Archiv für die Kategorie ‘Gender’
Wider die GRÜNEN Männerreformer und den Marsch in die total entspannte “tantrische Gesellschaft”
Lasche Männer führen zu Ersatverwirklichung von Frauen mit Ökologie oder Kindern und Ekstase und Lust ist wichtiger als Empathie. Das muss man diesen komischen GRÜNEN Männerreformern mal deutlich sagen. Die wollen einfach vermeiden ihren Mann zu stehen und kuscheln nur. Was hilft denn Verzicht auf Wachstum und Profit, wenn die Frauen dann als Mütter ihre Kinder mit Überehrgeiz und Ökomoral quälen? Und diese ganze Scheiße mit Gelassenheit, Zufriedenheit und Ausgelichenheit sowie Harmonie verleugnet Leidenschaft und Glück.
Worauf die GRÜNEN da teilweise hinsteuern, kopiert die katholische Kirche in ihren negativen Seiten. Von zwar Sex, Moral bis Verkleinerung des Menschen im Namen der Ökologie und einer falschen Menschenliebe bei Integration. Und es glaubt doch keiner, dass diese Scheißtoleranz in Ehen in Universitätsstädten besser als die alte bürgerliche Doppelmoral ist. Um Liebe geht es da doch nicht, eher schon, sich selbst mit wenig Rücksicht im Namen der Toleranz, Liberalität und Weltoffenheit auszuleben.
Gefühl und Emotionen als Machtmittel von Frauen: Blinde Flecken des Feminismus
Es ist nachvollziehbar, dass starke Frauenfiguren wie Merkel oder Claudia Roth reizen, Roth sich sowieso als Oberlehrerin unter Instrumentalisierung von Emotionen und Gefühlen aufspielt, was entpolitisiert.
Wenn Teile des Feminismus, ich denke an einen Aufsatz der Philosophin Martha Nussbaum aus den 90er Jahren, die Aufwertung von Gefühlen fordert, da Frauen bislang auf als gefühlslastig dargestellt werden, so muss auch auf Emotionen und Gefühle als Machtmittel von Frauen hingewiesen werden, sei es privat oder sei es in der Politik.
Ein Antwortversuch auf Antje Schrupp: Habt acht auf die Leitbegriffe Damen, sonst leidet ihr ebenfalls
Anjte Schrupp hat gebloggt und es mit dem Titel versehen: “Mehr Souveränität in Liebesdingen.” Das richtiet sich im Modues des Anrufens an die Geschlechtsgenossinnen (“Damen”). Dazu ist zum einen sagen, so wie ich es sofort umgehend kommentiert habe: “Das mit Königinnen vs. Prinzessinnen ist exakt meine Meinung. Ob Souveränität der richtige Leitbegriff ist, da bin ich mir weniger exakt sicher. Ich würde mich freuen, wenn diese Geschichte mit dem Frosch im Märchen und dem Prinzen einmal von Seiten der tiefenpsychologischen Märcheninterpretation erläutert werden würde.”
Ich bemerke weiter dazu: Also die Perspektive, es müssten NEUE und GRÜNDE her halte ich für den Diskurs in einer Subkultur. Wer Deckung aus einem Vorrat an Gründen sucht, der oder die ist zu diskursverliebt. Über Motive mich mit einer Frau zu vereinigen war ich noch nie in einer Unklarheit, die einen derartigen Diskurses bedürfen würde oder Aufbau einer neuen Deckungreserve.
Gut ist das Fazit im Ende mit Königin vs. Prinzessin. Ob der Leitbegriff der Souveränität taugt, sehe ich als weniger unumstritten an. Er wird schließlich innerhalb der politischen Theorie und im Staatsrecht durchaus verabschiedet. Das ist ein Überrest des Neostoizismus in der frühen Neuzeit, gerade wenn es um ein Leitbild für Personen und Führer geht.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich etwas zu den Worten “Privilegienmuschi” und “Privilegienschwanz” sagen. Ohne Schwanz ist eine Privilegienmuschi nicht privilegiert. Und wenn schon heißt das bitte schön “Privilegienphallus” und nicht “Privilegienschwanz”. Letzteres nur für manche sozialadäquat.
Übrigens kommentierte Rüdiger Altmann einmal wie folgt: “Die Emanzipation der Frau kennt ähnliche Folgen: noch intensivere Anpassung an die Arbeitswelt, weiterer Verlust der den Frauen zustehenden Rolle in der gesellschaftlichen Kultur, Freigabe für den sexuellen Konsum, mehr Freiheit also, aber auch mehr Friedlosigkeit.” (Abschnitt “Enttäuschte Welthoffnungen”)
Ergänzung 30.1.2012:
Im besonderen mag das stimmen, nur wenn man das Allgemeine ganz als Kategorie tilgt, es als Essentialismus benennt – wobei ich das Konzept des Essentialismus mehr substanzontologisch deuten würde, dann bedarf es tatsächlicher neuer Gründe. Aber die Liebe und das Lieben ist selbst der Grund des Lebens und aller Dinge. Ansonsten würde ich mich Gehlen und Habermas Gründe und Motive trennen.
Wer arbeitet wofür?
Die “taz” veröffentlich ein Interview mit Hinrich Rosenbrock unter dem Titel “Sie arbeiten gegen Männer”.
Jemand der nur 26 Jahre alt ist halte ich nicht unbedingt kompetent bei so einem Thema. Eine aufarbeitende Diskursanalyse allein ist keine Analyse von Sachverhalten, sondern Beobachtung von anderen Beobachtungen.
Gründe und Motivationen können verschieden (Habermas / Gehlen). Die Motivation war in der alten Frauenbewegung auch nicht immer von der Liebe zu Männern geprägt. Abneigung und Distanzierung von Männern gehörte mit dazu.
Der Fetisch der Sachlichkeit, der dem Konzept “Gender” innewohnt, wird gar nicht gesehen. “Gender Mainstreaming” bezieht sich auf Organisationen. Außerdem wird nicht zwischen Normen und Rollen unterschieden. Und beim Sorgerecht geht das Interview nur auf Scheidungen ein. Das Problem ist das Sorgerrecht, wenn gar keine Ehe gegeben ist.
Subjektive Wunschvorstellungen von Geschlecht und Rolle können quer zu dem laufen, was psychisch und seelisch tatsächlich gefordert ist. Robert Pfaller kritisiert hier dominierende Konzepte.
Für Menschen, die nicht aus dem Bürgertum kommen, sondern aus einfachsten Verhältnissen, ist natürlich Justiz, Medien und Politik ein Komplex, dem sie ohnmächtig gegenüber stehen. Für diese Menschen ist – wie für viele andere – ihr Kind oft ihr ein und alles. Nicht jeder hat einen spannenden oder sehr fordernden vielfältigen Beruf oder Arbeit. Unterhaltszahlungen treffen sie empfindlich. Kinder brauchen Väter.
Wenn das Model der alleinerziehenden von Sozialsektor lebenden Frauen gefördert wird oder aber auch Wissenschaftlerinnen wie Eva Illouz kurzerhand sagen, Geburt und Erziehung von Liebe und Partnerschaft zu trennen, dann sorgt das für Kontroversen.
Die Institutionalisierung von Frauenförderung und Feminismus hat deren Argumentation versachlicht und rationalisiert. Darauf können viele Männer nicht zurückgreifen. Sie stehen mit dem Rücken zur Wand.
Es gibt meistens Bewegungen und Gegenbewegungen. Wut und Ohnmacht gehören dazu. Hier vereinzelte kritische Artikel in den Leutmedien teilweise in den Kontext einer Front von rechtsaußen zu sehen, halte ich für übersteigernd. Auch Gegenposition haben das Anrecht, in Diskurs und Medien transportiert zu werden. Dem darf nicht übergeordnet werden, was Teile von Wissenschaft und (Sozial)Verwaltungen wünschen und erwarten.
Benachteiligung darf nicht nur sozial oder kulturell hinsichtlich Positionen und Status verstanden werden, sondern kann bei Jungen auch bezüglich kognitiver Fähigkeiten ausgestaltet sein.
Einwurf: Die Unlust, nur Abschnittspartner zu sein
Kenneth Gund (http://ktgund.posterous.com/) bringt sich wie folgt in die aktuelle Debatte, die Nina Pauer (aktuelles Buch “Wir haben keine Angst”) in der ZEIT anstieß und auf die Julia Seeliger im FAZ.NET Blog reagierte, Christoph Scheuermann einen Essay im SPIEGEL (“Lieber nicht”) veröffentlichte und heute im FAZ Feuilleton von Jenny Friedrich-Freksa “Küssen kann man nicht alleine” ein weiterer Beitrag fortgeführt wurde. CChristoph Scheuermann schrieb im SPIEGEL (Druckausgabe) dabei eher über die Dreizigjährigen. Julia Seeliger meinte keck: “Richtig küssen, Frau Pauer“. Ich verweise auf meine in diesem Blog publizierte Zeilen “phänomenologische Medidation” über die Liebe. 2007 stieß bereits Ariadne von Schirach eine Debatte über Verbreitung von Pornographie und Unlust und fehlende Bereitschaft und Anwesenheit von Männer in Berliner Clubs, die zum Buch “Tanz um die Lust” führte. Gegenüber Friedrich-Freksa ist zu betonen, dass Eva Illouz das Problem der Autonomie bereits in ihrem vorletzten Buch (“Die Errettung der modernen Seele”) ausgebreitet hatte. Ich empfehle auch “Okkupiert die Ehe!” von Teresa Bücker.
In diesen Dingen bin ich ein erzkonservativer Knochen, stehe mir damit vielleicht manchmal selbst im Weg. Aber ich habe Prinzipien und die Gewissheit, dass ich als Mann nicht unter Druck stehe.
Warum soll ich mich mit einer Frau einlassen, die selbst nicht weiß, was sie will, der Spaß wichtiger ist als Treue, die vordergründig einen Gentleman sucht, eigentlich aber lieber jemanden will, den sie formen kann, die große Emanzipation vorgibt, aber doch lieber jemanden hätte, der erfolgreicher, reicher und von höherem sozialen Status ist?
Zugegeben, ich bin mit 1,71m nicht gerade imposant, habe als Student mehr geistigen als materiellen Reichtum zu bieten und mit exzessiven Parties konnte ich noch nie etwas anfangen.
Ja, ich bin einer dieser vergeistigten, zurückhaltenden Männer. Wenn “Frau” emanzipiert sein will, dann darf sie auch gerne die Initiative ergreifen und sagen was sie will. Das weiß “Frau” aber selbst meist nicht und macht das den Männern dann zum Vorwurf, wenn diese keine Lust auf Abenteuer haben. Männer sind keine kalten Maschinen, auch wir haben Gefühle – auch wenn wir damit nicht permanent hausieren gehen oder diese der Öffentlichkeit mitteilen.
Ich habe keine Lust, der Abschnittspartner zu sein, der für “Frau” gerade als nette Unterhaltung genehm ist, aber darüber hinaus bitte nicht zur Last fallen und schon gar nicht beleidigt sein sollte, wenn er plötzlich nicht mehr in die Lebensplanung passt oder durch ein besseres Modell ersetzt wird.
Genauso wenig will ich das abgelegte Spielzeug von irgendwelchen “Alpha”-Männchen haben, wenn “Frau” irgendwann auf den Trichter kommt, dass Arschlöcher doch nicht der Bringer sind. Auch Frauen mit dem Erfahrungshorizont einer Professionellen brauche ich nicht, besagte Berufsgruppe ließe sich auch für Geld ganz unverbindlich haben und Kinder von fremden Männer will ich auch nicht großziehen.
Ich bleibe bewusst allein. Ich bin mein eigener Herr, ich kann essen was ich will, ich kann leben wie ich will, ich kann mein Geld für Dinge ausgeben die ich will. Ich bin ein Individuum, keine formbare Masse, die man nach irgendwelchen Launen oder gesellschaftlichen Trends kneten und formen kann.
Das Leben ist kein Ponyhof. Andere Menschen sind kein Spielzeug und keine Verfügungsmasse. Man darf sich nicht über “soziale Kälte” beklagen, wenn bereits in dieses persönliche Umfeld von Egoismus und Ideologie überzeichnet ist. Traditionelle Werte wie Respekt und Treue sind kein Fall für die Mottenkiste. Nur wenn beide Partner bereit sind Kompromisse einzugehen, kann Partnerschaft funktionieren. Dazu gehört aber auch ein attraktives Angebot – meine Zeit verschwenden kann ich auch alleine.
Sexgier und Geldgier: Traditionelle vs. moderne Gesellschaften
These 8: Während Gesellschaften traditionell sexuelle Gier ächten, schwindet irgendwann die traditionelle Ächtung der Geldgier. Sie wird vielmehr teilweise institutionalistisiert.
Ländern mit dem Islam fehlt es mehr beispielsweise an sozialer Differenzierung als nur Aufklärung
Westliche “Gesellschaften” nehmen über Moral und vor allem das Rechtssystem Einfluß auf sich selbst, auf ihre eigene “Gesellschaftlichkeit”. Ob man auf “Gesellschaften”, die mehr als Gemeinschaften – gar archaische – über ein religiöses Rechtssystem Einfluss optimal nehmen kann? Die soziale Differenzierung ist in anderen Ländern einfach überhaupt nicht so weit fortgeschritten. Das sind basale soziologische Fakten. Wir tun so, als könnte man mit Krieg für ein richtiges externes soziales Überzeugungssystem “Gesellschaften” modernisieren.
Viele Regionen liegen nunmal gar nicht im Modus von “Gesellschaft” vor. In Afghanistan beispielsweise herrschte 30 Jahre lang Krieg. Dort prägen die Stämme. Es sind keine Gesellschaften, sondern Stammesgesellschaften. Unser Krieg für das Gute mutet mehr einerseits wie eine Art religiöser Opfer an, damit die Welt vor Unheil und Zerstörung bewartet werde. Bewusstsein ist mit Erfahrung – auch innerseelischer – verknüpft und nicht nur eine Angelegenheit, konformes Bewerten zu lernen und abzugeben.
Wir reden hier über “Gesellschaften”, in denen der Islam angeblich vorherrschend sei, in denen aber Mythen und Aberglaube dominieren.
BMFSFJ: Die Bescheidenheit und Großzügigkeit, die Alice Schwarzer fehlte?
Die unerreichte Simone de Beauvoir notierte in ihrem Werk “Das andere Geschlechte. Sitte und Sexus der Frau”:
“Ein wenig Bescheidenheit und Großzügigkeit beim Mann und bei der Frau reichen schon aus, um den Vorstellungen von Sieg und Niederlage den Boden zu entziehen: so wird der Liebesakt ein freier Austausch. Doch paradoxerweise fällt es der Frau viel schwerer als dem Mann, ein Individuum des anderen Geschlechts als ebenbürtig anzuerkennen.” (1992/1951:855)
Geknechtete Gymnasiastenherrlichkeit: “Bildungbürger” und zitierte Lyrik von Goethe
Der säkulare Nationalist und Sozialist Sarrazin (SPD) Goethe sei Dank ein Bildungsbürger?
In einem “Debattenbeitrag” auf Spiegel Online schreibt Matthias Matussek mit doch deutlich weniger Distanz als es gekonnt Frank Schirrmacher tut über den sozialistischen Volkswirt Thilo Sarrazin (laut DVA: “Fachökonom”; jahrzehntelang SPD Mitglied): “Hier auf dem Podium saß ein Bildungsbürger, der in seinem Buch immer wieder auf die glücklichen Lektüre-Erlebnisse seiner Kindheit zu sprechen kommt.”
Ein toller Verdienst der Medien? Kein “Tabu” mehr? Das Beispiel Leitkultur
Matussek vertritt die These, es habe “vor vier Wochen” noch “als Tabu” gegolten, geläufig vom Leitkultur zu sprechen, wie Sigmar Gabriel es jetzt tat. Nun hat aber Sigmar Gabriel nicht von Kultur gesprochen, sondern der SPD Bundesvorsitzende Gabriel hat lediglich die Grundrechte-Artikel unserer bundesdeutschen Verfassung, d.h. das, was Gesetzeskraft hat, was Paragraphen und Artikel sind, mustergültig.
Selbstgenügsame Kontemplation der versammelten Bildungsbürger
Auf die Frage, ob er sein Talent (zur Provokation) geerbt habe, habe Sarrazin geantwortet “Ach, Sie wissen doch, dass alles eine Mischung aus Erbe und kultureller Formung ist.” Für Matussek löst nun die stille Übereinkunft zwischen selbsternannten Bildungsbürgern die Probleme auf. Uns berichtet Teilnehmer Matussek urteilend, Sarrazin “… hatte damit die entscheidende Kampflinie seines Buches im Konversationston entschärft.” Nur bleibt die Frage, ob die Kampflinie, die die Kampfschrift von Sarrazin mit ihrem inhaltlichen Geltungsanspruch aushob, nicht nur mit einem bildungsbürgerlichen Trugreigen “entschärft”, sondern ob sie auch aufgehoben ist? Denn die eigentliche Moral der Geschichte ist die selbstgenügsame Kontemplation der versammelten selbsternannten Bildungsbürger. Der für den Text bezeichnende Passus lautet:
“Ein Publikum, das empfänglich zu sein schien für den bitteren und melancholischen Abschiedston Sarrazins, den er selber ‘Deutschland im Abendlicht’ nannte. Hier auf dem Podium saß ein Bildungsbürger, der in seinem Buch immer wieder auf die glücklichen Lektüre-Erlebnisse seiner Kindheit zu sprechen kommt. Übrigens der einzige, der in Plasbergs Sendung Goethes Spätgedicht “Wandrers Nachtlied” rezitieren konnte.”
Nun, wissen wird doch, dass es tatsächlich “Ein Gleiches” war, welches in “Deutschland schafft sich ab” (Seite 391) und bei “Plasberg” in der ARD lief. Gewiss, schon Bultmann riet Gadamer, warten Sie, irgendwann entdecken Sie Goethe. Doch wie sagt Gadamer: “Ob wir alle noch zu sehr Anfänger im Hören dieser Dichtung sind?”
Terminologie: Bildungsbürger werden die neuen Spießgesesellen
Hinter dieser trügerischen Friedlichkeit von Bildung und Bürger verschwindet die Aggression und die vernehmbare hermeneutische Gewalt, welche die betrachtete Kampfschrift von Sarrazin auf Deutschland erklärtermaßen ausübt. Sicherlich mögen Sarrazin und Matussek sozial oder vom Salär “Bildungsbürger” gesehen, sozusagen im gewöhnlichen, im allgemeinen Sinne sein oder könnten es. Weil sie jedoch gemein statt allgemein sind, vermögen beide es nicht, diesen Anspruch auf Geltung auch kulturell ausfüllen und einen kulturellen Anspruch für das Bildungsbürgertum in Deutschland normativ und politisch oder publizistisch auch mit dieser Art durchsetzen zu können mit ihrer Weise.
Denn die Frage ist doch, wer hier inkludiert ist und wen die Exklusion trifft bei der sozialen Klasse “Bildungsbürger”. Für Sarrazin hängt die Frage, wer Bildungsbürger wird, davon ab, wer mit wem schläft. Der Rückzug von der republikanischen Aktivbürgerschaft, der Beamten wie Publizisten gemein ist, schlägt das römische Erbe von Hannah Arendt zu Gunsten von Kontemplation aus. Die Frage ist, ob die dort, in der Urania in Berlin versammelte Gesellschaft von Herren nicht weit weniger eine vorzeigbare Ansammelung freier Bürger und frei gebildeter Bürger war, sondern eine von jener Namen ist, die unlautere Knechte ihrer Bildung und der dazugehörigen alten Herren und einer verwunschenen Gymnasiastenherrlichkeit sind.
Die Sache mit dem zeugenden “Fick” und und die Praxis der Vererbung. Nöte “treudeutscher” Männer am Beispiel Fall Sarrazin?
Nur weil man vielleicht mal die Fresse von Türken oder Arabern hat poliert bekommen, darf niemand ein Biologist und Rechtspopulist werden. Derneue Betroffenheitskult vom “Stamme nimm Sarrazin”, welcher private Angst und Rache, der trotz “Fit for Fun” und der quälenden Askese des Joggens und der Fitness, sich elendig fühlt, sich körperlich und kulturell den “Muskelmigranten” aus dem Morgendland und ihrem Muzzein knechtisch und kriecherisch unterlegen fühlt, da gilt, dass private Neurosen und deren Psyche sozial kein Anrecht auf öffentliche Vernunft und die Räson der res publica haben. Weder die Phantasien von Vorstadtmüttern noch ihre uferlosen Ängste bestimmen nicht die Staatspolitik der CDU. Gemeinsam Ängste steigern schadet, gemeinsam Sorge zu tragen, das hilft. Eine Steigerungsspirale führt am Ende in den Abgrund.
Attraktive “Muskelmigranten”?
Die Monströsität in der Resonanz, die Sarrazin tief im Inneren mancher erfährt, stammt wohl auch aus dem Erschaudern über die klammheimliche patricharchiale Attraktivität, aus Unterwerfung, die derer von Heidi Klum ähneln könnte, die bestimmt wie eines ihrer tollen Mädels gekichert haben muss, als ihr zukünftiger Gemahl Seal in sportiver Kleidung im Hotel begegnet sein soll. Die Macht von Statur und Gemächt, sie evoziert Strömungen im Unterbewusstsein.
Schieben die Männer nicht eigentlich alles auf die Fertilität der Frauen ab?
Wofür ist Demographie die Chiffre? Einseitig wird von Geburten und Fertilität der Frauen gesprochen! Aber wieviele Männer zeugen wieviel Söhne? Auf dem Land sind das handfeste Probleme. Schließlich muss einer den Hof erben und fortführen. Und auch die Tradition muss weitergegeben werden.
Südländer und der richtige Chic bringen es: “italiens do better”?
Haben deutsche Männer etwa Angst, es ihren Frauen nicht (mehr) so gut besorgen zu können, wie Türken und Arabern ihren Weibern? Oder ist es die Angst deutscher Männer vor den attraktiven Migrantinnen, die viel figurbetonter und viel weiblicher gekleidet sind als viele ein wenig wurstige oder aberu auch ungesund dünne Frauen ohne Kurven, die “autochthon” und “deutsch” sind? Kurven stehen über den Zahlen von Sarrazin.
Die Welt ist heterogen und hybrid: Voller Bastard! Nichts ist im “Echttest” reinrassig!
Identität und Erbgut sind stets hybrid. Keine Züchtung ist rein. Gegen den Furor der Reinheit hiflt auch die Lektüre von Philip Roth “Human Stain” (“Der menschliche Makel”) oder Gerd Koenen (u.a. “Utopie der Säuberung”).
Sarrazin ist lutherisch und anti-westlich, nicht calvinistisch und bürgerlich
Im “religionssoziologischem Schematismus” von Müller-Armack ist es der Calvinismus, der auf die “Aktivierung des Laien” setzt, auf “freies Bürgertum”, auf “privates Unternehmertum”. Und Sarrazin, er ist doch lutherisch, eben nicht “westlich” oder “Westernisierung”, denn er setzt(e) auf Verbeamtung. Die Perspektive von Sarrazin. Müller-Armack weist dem Luthertum den “Cameralismus”, die Perspektive “Staat von innen gesehen” zu, bennent “Finanzwissenschaft” und “Themen der Staatspraxis und der vergleichenden Staatenkunde” als Kennzeichen des Luthertums. Offenbar führt die Tradition dieser Spur bis zu Sarrazin.
Den Freunden der “modischen Zivilkleidung” sei gesagt, das Müller-Armack diese dem Calvinismus zuordnete. Beim Katholizismus sah er historisch “ständische Kleidung”. Während das Luthertum eben für den “Staat von innen gesehen” stünde und für “Tendenz zur Bildung individueller Weltanschauung” sowie “regt einfühlende und historische Betrachtungsweise an”, bedeute hingegegen der Calvinismus “Staat vor das Forum der Vernunft und der Bibel gestellt” statt “Staat von innen gesehen”.
Die Ernte, die Sarrazin aussät, sie ist verseucht. Gegen die Plagen, die uns nerven, hilft nicht das Programm von Selbstsabotage und kulturellem Selbstmord, welches Sarrazin als typisch deutscher Pflichtdienst am Untergang vorexerziert.
Mensch Mattussek, da schreibt man schon Bücher über den Wert des Vaters und des Mannes und dann fuhr der Sprößling auf Jay-Z ab. Hilft da der gute alte Goethe? Mehr Licht!?
Probiert Sarah Palin protofaschistisch eine “nationale Wiedergeburt” in den USA?
Sarah Palin und Beck widmen nationale Symbolik um. Also nationale Wiedergeburt wäre vom Gedankengut schon relativ nah an den Ursprüngen des Faschismus. Palin plädiert für Ehre und Militär. Die Frau ist ein wie eine Art aufgedunsenes einstiges “Sport Illustrated Swimsuit Issue” Girl.
Das Ordinäre macht an
Ihre attraktive Anziehungskraft kommt daher, dass jeder marginalisierte Kerl glaubt, sie haben zu können. Denn das Ordinäre ist verfügbar und erreichbar. Die Bilder auf ihrem Buchcover und weitere Fotos arbeiten mit Motiven, die mit der analytischen Tiefenpsychologie von Carl Gustav Jung optimal analysierbar sind.
Frivolität übertüncht Obszönität
Sie überspielt mit Frivolität die politische Obszönität ihrer Stoßrichtung. Ihre banale Sprache verharmlost die gesellschaftlichen Folgen der Agenda. Sie verwirklich die Programmatik der Neocons.
Ein neues Sparta? Rural Amerika? “It takes a village”!
Selbst Daniel Bell zitierte im Klassiker “Cultural Contradictions of Capitalism” in den 70ern Leo Strauss zum amerikanischen Dorfleben. Aber die Probleme gehen tiefer. Der Mythos des intakten Ursprung und der Mythos der Familie zeigt sich auch programmatisch bei Hillary Clinton in ihrem Werk “It takes a village.”
Reaktionärer Rückschlag: Gemeinschaft statt offene Community?
Hier wird aus dem progressiven protestantischen Paradigma “Community” dann wieder die rurale Gemeinschaft, die nah an Blut und Boden ist. Zumindest geht es um eine Dualunion mit der Mutterde in einem ziemlich wortwörtlichen Sinne.
Jonah Goldberg titel ein Kapitel in seinem lesenwerten Überlick “liberal facism” mit “brave new village”.

