Archiv für die Kategorie ‘Eugen Fink’
Zitate von Eugen Fink: Frage & Anwort beim Staunen über in die Widerfahrnis der Welt
Eugen Fink (1905-1973) war ein Schüler von Martin Heidegger (1889-1976) und Edmund Husserl (1959-1938). Quelle ist der hier bearbeite Aufsatz aus dem Jahr 1937, vor dem Tod Edmund Husserl, unter dem Titel “Zur Entwicklung der Phänomenologie Edmund Husserls“. Edmund Husserl hat im Dezember 1937 Teil dieses Aufsatzes noch gelesen. Der Aufsatz ist im Buch “Nähe und Distanz. Phänomenologische Vorträge und Aufsätze”, Verlag Karl Alber (2004) erhältlich.
Die Ausführungen von Fink kontextualisieren und beleuchten insgesamt, wie die Phänomenologie verstanden werden kann. Dies ist relevant für das Verständnis des Denkens und der Philosophie z.B. bei maßgeblich von Husserl und Heidegger beeinflussten Hans-Georg Gadamer (1900-2002), Jürgen Habermas (*1929) und Niklas Luhmann (1927-1998), um einige zu nennen. Auch die französischen und amerikanischen Phänomenologen wären zu bedenken. Relevant ist hier die Auslegung der Welt und das Wesen der Frage und des Staunens. Die Worte von Fink sind geeignet, um zu einem grundlegenden Verständnis zu gelangen. Eingehender mit dem Wesen der Frage hat sich sein orgineller Schüler Heinrich Rombach (1923-2004) beschäftigt.
Rezipienten, steigt in das Befragen der Textschnippsel und die Hermeneutik ein!
„Zur öffentlichen Ausgelegtheit der Welt in der vor-philosophischen Einstellung des Menschen gehört ebenso wie ein gemeinsames, fragloses und allgemeines Verständnis des Seienden auch eine gewisse Typik von offenen Fragehorizonten, die ihrem Stil nach intersubjektiv vorgegeben sind.“ (61)
„Gerade
- das Fraglose
ist fragwürdig, das
- Selbstverständliche
unverständlich; im Staunen entspringt die ,verkehrte Welt“. (64)
„Entscheidend für den Begriff des Staunens aber ist, daß es als
- ,Widerfahrnis’
, das den Menschen ent-setzt, eine Selbstverwandelung des Menschen
-
erzwingt
: Indem der Staunende sein Befangensein in der
- alltäglichen Vertrautheit
mit den Dingen
- losläßt
, sein ruhendes Weltverständnis
-
preisgibt
, kommt gerade sein Verstehen des Seienden, seine wesentliche Existenz in Bewegung.“ (65)
„M.a.W. Der Nachvollzug des Problementwurfs ist unausweichlich
-
bedingte
Interpretation, ist die selbst fragwürdige Bemühung, in das Fragen einer Philosophie mitfragend einzuspringen.“ (73)
Wer Philosophie zu verstehen wünscht, der brauch das Verständnis von Frage und Antwort. Der Soziolekt von Problemen und des “Problemlösens”, der den Neukantianismus entspringt, führt nicht zum Ziel. Die Größen des Geistes im Deutschland des 20. Jahrhunderts bedürfen eines Zuganges auch über die Phänomenologie. Das ist nicht selbstverständlich.

