Archiv für die Kategorie ‘Klagende Zeilen’
Angela Merkel und Adorno
Wunderbare Textstelle dank Theodor Adorno und Max Horkheimer aus “Dialektik der Aufklärung”, die toll auf Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel passt, die oft unterschätzt bzw. präziser falsch eingeschätzt wurde:
“Die List, die darin besteht, daß der Kluge die Gestalt der Dummheit annimmt, schlägt in Dummheit um, sobald er diese Gestalt aufgibt. Das ist die Dialektik der Beredsamkeit.” (Seite 76)
Vielleicht kommt man Frau Dr. Merkel besser mit Elementen aus der Analyse von Adorno & Horkheimer über Odysseus auf die Spur als mit den Attributen Physikerin und Naturwissenschaftlerin.
Dass sich Deutschland so angerührt zeigt bei der Organspende von Frank Walter Steinmeier, dokumentiert wohl etwas, was u.a. bei Merkel fehlt. Die Leute wollen Leben und Lebendigkeit, nicht nur Kalkül und Berechenbarkeit. Um hier Adorno und Horkheimer als Kontext einzubringen: “Solche Anpassung ans Tote durch die Sprache enthält das Schema der modernen Mathematik.” (Seite 68)
Was ist die Crux beim Geodienst Streetview von Google? Alles nur Tourismus und Fremdenverkehr mit Gütesiegel?
Geht es Google beim Projekt Google Streetview einzig darum, als gütiger Helfer selbstlos den Alltag zu verbessern? Was verbessert Google? Datenspuren!
Um welches Bedürfnis geht es?
Sehen und gesehen werden, Aufmerksamkeit, Beachtung; eigentlich aber Wunsch nach Achtung und Würdigung?
Überholtes Verständnis von Kommunikation mit der Öffentlichkeit:
Es ist unkluger “Spin”, dass es Google mit seinen Anzeigen so tut, als ginge es bei Streetview quasi um harmlosen sanften Tourismus mit Fairtrade und Ökosiegel zwecks globaler Bliebtheit.
Empfinden deutscher Bürger nicht analysiert:
Für durchschnittliche Deutsche im Land zählt die ordentliche und gepflegte Fassade bei Wohnung und Grundstück nach außen hin viel: Sie ist die “Visitenkarte”. Das gibt auch Schutz und Maske. Deshalb zählt es mehr nicht selten mehr als Drinnen, d.h.: kreative Klasse verfehlt das die Erkenntnis des Wesentlichen. Die von einem Ideal vermeintlicher Authentizität infizierte “kreative Klasse” verfehlt dies.
PR & Image ist nicht Public Affairs!
Es geht aber nicht um PR & Image, sondern um Public Affairs und Dialog zwischen Google und den Bürgern als Rechtspersonen. Die User sind nicht nur passive Konsumenten, sondern Bürger und Rechtspersonen. Und ihre Politiker sind Amtspersonen mit Hoheitsrechten.
Hilfloser Spin verrät Konzeptlosigkeit: Spielernaturen wie Zockernaturen an Börsen?
Es ist hilflos, ein Weltunternehmen wie Google mit privaten Urlaubsfotografien von Touristen zu vergleichen und Fremdenverkehr. Einst verließ mal Primus Microsoft Hunzinger.
“Widerspruchsrecht” oder nur Widerspruchsmöglichkeit?
Welche Rechtsgrundlage hat das “Widerspruchsrecht” bei Google Streetview? Gibt es ein Gesetz als Basis oder nur Widerspruchsmöglichkeit? Hat ein zuständiges Ministerium die Möglichkeit, auf Basis eines Gesetzes per Verordung weitere Regeln zu erlassen, verfeinern oder die Ausführung zu spezifizieren?
Wäre Widerspruchsmöglichkeit ein Widerspruchsrecht wäre, dürfte es keine Widerspruchsfrist geben!
Für eine bloße Widerspruchsmöglichkeit mit beschränkter Widerspruchsfrist müsste ein Rechtsverhältnis bestehen. Plant Google ohne Gewohnheitsrecht einen Präzisdenzfall zu etablieren? Eine stilles Einverständnis oder eine Übereinkunft ist in einer prinzipiellen Frage mit Grundsatzcharakter ausgeschlossen. Eventuell ist ein Exempel nötig. Die Politik ist unter Druck. Das Kanzleramt müsste die Zuständigkeiten unter den Ressorts entschieden klären.
Was ist bei Umzug?
Wie kann ich denn Google bei Streetview widersprechen, wenn ich umziehe oder Haus, Boden oder Grund erwerbe? Wo ist ein tüchtgier Verbraucherschutz?
Geschichtsvergessenheit: Zeithistorische Amnesie?
Den politisch Informierten oder historisch Gebildeten im Geschäft hat klar zu sein, dass Furor Google Sstreetview wie bei Volkszählung ist.
Automatische Erfassung von Daten bedarf automischer Löschung von Datensätzen
Genauso wie Google automatisierte Erfassung vornimmt, müssen Bürger auch automatisch Datzensätze bei Streetview löschen können!
Google steht außerhalb der Tradition
Der Charme des Außenseiters steht Weltfirma Google nicht mehr. Der Laden wirkt wie ein unseriöser Start-up, der quirlig, aber selbstverliebt und narzistisch agiert und Stolz auf Planlosigkeit ist. Brillieren dort Youngsters ohne Verantwortungsgefühl? Wo ist eine solide Technikfolgenabschätzung? Ein so wichtiger Autor wie Hans Jonas wurde zum Thema Verantwortung wohl nie befragt.
Alternativlos: Google hat erwachsen zu werden!
Bitteschön mehr als unbedarf die Tour von “Heidegger’s Hippies” auf Kalifornien! Wenn Google nur mit allem spielt, dann ist Google unbelehrbar infantil. Google muss erwachsen werden. Dazu gehört für den aus Schwaben stammenden Berliner Philosophen Hegel böse sein dazu.
Fragwürdigkeiten schwirren durch den Zeitgeist, entgeistern den guten Geist der Republik
Streit, Zorn und Groll liegen in der Luft. Böse Schwingungen laden sich negativ auf, kreisen wie Geier umher. Wie kann der Strom an Wellen (Abtritte, Rücktritte, Austritte, umhertreten, Flucht aus Ämtern, Schwund an Vertrauen, Glaube und Treue, Abstürze und Einstürze von Banken, Abgründe, unterirdisch implodierte monströse Luftschlösser der Finanz mit Krise, drei Wahlgänge, Zoff, Umgangston, Streitsucht, pubertäres Wetteifern) friedlich in Meeresstille münden? So, dass kraftvoller Einsatz und Energieaufwand zu Segen (Shalom) würde.
Bundeskanzler Konrad Adenauer über den Begriff des Bürgers am Beispiel des römischen “civis”
Konrad Adenauer 1954: “Mit dem Begriff “Civis” ist die beste Tradition der alten römischen Republik unlöslich verbunden. Denn civis war ja nicht jeder, nur weil er durch seine Geburt einem bestimmten Staatsverband angehört; in der vollen Bedeutung des Wortes war civis nur der, der sich von der Jugend auf und Zeit seines Lebens für die res publica verantwortlich wusste.”
(Geleitwort für die erste Ausgabe von CIVIS, begründet von Rüdiger Altmann und Johannes Gross).
Dolf Sternberger anno 1967: “Es ist an der Zeit den Begriff des Bürgers zu rehabilitieren” (Vorrede), edition Suhrkamp Band 224 / Bibliothek Suhrkamp Band 1170
Zwischenruf: Die Politik ist ins Schwimmen geraten und die Bürger kommen ins Stehen.
Diagnose: “Sie schwimmen alle und kommen nicht zum Stehen, weil das Wasser immer tiefer wird und die Konzepte immer weniger Tiefgang haben.” (Christian Edom)
Wie fängt man die Bodenlosigkeit auf? Solidarität kommt quasi von Solide. Auch Subsidarität meint gemeinsamen Boden. Unser Boden ist Deutschland in Europa. Da müssen wir zum Stehen kommen, ins Stehen gelangen. Daniederliegen führt zu nichts.
Stichwort: Herrscht die “bunte Republik” (Wulff) oder “Tristesse” (Gauck)? Was ist Trumpf?
Wie kann es eigentlich sein, dass Christian Wulff in seiner Antrittsrede das Wort “bunte Republik” aussprach, diesen Begriff besetzte und prägte, während Gauck im Deutschen Theater von einer Neigung zur “Tristesse” in Deutschland sprach? Situativ passten die Ausführungen vonn Wulff zur augenblicklichen Stimmung während der Fußball Weltmeisterschaft.
Interessant ist übrigens das Wort “buntschillernd”. Damit kann man altgriechisch “aiolos” übersetzen, was auch “bewegt” meint und mit “Seele” verwandt sein soll.[1]
Aus der Bibel allerdings ist das Wort “Blendwerk” bekannt. Welche Farbe hat der Geist der Republik und was ist dieser “Geist”?
Welches Stichwort ist Trumpf? Sticht das Betäubungsmittel “bunte Republik” oder gibt es ein heilsame Pharmazie für Deutschland als Gegengift?
[1]Carl Gustav Jung: “Archetypen”, S. 28 (DTV München 2001
Versucht sich die FAS als von Unbehagen, Leid und Unglück befreiendes Leitmeidum für die “Generation 30″ und deren Eltern?
FAZ: “Generation 30″: “Es ist ein Druck auf dieser Generation” (Interview 23.5.2010) (Das Interview wurde vom Redakteur für Wirtschaftsthemen Rainer Hank und Bettina Weiguny geführt)
Furchtbar, was auch in einem anderen Text der FAS zum Titelhema stand. Da wird eine offenbare Psycholgin aufgeboten, Direktorin des Frankfurter Sigmund Freud Institutes. Sie ist Professorin an der Uni Frankfurt. Ihre Hauptkompetenz scheint mir im Bereich Erziehungswissenschaft zu bestehen. Forschung zum Thema des Interviews hat sie nicht, denn Studien werden zu ADHS erstellt, aber nicht zu Menschen um die 30. Ob sie überhaupt als psychologische Psychotherapeutin oder als Psychaterin (sie hat irgendwie Medizin studiert, Abschlussqualifikation unklar) praktiziert, ist nicht auf Anhieb herauszufinden. Im Interview fällt der Satz: “Die Depression ist eine Krankheit der Ideale. Manche Jugendliche geben sich die Schuld, dass sie ihren Idealen nicht genügen – und werden depressiv.” Sind damit die Ideale der „Jugendlichen“ oder die der Eltern gemeint?
Wieso reden wir von Jugendlichen? Die betreffenden Person sind doch nun wirklich über 27. Und wenn schon geht es doch um junge Erwachsene? Oder sind wir auf einmal bei Teenagern? Die Frage lautete nach “den Jungen” (Menschen). Ursache für Depressionen in dieser Konstellation ist also schlichtweg nur jeder selbst mit seinen frei gewählten überzogenen Erwartungen und falschen Idealen von sich. Diese sollen wohl durch richtige Ideale ersetzt werden, die dann natürlich aus der Autorität des Psychoanalytikers kommen. Was ist ein Ideal? Geht es statt um (moralische) Ideale nicht eigentlich vielmehr um falsche Idole und Idolaterie? Es geht auch gar nicht um das Unbewusste, einfach nur falsche Ideale. So simpel kann alles sein. Eigentlich alles eine läppische Frage der richtig gewählten Moral und Selbstbildes. Wieso geht einiges schief, wenn es so einfach ist?
Ein weiteres Problem im Text sind die Wendungen “falscher Ehrgeiz” und und “Aufsteigererfahrung”. Auch Ehrgeiz ist ein stark mit Moral belegtes Wort, denn es ist quasi eine moralische Sünde und widerspricht der christlichen Tugend. Geht es eigentlich um Erfahrungen individuellen Aufstieges, also die Aufsteiger oder um die kollektive Erfahrung des Aufstiegs, die unserer Eltern gemacht haben. Wenn quasi alle Aufsteigen gemeinsam, gibt es keine “Aufsteiger” in eigentlichen Sinn. “Aufsteiger” ist ein Begriff der externen Beobachtung durch Fremde, die da schon waren, wo nun auch jemand anderes ist. Aufsteiger sind Menschen, die ein vorher ein wenig exklusivere Sphären eindringen. Klassische Begriffe und Konzepte der Konfliktsoziologie von Max Weber und Ralf Dahrendorf zum Bereich soziale Schließung fallen nicht. Wenn es eine relativ kollektiv ausgeprägte Aufstiegserfahrung durch soziale Öffnung gibt, gibt es dabei keine individuellen Aufsteiger, weil eine ganze Generation aufsteigt. Wenn sich diese eine kollektive Leistung individualisiert zurechnet und ihre eigenen Leistungen gegenüber ihren Kindern anpreist, um ihre elterliche Autorität zu manifestieren, dann passiert das eben. Nicht wie es in Deutschland immer so schön heisst, die Leistung war das allein seligmachende, nein, die Elterngeneration lebte in glücklichen und günstigen Zeiten voller Gnade. Wieso eigentlich? Gibt es heute eigentlich soziale Schließung?
Zurück zu Depression: Im Artikel geht es um junge Menschen, die auf finanzielle Unterstützung ihrer Eltern, deren Gewogenheit, Pflichtgefühl, Verständnis und Liebe angewiesen sind, um einen angemessenen sicheren Lebenstil zu führen, der ihre teuren Humanikapitalinvestitionen nicht wieder total ruinieren würde. Es geht um daraus resultierende Praktiken und Geschehen der Ablösung vom Elternhaus. Der Absatz lautet: “Neid, Entwertung oder sogar Häme sind eine schwere Belastung für das Selbst eines Dreißigjährigen: Sie laufen Gefahr, depressiv zu werden. Die Depression ist eine Krankheit der Ideale. Manche Jugendliche geben sich die Schuld, dass sie ihren Idealen nicht genügen – und werden depressiv.” Von wem kommt der Neid und wer entwertet wen oder geht es um das Gefühl von Wertlosigkeit, wei ldie Karriere nicht so rund läuft? Es scheint um eine psychische und soziale Spannung und latenten Konflikt mit den Eltern zu gehen. Mit “Ideale” sind wohl die Träume, Hoffnungen und konkrete wie indirekte und stille Erwartungen der 30jährigen gemeint, sich mit Erfolg im Leben eine eigene Position gegenüber den Eltern zu erringen. Offenbar sollen im Grunde äußere soziale Erfolge die innere psychische Ablösung bewerkstelligen im Familiären. Nur das geht heute nicht mehr so glatt wie früher. Bringt Reife Erfolg oder lässt erst Erfolg Reife wachsen? Die “Eltern” sind grundsätzlich auch internalisierte psychische Instanzen in einem jeden Menschen, etwa im sogenannten Über-Ich im Soziolekt der Psychoanalyse bei Freud, als “Eltern-Ich” in der Transaktionsanalyse oder auch transpersonal und kollektiv bei Jung im kollektiven Unbewussten. Die Eltern sind erstmal die Autorität. Weltanschauungen, Ideologie oder Religion sind wegen der Individualisierung – zumal im Bürgerlichen – keine sonderlich alternativen Instanzen im Allgemeinen gegenüber dem familären Besonderen mehr, die an die Stelle familiärer Autorität treten können. Das Problem liegt darin, dass wenn die Situation besteht “Es kann nur einen geben” latente oder manifeste Rivalität auftritt, da ein Nullsummenspiel sich auftut.
Worin liegt die Schuld und warum sind die Ideale nötig? Neben Anerkennung von den Eltern oder “Beweis” der Eigenständigkeit wären z.B. Streben nach Erfolg, Leistung, Bewunderung, Glanz und Attraktivität denkbar. Das wäre stark der Sektor des Narzißmus als Ursache. Leisten um geliebt und begehrt zu werden statt Leistung, weil man geliebt ist. Perfektionismus & Grübelei verbunden mit Angst vor Wertlosigkeit und Minderwertigkeitsefühlen zählen zunächst zum Bereich des Zwangsneurotischen, aber nicht des klassischer Depressivität. Narzißten brauchen Leistung, Erfolg und den schönen Schein für die Bewunderung, Zwangneurotiker Geltung und Macht gegen ihr Gefühl von Unsicherheit.
Man kann mit 20 bis 30 nicht da stehen, wo die Eltern gerade auf dem Höhepunkt mit 50 oder 60 stehen. Man kann nicht sofort da weiter machen, wo die Eltern aufgehört haben. Nur stellt sich eben die Perspektive, ob dieses Niveau überhaupt noch einmal halbwegs sicher erreichbar sein wird. Zudem droht Angst vor der Zukunft, wenn man es eben nicht irgendwann einmal besser hat und keine verlässliche Hoffnung auf Fortschritt besteht.
Vermerk zu den “68ern”, dem Wesen von Dialog, Diskussionskultur. Kommt es darauf an “wie” man etwas glaubt oder “was” man glaubt?
Die radikalsten Teile der 68er haben immer an etwas geglaubt, egal an was sie glaubten, sie glaubten geradezu total daran. Sie haben so dermaßen viel und oft sich gewandelt, dass sie am Ende an gar nichts mehr glaubten. Sie glauben nur noch an das Reden selbst. Heute kann über alles diskutiert werden, aber kein Ergebnis ist wirklich verbindlich. Sie können gar nicht diskutieren, weil Diskussion bedeutet, die Meinung des Gegners gegen die eigene Meinung gelten zu lassen und sich in Frage zu stellen: „Er könnte Recht haben“. Wurde das gelernt? Wer an Ideologien glaubt, kann und konnte dies nicht praktizieren. Somit leben wir in einer Diskussionskultur, die diskutiert ohne zu Wissen was echter Dialog ist. Meistens geht es darum, den Gegner zu verstehen, nicht darum ein Sachverhalt gemeinsam zu verstehen, miteinander statt nur gegeneinander.
Heute wissen die nur noch, dass sie irgendwas glauben, sie glauben, ohne etwas zu glauben. Sie glauben an nichts glauben zu müssen. Das ist nicht viel. Ob nichts glauben zwingend besser ist als an etwas Falsches zu glauben? In Nationalsozialismus und DDR wurde das Deutschsein dahingehend umgesetzt, es sei wichtig überhaupt an etwas zu glauben. Die Frage nach dem „wie“ steht vor der nach dem „was“.
Preisefrage an die FDP: Wie wird der Zielkonflikt zwischen sozialer Agonalität und psychischer Aggression bewältigt?
Preisfrage Richtung FDP & Co: Wie stellt sie sich die Trennung von sozialer Agonalität und
psychischer Aggression vor?. Wie z.B. verbindet sich gediegenes bürgerliches Wetteifern mit
innerer Friedfertigkeit und Sanftmut. Wahrscheinlich löst sich das von selbst, wenn man jeden
Kleinkrieg im Büro und im Betrieb aufhebt, indem man alle Arbeitsplätze in die von
standesrechtlich abgesicherten Freiberuflern transformiert. Wie wird mit Konkurrenz und Rivialität um Positionen, Status, Leistung und Güter umgegangen? Was macht man, wenn es immer mehr “Rattenrennen” gibt, bei denen der Ertrag trotz mehr Leistung und Energie nicht größer wird?
Wie wird der Zielkonflikt zwischen sozialer Agonalität und psychischer Aggression bewältigt?
Maximus Minimax Wulff als “pontifex maximus”. Zwischen Caesar, Papst, Machiavelli und Friedrich dem Großen. Wohin führt die Brückbauerei des Brückbauers? In welchen Pfaden und Spuren wandelt die Präsidentschaft von Christian Wulff
Zu den unschönen Begleitfaktoren im Vorlauf des Zustandekommens der Wahl des Bundespräsidenten Christian Wulff zählt die offensiv und aggressiv benutzte Rhetorik und Semantik des “Brückenbauens”. Worin soll das selbst verkündete “Brückenbauertum” bestehen? Inwiefern sind diese schönen Worte ernst zu nehmen?
Friedrich der Große, an den sich Wulff als historisches Beispiel für seine gewünschte “Denkfabrik” anlehnte, verfasste etwas mit dem Titel “Anti-Machiavelli”. Problem ist jedoch, das z.B. der renommierte Politikwissenschaftler Prof. Dr. Hennig Ottmann zu Machiavelli feststellt, dass das neuartige Prinzip an dessen Lehre sei: “Der Schein ist umfassend geworden…” Und Ottmann konstiert nüchtern weiter: “Machtergreifung und Machtbehauptung sind zu den einzigen Zielen geworden.” (Quellenangabe zur Kommentierung des “Princepe” von Machiavelli von Ottmann: ders. (2006): Geschichte des politischen Denkens, Band 3,1, S. 30-31)

