"Das Politische anders denken"

Frühling der Bürgerlichkeit?

Archiv für die Kategorie ‘Klagevolle Zeilen

Der Modus der “Anklage”: BILD sucht & kämpft ungestüm

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Vielleicht druckt BILD einmal nicht nur Anklagen. Denn Anklagen bringen auch die Islamisten. Sie klagen alles und jeden an. Deutschland und der Westen brauchen keine Anklagen auf Glaubensbasis. Es braucht die richtigen Schritte. Es braucht keine Überzeugungen. Es braucht konkrete Schritte. In diesem Land wird immer über Überzeugungen gestritten, aber zu wenig über die Veränderung der Realität. Nicht nur das richtige “Sein”, auch das “Tun” ist wichtig.

Geschrieben von edomblog

24. November 2010 um 01:23

Exposition zur Bundestagung der Jungen CDA im Herbst 2009

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Es kann nicht sein, dass Unternehmer Investitionssicherheit und am liebsten starre Spitzenrenditen auf Jahre hinaus gesichert haben möchten. Der Staat kann aber nicht Renditen auf dem Markt sichern, indem die Spielregeln des Staates, des Rechtes und der Sozialen Sicherheit ständig angepasst werden, nur um Renditen auf Kosten der Arbeitnehmer zu sichern, weil Markt und Wettbewerb so hart sind. Es geht hier nicht allein um globale Konkurrenz, sondern um Profithöhe.

Die Unternehmen und die juristischen Personen auf dem Markt dürfen vom Markt nicht mehr erwarten als ein Markt ist. Ein Markt ist kein religiöses Heil, über das sichere Gewissheit besteht. „Allein aus Gnade“ heißt es bei Luther. Das gilt auch auf dem Markt.

Aber diese Spielregeln der Investitionssicherheit müssen auch für Privatpersonen gelten, für Familien, junge Menschen. Wo sind die Investitionsperspektiven für das Leben vom Menschen im Ruhestand? Frühverrentung und Zerstörung der Lebensleistung?

Credo – und das meint Glaubenscredo – war: Eigenverantwortung, Privatisierung, Wettbewerb, Leistung. Solidarität und Brüderlichkeit galten als leistungsfeindlich. Während der Markt in der Werbung hemmungslos auf den Kitsch großer Gefühle und den Kitsch von optisch billiger Erotik und Sexualität setzt, wird das natürliche Gefühl der Menschen für Brüderlichkeit, Solidarität und Gerechtigkeit als naiver und emotionaler Schrott entsorgt. Das gilt als unreifer naiver Kitsch, als kindische Kinkerlitzchen. Und als von gestern. Sprachlich und politisch ist das Gefühl und der Sinn für Brüderlichkeit und Solidarität stumpf geworden: Abgeschoben auf die Hinterbühne. Stattdessen meistens ein unausgesprochendes Plädoyer für „Kampf jeder gegen jeden“, was präsent ist.

Gleichheit wird attackiert, da sie angeblich gegen Freiheit sei. Gleichheit eine mathematische Übereinstimmung und Identität mit der ganz anders geformten politische und soziale Gleichberechtigung vermischt.

Solidarität und Brüderlichkeit meint nicht die Vernichtung privaten Eigentums wie in Kommunismus und DDR. Die DDR war nicht nur eine Diktatur, wie die Politikwissenschaftlerin und zweimalige Kandidatin der SPD für Amt des Bundespräsidentin Gesine Schwan im Kontext der rot-roten Koalition in Brandenburg, kürzlich schrieb, sondern ein totalitäres System, das jede Privatssphäre zerstörte. Nicht nur das politischen System, die Diktatur der SED war Dikatur, das ganze Gesellschaftssystem war von Diktatur, Willkür und Rechtslosigkeit charakterisiert.

Nach dem Sieg über den Kommunismus haben Freiheit und Gerechtigkeit aber noch nicht auf ganzer Strecke gesiegt. Das sehen wir in weiten Teilen China, Rußland, Südamerika, Indien, dem Nahen Osten und Afrika. Die Finanzkrise zeigt, dass auch bei uns und in den USA strukturell und vom System her etwas aus dem Ruder gelaufen ist. Man muss Fragen stellen. War das nur Zufall und Pech oder war das irgendwie in sich notwendig. War das nur ein Problem der Moral oder ein Problem der Aufsicht? Oder liegt darin etwas Tieferes und Ernsteres, das uns alle irgendwie betriff?

Wichtig ist, wie wollen keine Dikatur einer Partei, sei es die SED oder in China. Wir wollen auch keine Diktatur der Wirtschaft und der mächtigen Unternehmen und der Banken. Wir wollen auch keine kulturelle Dikator linksliberale Schnöselfraktion von GRÜNEN und FDP, die sich eitel und selbstzufrieden für etwas besseres als andere halten, nur weil sie meinen mehr Erfolg zu haben als andere. CDU und CSU sind die einzige Partei für alle Leistungsträger der Gesellschaft. Aber das sind sie nur mit CDA und CSA und auch nur mit einer starken CDA.

Die, die die Gesellschaft tragen, sind die Leistungsträger, nicht die, die alles mit virtuoser Leichtigkeit spielerisch nehmen und zeigen wie elegant sie als gloreiche Leistungsträger trotz 100 Stundenwoche sind. Wenn alle Arbeiter und Angestellter, und wenn jede Beziehung, Partnerschaft und Ehe so luxoriöse Prämien für ihr Scheitern erhielte, wie mancher Manger, dann wären wir im Paradies. Aber solange die einen viel arbeiten müssen, obwohl sie abgesichert sind, die anderen aber arbeiten, weil sie nicht abgesichert sind, brauchen wir Politik zur Organisations des sozialen Ausgleichs. Für den Manager mag das Scheitern eines Karriereschrittes menschlich tragisch sein, für einen Arbeitenden, der ringt, wäre ein Scheitern aber eine menschliche Katastrophe, weil sie auch für seine Mitmenschen, die sie und er brüderlich und solidarisch mitabsichert. Hat ein Manager Angst um das Niveau seines Lebens und die soziale Anerkennung in einer selbsternannten Elite, so hat ein Arbeitender ohne Vermögen Angst und Sorge um seine materielle Existenz. Und dagegen politisch etwas zu tun, dass soll für einige schon Sozialismus sein? Was wissen diese Menschen vom Sozialismus?

Dieses regelmäßige Gefasel über Sozialismus und einer Sozialdemokratisierung der Union ist eine offene Verhöhnung der Millionen Opfer des Kommunismus im 20. Jahrhundert. Politisch ist es für uns in der Union schlimm, wenn die SPD mit der Linkspartei koaliert. Moralisch ist es für unser Land schlimm, wenn die SPD mit einer Partei paktiert, die Unheil und Zerstörung über Deutschland gebracht hat, die eine Militärdiktatur errichtet hat und von Pazifismus faselt, um in Tradition imperialistischer und nationalistischer Geopolitik zu stehen, die in ihrer Art nicht anders ist als der von der Linken geradezu religiös vorgetragenen, notorischen Antiamerikanismus. Wir müssen ja die wirtschaftlichen und sozialen Strukturen in den USA nicht lieben, aber das ist kein Grund Land und Leute zu hassen, nur weil Anspruch und Realität jeder amerikanischen Regierung ein wenig auseinanderklaffen. Das ist man doch vom Sozialismus gewöhnt.

Insgesamt ist die Differenz von Reden und Tun heute das Hauptproblem der Politik.

Fragwürdigkeiten schwirren durch den Zeitgeist, entgeistern den guten Geist der Republik

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Streit, Zorn und Groll liegen in der Luft. Böse Schwingungen laden sich negativ auf, kreisen wie Geier umher. Wie kann der Strom an Wellen (Abtritte, Rücktritte, Austritte, umhertreten, Flucht aus Ämtern, Schwund an Vertrauen, Glaube und Treue, Abstürze und Einstürze von Banken, Abgründe, unterirdisch implodierte monströse Luftschlösser der Finanz mit Krise, drei Wahlgänge, Zoff, Umgangston, Streitsucht, pubertäres Wetteifern) friedlich in Meeresstille münden? So, dass kraftvoller Einsatz und Energieaufwand zu Segen (Shalom) würde.

Zum Tod von Nationaltorwort Robert Enke (Hannover 96): In Memoriam Robert Enke

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Das tragische Ende des Nationalmannschaftsspieler Robert Enke illustriert unglücklicherweise, wie suboptimal nicht allein der Umgang mit Depression im Spitzensport und im Nationalsport Fußball ist. Leistungsteigerungen sind hier oft nur noch durch sich einlassen auf Grenzsituationen möglich. Aber auch semantisch bleiben Darstellungen suboptimal. Unverständlich ist, wieso im Kommentar von Robert Zorn von einem „einsamen Enschluss“ die Rede ist, den Enke gehabt habe. Bei so einem Fall kann auch nicht von Selbstmord gesprochen werden, aber auch nicht einfach von Freitod. Im Falle schwerster Depression infolge von Schicksalsschlägen ist von einem Schwinden des Lebenswillens, von einem Dahinscheiden auszugehen. Bloß weil anscheinend kein inneres Dahinsiechen äußerlich erkennbar war, liegt noch lange kein Entschluss zum Selbstmord vor. Dies setzt voraus, dass eine psychatrische Indikation ausgeschlossen werden kann. Ein hochgradig von Depressionen Geplagter kann gar nicht frei etwas wollen. Das Leben von Robert Enke entschied sich, als Enke starb. Wie das war weiß niemand.

Eine Berichterstattung würde ich mir darüber wünschen, ob Enke sich eventuell gegen Einnahme von Psychopharmaka entschieden hat, weil dies in Blut- und Urintest für den Verein, den DFB oder eine Dopingbehörde sichtbargewesen wäre, sowie ferner, ob eine Einnahme von Medikamenten aus sportlichen Gründen wie z.B. Gewichtszunahme, nicht möglich war.

Die katholischen Kirchenfunktionäre und der Pein der Scham. poena oder poine?

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Da heisst es nun immer: “Wir empfinden Scham” von Seiten einiger Würdenträgern. Auch Pater Klaus Mertes SJ benutzte diese Begriff. Aber Scham über exakt über was? Wieso nicht z.B. Mitgefühl mit den Opfer und deren Leid?

Was ist Scham? Wirklichen Scham empfinden schließlich nur die Opfer. Papst Johannes Paul II. schrieb: “Scham tritt in dem Moment auf, wo etws, was kraft seines Wesens oder seiner
Bestimmtheit im Inneren bleiben sollte, die Innerlichkeit der Person verläßt, um auf irgendeine
Weise nach außen in Erscheinung zu treten” (1981/1962:151).

Schämen tut sich also derjenige, der etwas zu verbergen hat.

Man schämt sich für die Taten von Gleichen (Priestern), so wie für Freunde oder die eigene
Familie oder dergleichen. Man möchte verbergen; soviel zur Aufklärung. Wie gern hätten sich
wohl die Opfer vor ihren Tätern verborgen und versteckt?

Nochmal der junge Karol Wojtyla in seinen akademischen Schriften: “…könnte man sagen, im Phänomen der Scham liege stets ein Bestreben, äußere Fakten oder innere Zustände zu verheimlichen.”

Schämen tun sich eigentlich Kinder, wenn sie für was erwischt werden, was ihr Bild bei den
Erwachsenen tangiet, also Konflikt zwischen Selbstbild und Bild beim anderen. Die Fähigkeit,
das Selbstbild des anderen zu wahren, nennt man Takt.

Fühlt man sich im Klerus ertappt wie kleine Kinder? Kann das denn reif sein?

Ist Pein nicht das treffendere Wort? Pein und Peinlichkeit, peinlich berührt, unangenehm
berührt. Wie milde doch diese aktuellen Bedeutungen klingen. Gestraft, vielleicht trifft es
das. Doch Pein http://de.wiktionary.org/wiki/Pein hat harte und nicht milde Bedeutungen.

Mißbrauchstäter sind Peiniger! Sie quälen! Dies als pädagogischen Impetus zu tarnen, ist
besonders pervers, weil es kriminelle Handlungen hinter Normalität versteckt.
“Peinliche Befragung” http://de.wikipedia.org/wiki/Peinliche_Befragung war eine Begrifflichkeit
für Folter!

Zu zeigen, man erleide verdientermaßen inneren Pein über die Zustände, wäre stimmiger, als mit dem Verweis auf das Gefühl von Scham, das eine Art Universalie ist, was eine Form
klammheimlicher Verbrüderung mit allen anderen ist, die Scham empfinden, also mit jedem.

Ein Kleriker hat nicht kindlichen Scham über Straftaten zu empfinden, die er nicht begannen hat und bei dennen er nicht selbst ertappt wurde. Denn das kindische Gehabe wird der Pein derer nicht gerecht, die als Kind Opfer von Mißbrauch unter Anzeichen Zeichen kirchlicher Autorität geworden sind.

Der Rekurs auf Scham kann als ein weiteres Anzeichen für Überforderung gelten.

Angela Merkel und die abwesende, verlassene Verlässlichkeit: Wie fidel ist fides?

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Dr. Angela Merkel hat als Parteivorsitzende der CDU (Christdemokratische Partei Deutschlands) immer sehr offensiv in ihren Reden das Wörtchen “Verlässlichkeit” eingesetzt. Das habe ich quasi genau protokolliert. Es ist allgemein zugänglich dokumentiert in Schrift, Bild und Ton. Was meint dies und worin besteht vor allem eigentlich die Verlässlichheit? Lateinisch meint es “fides”.

Das meint auch Treue und Zuverlässligkeit? Sind damit eigentlich die Bürger mit ihrem Betragen gemeint?

Womit “deckt” die Politik ihre Zuverlässigkeit? Was ist das und worin, und vor alllem woraus besteht Verlässlichkeit und fides? Ist das die Untertanentreue?

Wohin führt Verlässligkeit und Treue und wohin hat Angela Merkel Deutschland und die CDU geführt? Wo stehen die bürgerlichen Parteien? Wo kommen wir her, wo wollen wir hin? Wo steht die CDU gerade?

Sie hat keine 28% der abgegebenen Stimmen geholt. Daran ist die ganze CDU schuld. Aber dr Anteil an der Gesamtanzahl der Stimmberechtigten ist noch marginaler. Das ist nicht anders als dramatisch zu nennen. Was soll aus unserer Demokratie so werden? Wie steht es um die Republik in Deutschland?

Geschrieben von edomblog

14. Juli 2010 um 02:39

Jetzt ist zweite Halbzeit. Herbst ist Verlängerung und das Endpiel. Was Deutschland glückt?

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Nationalelf glückt Platz drei. Neuer Bundespräsident wirft sich Bundestrainer an den Hals. Die zarte aufstrebende Jugend kollabiert auf der Rückfahrt von Berlin im ICE an Hitze und Mangel an Wasser. Die Bürger dursten und schwitzen nicht wegen Jahreszeit, Wetter und Klima. Sie war einen geschlossen in einem rasenden Zug, der nicht stoppen und anhalten konnte. “Houston, we have a problem”: Traumschiff Regierungsviertel landet in Deutschland zu Boden auf der Erde. Die Bundesmannschaft in Berlin muss gewechselt werden, um in die Verlängerung zu kommen. Jetzt ist zweite Halbzeit. Herbst ist das Endpiel. Was Deutschland glückt?

Für Cicero war dem Staatsmann “das glückliche Leben der Bürger zum Ziel gesetzt, …”. Bei Cicero zählten Ehrfurcht (verecundia), die Schicklichkeit (decorum) sowie Würde (dignitas) zum Kanon. Nur über den Weg der Würde könnten Glanz und “fides” erzeugt werden und entstehen. Zur erwähnen sind auch Nüchternheint (frugalitas) und Beherrschung (continentia). Das Fazit von Ottmann lautet: “Der Katalog der Tugenden ist römisch.” Was bleibt zu sagen? Deutschland ging auch aus dem “Heiligen römischen Reich deutscher Nation” hervor. Cicero preist neben Klughat und Tapferkeit als erwünschte und nötige Eigenschaften des Staatsmannes die sogeannte “Seelengröße”. Leo Strauss glaubte, in Churchill eine Seele mit Größe unter seinen Zeitgenossen ausgemacht zu haben. Für den “Fall Wulff” und die Staatsräson der Bundesrepublik zählt folgende Aussage zum Gemeinwesen: “steht so lange, als von allen dem princeps Ehre erwiesen werde”. Wieviel Ehre hat Christian Wulff und wieviel Ehre kann man der Privatperson und der Amtsperson pflichtgetreu erweisen ohne in Zielkonflikt mit der eigenen Ehre zu geraten?

Der bedeutende jüdische Religionsintellektuelle Martin Buber sagte einmal zum Thema Ungehorsam: “Darauf weiß ich zunächst nichts anderes zu antworten: Ungehorsam solcher Art ist dann rechtmäßig, wenn er in Wahrheit Gehorsam ist, Gehorsam einer höheren Instanz gegenüber als der man jetzt und hier nicht gehorcht, genauer: Gehorsam der höchsten Instanz gegenüber.” In diesem Sinne, seien wir nicht vorschnell durch falsches besänftigt, sondern bekenne uns zu und stehen zu “unbesänftigten Erwartungen” und fordern gerechte Entscheidungsprämissen ein. Und auch der katholische Theologe Johann Baptist Metz (2006:144) mahnt gegen ein “Ausweichen vor dem gefährlichen Christus”: “Denn ein ungefährliches und ungefährdetes Christentum tröstet nicht.”

Martin Buber: Nachlese, Verlag Lambert Schneider, Heidelberg 1966, S. 215 ff

Quelle für Cicero: Henning Ottmann (2002:110): “Geschichte des politischen Denkens. Die Römer”, ISBN 34676016315, Verlag J. B. Metzler

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