Archiv für die Kategorie ‘Wehrpflicht’
“Im Widerstand…?” – Eine deutsche Dynastie, die Guttenbergs
“Einzelne Mitglieder im Vorstand der Gäa, so etwa Enoch Frhr. v. Guttenberg [gemein ist nicht der Vater von Bundesminster von Karl Theodor zu Guttenberg], unterstützen 1929 die Zusammenarbeit mit Hitler, Hugenberg und dem Stahlhelm sowie den populistischen Feldzug gegen den Young-Plan und stießen dabei auf den Widerstand der gemäßigten, tendeziell an der BVP orientierten Kräfte im bayerischen Adel.” Quelle: Stephan Malinowski “Vom König zum Führer”, S. 458
Seltsam, dass beim FAS Interview von Claudius Seidel (Juli 2010) mit dem Historiker Stephan Malinowski dieser Punkt nicht vorkam.
Wenn der Bundesminister der Verteidigung in Rahmen einer Amtshandlung auf Kritik am mangelnden Demokratiebewusstsein im Widerstand 2009 ausführt: “Was für ein komfortables, ja manchmal hochmütiges Urteil, sei es aus dem angeblich gefestigten Wissen unserer Zeit oder aus Gründen individueller Geschichtsbewältigung.”, so stellt sich dieses ihrerseits komfortabel behäbige Positionierung nicht der Realität der historischen Verhältnisse in der Weimarer Republik.
Professor Wolffsohn schreibt in der WELT die deutsche Parteienlandschaft um
Erst Sarrazin, jetzt Michael Wolffsohn: Darf jetzt jeder bei “Springer” seine Träume abdrucken? Die Untiefen dieses ästhetisch-schwärmerischen Konservatismus nerven!
Es ist alles ziemlicher Unsinn was Wolffsohn schreibt. Gealterte deutsch-jüdische Intellektuelle sind auch nicht mehr das was sie mal waren. Eine sozialdarwinistisch wirtschaftsliberale Partei gewinnt keine konservativen katholischen Nichtwähler oder soziale Schwache für die CDU zurück. Gerade Wirtschaftsliberale sind gegen die Wehrpflicht.
Und Deutschland hat auch nicht die Identitätsmakel von Belgien, das völlig am Ende ist, oder die der Niederlande. Roland Koch ist kein Wirtschaftsliberaler, sondern gesundheitlich am Limit, ein Etatist und Staatskonservativer. Koch passt bestens zu Merkel.
Wolffsohn tut so, als wäre seine eigene nationaliberale Position mit der von Sarrazin und Norbert Bolz irgendwie gewichtig in Deutschland. Wo soll das sein: “Es ist ein pragmatischer, freisinniger, überwiegend großstädtischer Konservativismus.”? In Berlin Zehlendorf, in Hamburg, Düsseldorf, in Bad Homburg, Baden-Baden und am Starnberger See? Die GRÜNEN sind das jedenfalls nicht, bei denen zählt strenge Gesinnung.
Der “power bloc” des deutschen Konservatismus und der Union sitzt in der Provinz, in Städten zwischen 20 000 und 60 000 Einwohner. Dort ruht der common sense. Der professorale Feinsinn bzw. phantasievolle Schöngeistigkeit von Wolffsohn führt nirgendwohin.
Wehrpflicht für alle Geschlechter bei Verweigerung ohne Zwang zur Begründung
Was ist heute nötig?
Eine allgemeine Dienstpflicht mag rechtlich unzulässig sein, aber allgemeine Wehrpflicht ginge. In der CDU versuchen Roland Koch und Peter Müller in die richtige Richtung zu marschieren. Nötig ist eine Wehrpflicht für alle Geschlechter bei Verweigerung ohne Angabe von Gründen. Das wär es doch!
Was bringt das?
Es würde auch der Integration mächtig helfen. Da müssen einige mal raus kommen von daheim, Kiez, Ghetto, Großstadt, Deutschland mal ohne TV kennenlernen. Es wäre auch positiv für eine Gleichstellung der Geschlechter. Es würde das Niveau in der Bundeswehr wieder heben und Deutschland mal gehörig aufmischen und durchmischen. Jeder wurschelt nur für sich, das schwächt einfach. Wo bleibt die Stimme der JU?
Hat das Verteidigungsministerium nur ein Qualitätsproblem mit der Öffentlichkeitsarbeit?
Keine Wehrpflicht mehr, dafür eine reine Berufsarmee, aber dafür auf mehr “Pop” setzen:
Der Sprecher hat leider beim Tonfall den Charme von dem graumelierten Typen bei BILD Online. Die Sprache von Herrn Bundesverteidigungsminister Dr. Freiherr von und zu Guttenberg ist bei weitem noch nicht “kanzlertauglich”. Denn ständigt ertönt: “dass man”? wer bitte? “dass man die Realitäten in Afghanistan…” (Guttenberg). Wo ist die persönliche Autorität in dieser “Diktatur des Man” (Heidegger)? Auch Erich Fromm kritisierte dieses Unwesen. Aktuell hat sich Benjamin von Stuckrad-Barre in seinem neuen Buch “Auch Deutsche unter den Opfern” zu diesem Sprachgebrauch von Angela Merkel geäußert.
Obskur ist der Text vin Sprecher ab einer Stelle: “Widerstandskämpfer des NS-Regimes”? Wurde das Texten ausgeschrieben und an externes Personal vergeben? Hier scheint ungefähr RTL Niveau am Werk zu sein.
Auffällig ist auch Minister Freiherr von und zu Guttenberg. Er scheint oft so überwältig von sich selbst und seiner schmissigen Gestik, dass er immer wieder die Augen schließen muss.

