD Bundesparteitag 2010, der Partei des “demokratischen Sozialismus”
Kürzlich trat Joachim Gauck in der ARD bei “Beckmann” gemeinsam mit Peer Steinbrück auf. Steinbrück und Sarrazin arbeiten in ihren Bucherscheinungen mit einem Zitat von Lasalle, welches Keingeistigkeit kritisiert. Ähnlich kritisiert Gauck in seinem Buch die “Kleinmütigkeit” vieler Bürger.
Gauck beruft sich auf einen Auftrag aus der “Suchbewegung der Vielen”. Nun kann eine solche Gruppe gerade keinen Auftrag aussprechen. Gauck irrt auch. Das PRO für Gauck war entschieden ein GEGEN Wulff, den Parteipolitiker. Es ging um Neuwahlen, die Frank Walter Steinmeier gefordert hatte, und um Sturz der Regierung Merkel.
Inhaltlich macht Gauck Fehler, wenn er da von spricht, Vorwahlen nach amerikanischem Vorbild, wie sie Peer Steinbrück erwähnt hätte, würden Inklusion in “politische Willensbildung” befördern. Nun ist das aber gerade keine Leistung von personalpolitischen Entscheidungen bei der Aufstellung von Kandidaten für die Parlamente. eine solle Veränderung würde wie in den USA durch die “Tea Party” die Stabilität der Demokratie durch radikalen Pöbel und den Mob unterwandern. Richtet Gauck sich an die “multitude”, an die unbestimmte Volksmenge? Das Mittel der Einbeziehung unkundiger Externer ist gerade auch bei internationalen Organisationen beliebt, um etablierte Politik und etablierte Interessenverbände strategisch zu schwächen und zu schädigen, und mit bunt zusammengewürftelte Einzeln zu arbeiten, sie mit Spesenaufwendungen zu privilegieren und zu ködern, in deren Namen dann Politik gemacht wird.
Aus dem Archiv: Sloterdijk und Honneth (2009)
Haben Sie denn nicht bemerkt, wie Sloterdijk sie auf den Arm nimmt?
Texte von Sloterdijk schreiben einfache Gedanken tief und schwer – plump -, um dann aufstrebende Leichtigkeit in die höchsten Sphären folgen zu lassen. Das wirkt kitschig und soll der politische Schwere einer vergifteten Agitation das Gewicht nehmen. Wer wie Sloterdijk reagiert, ist vom Gegner ins Mark getroffen worden und bittet um Gnade. Dem Opponenten nun die eigene Maximen der Lebenskunst psychologisch unterzuschieben, deutet hart erarbeite Heiterkeit an. Sloterdijk ist konsequent, seine transethische Konzeption der Gabe basiert auf Gnade und schweigt über die Möglichkeit rächender (indogeramnischer) Götter im Hintergrund. Bei Platon gilt mit Bezug auf das Schicksal quasi: “Der Wählende ist immer Schuld”.
Religionswissenschaftlich ist das neues Heidentum statt Enthellenisierung des Katholizismus. Sloterdijk spielt seine aristokratische Ethik der Würde gegen die primitive Gier des gemeinen Bürgers ein, die in aktive und passive aufgeteilt werden sollen, da die Gleichheit vor dem Recht aufgehoben wird. Würde und Ordnung durch ästhetisch gerechtfertigten Feudalismus, das ist kurz vor dem Faschismus der Spielart Julius Evola. Einer stolzen bürgerlichen Gesellschaft eine diffamierend marxistische Praktiken zuzuschreiben, wie Sloterdijk es tut, läßt ihn sich als furchtbaren Kunstprofessoren entpuppen. Dieses erkennbar von links nach rechts gewendete Erbe der marxistischen Staatskritik aus der Erfahrungskohorter 68er als in einer der Sophistik ähnlichen Geste auf dem Markt als Innovation anzupreisen, ist eine Zumutung.
Sloterdijk greift nicht primär die soziale, sondern die liberale bürgerliche Demokratie an, indem ihre Praxis auf das Level von Rousseau, Marx und Lenin gestellt wird. „Sozialer Ausgleich“, das worauf Müller-Armack und die geistigen Fundamente der Republik rekonstruierte; dessen Grundlage, das „Zeitalter des Augleichs“ (Max Scheler), alles zu „bestehende Verhältnisse“,
Sloterdijk sagt „Darstellung“, „epochal bedeutsam“, „Logik“, alles kein persönliches Urteil über die Verfassungstreue.Weil an der Gegenwart alles was relevant ist, nur aus der Historie relevant ist, ist nichts an der Gegenwart für die Historie relevant, d.h. nichts ist richtig, weil alles nur alternativlos ist. Geltung der Gegenwart nur unter dem Gesichtspunkt der Genesis, Gegenwart als altnerativlos. Gnostische Geworfenheit in die Zeit.
Was gemeint ist, trifft sich zwischen linksradikaler Antifa und APPD, nämlich „fickt das System“.
Da für Sloterdijk nur Ästhetik zählt, ist ihm so zu begegnen. Kein Gedanke wird schöner, nur weil dieser kurz heller blitzt, wenn darauf das ruppige Dunkel der Nacht in ewiger Wiederkehr folgt.
Es geht nicht um eine philosophische, sondern um eine politische Differenz, die Sloterdijk freilich aus seinem Amt heraus mit Autorität versieht. Vielleicht sollten Professuren, insbesondere deren der Künste, entinstutionalisiert werden, da mit Kunst ohnehin nicht als Kenntnisse lehren kann, sondern nur lernen lassen kann.
Der erneut von Sloterdijk vorgebrachte Terminus „BRD“ ist ein alter linker Kampfbegriff gegen unser Deutschland und den sozialen Rechtsstaat, der auch die von der Politik in die Ästhetik transformierte Unversöhntheit des juste milieu der alten Bundesrepublik spiegelt. Wirklich etwas mit Fragens des Gebens und Nehmens hat vielleicht Sexualität zu tun. Dann muss aber gefragt werden, wieso sich Sloterdijk nicht in Nachfolge von Levinas diesem Thema als “eister animmt, sondern den Bürgern über die Steuern lehren will. Aber spricht Sloterdijk als öffentlicher Experte für Governance?
Eine Differenz techne und praxis wird ignoriert. Ist eine „Kolonialisierung der Lebenswelt“ durch staatliche Steuern seit der „Theorie kommunikativen Handelns“ nicht eigentlich ein alter Hut? Kommt die transpolitische Versammelung derer, die Ethik nur als Ästhetik denken?
Sloterdijk sollte mit Kardinälen Rede pflegen, denn schließlich sorge sie sich gemeinsam neben Ästhetik auf vorstaatliche Grundlagen der Gesellschaft und Dogmen in Form eines vormodernen Platonismus. Von den Scholastik könnte Sloterdijk sich einiges über Systematik lehren lassen.
Eine „bedingungslos bejahende Perspektive“ ist keine Haltung, weil es a) Perspektive ist, b) „bedingungslose“ formulierte „Bejahung“ für jeden erkennbar sinnlos ist, und c) ihre Glaubwürdigkeit bei an Nietzsche und Heidegger geschulten Denkern quasi ewig „in der Frage steht“, da sie in ihrem Platonismus entwender jenseits davon sind oder wegen der entzückenden Tücke der „alethia“ jederzeit „immer schon“ in der Irre. Einstellen des Einstehens. Deshalb ist es zudem ohne Sinn, „Fragen“ für „sensitiv“ statt sensibil zu erklären, was weiterhin Psychologismus ist, als ein Monismus. Öffentliche Deliberation „vor Publikum“ erklärt Sloterdijk für undurchführbar und fordert für sich implizit explizit ein Tabu ein, wie es für Sexualität gelte, so dass nur im Privaten über seine Thesen diskutiert werden dürfe.
Immunisierungstaktiken wie „unverkennbar“ belegen fehlende Dezentralisierung der eigenen Perspektive. Sloterdijk fordert Aristorkatie, um das Duell unter Verweis auf die „ideale Sprechsituation“ auszuschlagen. Das is unterhaltendend, aber doch ohne gravitas. Kein „Kampf um Anerkennung“ mit Sloterdijk, nur monologische Meditationen über den Thymos, der als neue, monologische Weltseele den Heiligen Geist abgeschaft ersetzt? Offenbar sind die Menschen für Sloterdijkt nur Leben, das in Folge von Affekten so brässig wie die elenden Helden bei Troja ist, so dass das Leben nur das Gelächter von wahren Göttern im Leben verdient. Wir sind ja nur die im „dogmatischen Schlummer“, da möchte man wissen, welcher Deutung von Heraklit Sloterdijk anhängt. Sloterdijk spaltet. Das ist das einzige voran geglaubt wird, ist an Spaltung. Spaltung ist eine prima Sache, hat Joachim Ritter einst herausgearbeitet (“Entzweiung”), so könnte man das auf sich beruhen lassen. Aber der von einem linken Heideggermarxismus in einen radikalen rechten, transpolitischen Antiegalitarismus gewandelte subtile Kampessayistik folgt nicht der Linie eines behutsamen Modernitätskonservatismus.
Das Pharmakon Sloterdijk ist keine vergiftete Geschenkgabe mehr, die man ins Fernsehen ausrangieren kann. Sie ist los vom Glück des Wesens dieses Gemeinwesens. Seine Leier spannt am Verfassungsbogen.
Wie Ernst Cassirer über Hegel als Philosophen urteilt
In seinem Buch “Vom Mythus des Staates” (Verlag Felix Meiner) urteilt der bürgerlich-liberale Cassirer:
„Hegels Logik und Philosophie schien das Triumph des Rationalen zu sein. Der einzige Gedanke, den die Philosophie mit sich bringt, ist die einfache Vorstellung der Vernunft; daß sich die Weltgeschichte als rationaler Prozeß darstellt. Aber es war das tragische Schicksal Hegels, daß er unbewußt die irrationalsten Mächte entfesselte, die jemals im politischen und sozialen Leben erschienen. Kein anderes philosophisches System hat so viel zur Vorbereitung des Facismus und Imperialismus getan, als Hegels Lehre vom Staate – ,von dieser göttlichen, wie sie auf Erden existierte. Sogar die Idee, daß es in jeder Epoche der Geschichte eine und nur eine Nation gibt, die die wirkliche Repräsentation des Weltgeistes ist, und daß diese Nation das Recht hat, über alle anderen zu herrschen, war bei Hegel zuerst ausgedrückt.“ (Seite 336)
Teilanalyse des Textes der Kampfschrift des Buchautoren Thilo Sarrazin
Hetzerische Wortwahl?
Sarrazin führt auf Seite 1 bereits kämpferisch die Beschreibung “Fäulnisprozesse” ins Feld und verurteilt im Grunde eine angeblich unzureichende “Sehschärfe” der Institutionen, also Staat, Verwaltung, Volk, Wissenschaft und Bürgertum als “getrübt”. Nach dieser Logik könnte dann nur Sarrazin der nationale Retter sein, der die Wende bringt.
Perverse Wortwahl!
Sarrazin (Seite 393) bringt arrogante & perfide Sätze wie: “Was uns fehlt, füllen wir teilweise mit anatolischen Bauern… auf.” Hat der (Stadtmensch) Sarrazin ein Problem mit Bauern?
Und die deutschen Bauern brauchen tatkräftige Arbeitskräfte. Es ist ein politisches Problem, dass die Struktur von Wirtschaft, Recht und Sozialabgaben eine rentable Entlohnung für alle hinderlich ist. Spezialisierung ist normal im Prozess der Arbeitsteilung. Es kommt darauf an, die Rahmenbedingungen günstig für alle zu optimieren.
Lügen im Text von Sarrazin:
“Wir nehmen es als unvermeidlich hin, dass Deutschland kleiner und dümmer wird” (Seite 17). Die Frage ist nur, inwieweit der Text Sarrazin lügt, nicht ob der Text von Sarrazin legt. Unzählige Menschen setzen sich jeden Tag für ein anständiges und besseres Deutschland ein. Niemand, außer Fatalisten, nimmt etwas hin, was auch nur annährend etwas mit diesem Satz zu tun hätte.
Propaganda & Hetze!
Sarrazin betreibt Propaganda & Hetze, wenn er behauptet, die “bürgerliche Mitte” (Seite 391) werde in Deutschland bekämpft!
Lügenmärchen über die Geschichte der Menschheit
Schon in Fußnote 4 will Sarrazin (2010:411) so “goldenes Zeitalter” aufzählen. Aber es sind überwiegend dekadente Feudalsgesellschaften mit Ausbeutung, Sklaverei und Leibeigenschaft (Ägypten, Rom, Hochmittelalter, absolutistisches Frankreich) oder aber das Zeitalter von Imperialismus und expolosiven sozialen Problemen (Britisches Empire 1815-1914 und Deutsches Kaiserreich 1871-1914). Preußen vor Bismark fehlt. Einschlägiges haben Hannah Arendt in “Elemente und Ursprünge totalitärer Herrschaft” kommentiert und die Geschichtsforschung, z.B. in der Person von Hans-Ulrich Wehler in der Richtung Sozialimperialismus”.
Und das antike Athen und die gelobte “griechische Antike”. war eine zutieft rassistische und frauenfeindliche Veranstaltung. Das ist heute faktisch der Konsens in der Forschung, nicht nur an allen Eliteuniversitäten weltweit. Marx hatte Athen und Rom ohnehin zutreffend als “Sklavengesellschaften” klassifiziert. Sarrazin benutzt hier die klassischen Maßstäbe von historischer Esoterik und spiritualistischen Geschichtsschreibern.
Das geteilte Deutschland und die BRD als “goldenes Zeitalter”?
Historisch ein Fehlurteil ist die isolierte Betrachtung von Westdeutschland und die bräsige Behauptung, es handele sich bei ihr um ein “goldenes Zeitalter”. Das vereinte Deutschland zählt. Das größte Glück war die Einigung Deutschland mit der Wiedervereinigung und das Ende des Kalten Krieges der Blöcke. Das zählt.
Volkswirt Dr. Sarrazin ist akademisch und intellektuell genauso lächerlich wie brandgefährlich
Sarrazin ist lächerlich! Auf Seite 396 räumt Sarrazin ein, für die nächsten 100 Jahre “Nettoreproduktionsrate” wie letzten 40 Jahre zu unterstellen.
Unverantwortlich, gemein und hinterhältig
Es ist unverantwortlich, dass Sarrazin Kinderreichtum fordert, gleichzeitig religiöse Mensche mit vielen Kindern als Verführte denunziert, die quasi Kindergeld abstaubten.
Perfide Unterstellungen in Szenarien
Eine nicht anders als perfide zu nennende Unterstellung ist es, die Sarrazin bewusst trifft, das die Partei “Die Grünen” seien 2017 für gleichsam für zügellosen Familiennachzug von Ausländern ist politische Perversion. Dazu zeichnet Sarrazin das Szenario einer schwarz-grünen Bundesregierung mit Angela Merkel und Jürgen Trittin im Jahr 2017 (Seite 397). Das ist eine politische Perversion von Sarrazin und Ausdruck einer Paranoia vor der vermeintlichen Herrschaft von irgendwelchen 68ern, die längst alle in Rente sind.
Binsenweisheit, dass der Mensch sterblich ist. Ist die Sterbetafel Statistik oder Naturgesetz?
Sarrazin liegt nur darin richtig, dass der Mensch natürlich sterblich ist. Doch die Sterbetafel ist KEIN Naturgesetz, sondern Statistik, Wahrscheinlichkeit. Statistische Gesetzemäßigkeiten sind keine Naturgesetze. Naturgesetze hängen klassisch mit Naturkonstanten oder unstrittigen und eindeutigen Mittelwerten zusammen.
Für mehr Ausländer und Zucht von Menschen mit rassigem Intellekt!
Sarrazin will MEHR Ausländer und MEHR Fremde nach Deutschland holen! Sarrazin will intelligente Ausländer und schönere Deutsche!
Politische Täuschung durch Sarrazin
Sarrazin schreibt: “Jeder Staat hat das Recht, darüber zu entscheiden, WER in das Staatsgebiet zuziehen darf…” (Seite 391). Sarrazin will aber tatsächliche sachliche und NEUTRALE (d.h. “WAS”) Kriterien! Sarrazin will z.B. die Einwanderung von Türken und Ägyptern (Seite 393), wenn beim Geld Bilanz und der Nutzen (für wen?) stimmt.
Ist das Deutsche da wo Deutsche sind oder wo Deutschland ist?
“Das Deutsche kann aus Mitteleuropa verschwinden, so wie das Griechische aus Kleinasien verschwand” (Sarrazin 2010:394). Meint Sarrazin hier eigentlich die Antike oder die Vertreibung von Griechen durch die Türken im 20. Jahrhundert?
Spiel mit Antisemitismus?
Sarrazin zeigt “literarisch” offenen Antisemitsmus, wenn er auf Seite 397 gegen das Moses Mendelsohn Zentrum der Universität Potsdam unter Nennung des dortigen Wissenschaftlers Gideon Botsch hetzt.
Methode Angst als Emotion ist politik wirksam, aber kein Ersatz echte Politik
Sarrazin macht mit Angst Politik, macht aus Wort “Volk” ein Kampfwort: “Die Völker hatten Angst um ihren Lebensstandard.” (Seite 405)
Das marode Deutschland soll froh sein?
Sarrazin steht für Multi-Kulti Mist und Gutmenschentum bei Sätzen: “Freuen wir uns über jeden, der kommt und bleibt” (Seite 393). Über das Buch von Sarrazin kann man sich nicht freuen. Es fordert heraus.
Offen Arroganz, perfides Denken, offen Menschenverachtung und Hetze?
Sarrazin bringt arrogante und perfide Sätze wie z.B. : “Was uns fehlt, füllen wir teilweise mit anatolischen Bauern… auf” (Seite 393).
Radikaler Sozialismus von Rechts nach Links ist das eigentliche Credo von Sarrazin
Die sozialistische Perversion im Text von Sarrazin zeigt sich an “Die Einführung von Schuluniformen könnten Kosten für Bekleidung senken” (Seite 386)! Das ist eindeutig zentralistische sozialistische und ökonomistische Rationierung anstatt freier Markt und Soziale Marktwirtschaft!
Verarsche?
Sarrazin verarscht uns und die Leser mit Sätzen wie: “100 Jahre sind nicht lang” (Seite 394).
Böser Schluss von Sarrazin und vergiftetes Zitat:
Das Schlusswort von Thilo Sarrazin: “Mit den Worten einer untergegangenen Sprache rufe ich der Politik zu: Hic Rhodus, hic salta”. Das ist eine freilich eine frivole, präziser eine obszöne, verbotene Anspielung auf Hegel und Karl Marx. Marx schreibt in diesem Zusammenhang:
„Proletarische Revolutionen […] schrecken stets von neuem zurück vor der unbestimmten Ungeheuerlichkeit ihrer eigenen Zwecke, bis die Situation geschaffen ist, die jede Umkehr unmöglich macht, und die Verhältnisse selbst rufen …”
Es geht um unser Deutschland. Sarrazin verrät sich mit seinem Ruf. Er will ein anderes Deutschland.
Aus dem Archiv: “Perspektiven auf die Stellung des ordoliberalen Denkens in der Bundesrepublik”
Es bedarf stets der gestaltenden Tat zur Entfaltung dieser Potentiale, wie Müller-Armack 1932 bereits andeutete. Dieses Denken ist in Zeiten der Globalisierung, der Liberale teilweise säkulare Erlösungspotentiale zuschreiben und in Zeiten, in denen Marxisten auf den großen eschachtologischen Crash warten, aktueller denn je. Ordoliberalismus und Soziale Marktwirtschaft sind bürgerliche, kritische Theorien des Industriezeitalters. Ihre negativen Erfahrungen mit dem missglückten Weimarer Korporatismus hat sie teilweise zu Gegnern elitärer sozialdemokratischer Ideen der Hochmoderne gemacht, die zu Recht von den Neuen Sozialen Bewegungen kritisiert wurden. Diese Gegnerschaft mündete im Alter bei Röpke in missglückte Positionen.
Ihre Verteidigung der Bürgerlichkeit ging denen der Schüler Joachims Ritter weit voraus, die teilweise Carl Schmitt näher standen als Ordoliberale. Ordoliberales Denken steht wegen anderer Perspektiven auf die Steuerungsmöglichkeiten des Rechts konträr zu Luhmann. Der Ordoliberalismus war ein bürgerlicher liberal-konservativer Weg in die Moderne als Erfahrung unbürgerlicher Zeiten, der sich keineswegs in ästhetische Kunstwelten geflüchtet hat. Eucken, Röpke und Rüstow schätzen „common man“, aber standen in Distanz zum modernen Angestellten als „common man“. Ordoliberales Denken und Ludwig Erhard standen gegen reaktionäre im Bund der deutschen Industrie, die Marktpreise als „soziologisch falsch“ ablehnten. Hier ist eine „Verwestlichung“ unübersehbar.
Müller-Armack war der Vordenker und Verwirklicher eines liberalen Neokorporatismus und einer europäischen Ordnung. Dies scheint von Wissenschaflter in Köln und Florenz vergessen und ignoriert worden zu sein, obwohl Müller-Armack nicht nur sich für das Europäische Hochschulinstut einsetzen, sondern auf engste mit der Kölner Tradition der Sozialwissenschaften verbunden war.
Ein durch Kojeve inspiriertes posthistorie Denken, wie man es bei Bell, Fukuyama und Gehlen treffen kann, wird man bei Müller-Armack nicht finden. Seine religionssoziologischen Perspektiven und die umfassende Kultursoziologie Rüstows werden heute wieder aktueller und sind anschlussfähig an neoinstitutionalistische Ansätze. Röpke schloss mit seinen Ansätzen an Intentionen Karl Löwith an. Beide schlossen sich Jacob Burckhardt im Plädoyer für Maß und Mitte an, dessen Denken aber bürgerlich-aristokratische Elemente enthielt.
Bei Müller-Armack werden die Einflüsse von Ernst Troeltsch, Max Scheler, Max Weber und Helmut Plessner deutlich, also bürgerlich-demokratischer Denker. In dieser Tradition, vor allem von Troeltsch und Scheler, insgesamt der Modernisten plädierte Müller-Armack für sozialen Ausgleich.
Müller-Armack steht in Tradition des Historismus und greift damit dessen Verteidigung Hermann Lübbes gegen Habermas Spätkapitalismus vor. Gleichzeitig war das ökonomische Denken der Ordoliberalen fortschrittlicher als bei maßgeblichen bürgerlichen Intellektuellen der Nachkriegszeit wie z.B. Dolf Sternberger, ohnehin gegenüber schmittianischen Juristen und erst recht postneomarxistischen Apologeten & Freunden der mitunter reichlich idyllischen & idealistischen Zivilgesellschaft. Aus der religionssoziologischen Tradition heraus war Müller-Armacks Horizont jenseits eines strickten Denkens der Einheit des Westens. Vorwiegend publizistischer Kampf oder Unkenntnis kann den habermschen Vorwurf gegen Neukonservative auf die Ordoliberalen münzen, sie hingen in der Tradition des lutherischen Staatskirchentums, was sich verkehrt, da zumindest sie präzise dessen negative Einflüsse geradezu seziert haben.
Geistesblitz zum “Problemfall” Sarrazin
Kleiner Geistesblitz: Meinung ist doxa. D.h. insofern gilt dann Meinungsfreiheit! Aber wenn Volkswirt Sarrazin sagt, es sei genuin quasi Wissenschaft, d.h. nicht doxa, sondern dogma? Was dann? Welchen Geltungsanspruch erhebt Bundesbankvorstand Sarrazin? Anspruch auf Orthodoxie? Gerade auch Teile des Judentum arbeiten mit dem Funktionsprinzip Orthopraxie und nicht mit dem Prinzip Orthodoxie, welches vom Athener Grieche und Philosoph Platon in das” “Abendland” tradiert wurde.
Ist der Text im Buch von Sarrazin und sein Storyskript ein Kulturkampf in Deutschland oder Kulturkampf gegen Deutschland?
Ist der Text im Buch von Sarrazin und sein Storyskript ein Kulturkampf in Deutschland oder Kulturkampf gegen Deutschland? Wofür kämpfen wir? Wofür kämpft wer?
Was Sarrazin hier abzieht, dass ist klar Kulturkampf gegen das eigentliche Christentum in Deutschland. Und es ist vom Gedankengut & Weltanschaung her auch Kulturkampf gegen den Liberalismus und den Humanismus. Sarrazin ist auch kein sonderlich religiöser Sozialist. Das Begründungsprogramm im Buch von Sarrazin ist (pseudo)wissenschaftlicher Sozialismus zur Weltverbesserung.
Nicht die als “Fakten” beaupteten Textzeilen von Sarrazin zählen, sondern unsere humanistische und christliche Werte. Nicht die Naturwissenschaft, präziser: die bisher erforschte Natur, zählt, sondern die 10 Gebote, um die Lebensverhältnisse zwischen den Menschen zu Regeln. Forschung ist jedoch nicht Wissenschaft.
Eine zentralistische sozialistisch Zuchzentrale, die Jahrespläne für Zucht und Auslese ausarbeitet, darüber denkt in Deutschland niemand nach.
Causa Sarrazin: Meinungsfreiheit ja, Bundesbank, nein
Bundesbank hat Verfassungsrang
Die Bundesbank ist eine Verfassungsinstiution aus Artikel 88 Grundgesetz. Sie ist kein Unternehmen. Ein innenpolitisches Spektakel nennt Artikel 88 nicht als Ziel der Bundesbank, sondern die Sicherung der Preistabilität ist als vorrangiges Ziel niedergelegt und verbrieft.
Eine Meinung muss sich frei dem Markt der Meinungen stellen
Sarrazin kann gern in Berlin auf dem freien Markt den Prediger vom Untergang und den sozialistischen Rassenkundler spielen und damit Geld verdienen, wenn er die Gesetze einhält.
Da Sarrazin in gefährlicher Tradition steht, ist es nicht zwingend nötig, das Buch mit der ihm eigenen Satire zu lesen
Da gibt es „wunderbare“ Traditionen, in die Herr Sarrazin sich profund einordnet. Um das zu sehen, braucht man nicht zwingend dieses Buch, das andere mitgeschrieben und korregiert haben, lesen. Man braucht es weder kaufen noch zu lesen. Denn Sarrazin sprach selbst offen von seinem Hang zur Satire. Meinungsfreiheit oder Kunstfreiheit?
Muss man noch Text von Sarrazin studieren?
Tagelang Vorabdruck, mehere große Interviews in führen Tageszeitungen, Wochenzeitungen und Magazinen. Das reicht mehr als aus! Sarrazin und sein Umfeld hatten die PR voll überdreht.
Was ist das Fundament von Sarrazin?
Sarrazin hatte keine solide Substanz vorzuweisen, außer auf berechtige Sorgen und Gefühle bei den Menschen zu treffen, dass die Politik sie mit Integration und sozialen und kulturellen Spannungen allein und im Stich lasse.
Was tut Bundespräsident Wulff?
Auch hier müsste Bundespräsident Wulff Stellung beziehen. Lediglich eine “bunten Republik” auszurufen, das reicht nicht aus.
Wulff muss seine Antrittsrede jetzt verteidigen und vertreten, Farbe bekennen gegen Sarrazin. Steht Wulff für ein weltoffenes Deutschland ein? Steht Wulff zu Merkel?

