"Das Politische anders denken"

Frühling der Bürgerlichkeit?

Warum hat sich zu Guttenberg ohne Not zu solchen “verwegenen” Verfehlungen hinreißen lassen?

mit einem Kommentar

Kuriose Töne im Vorwort ob der eigenen Verwegenheit, unbegreiflicherweise kopierte Einleitung ohne Orginalität und Brillianz
Die eigentlich am schwersten wiegende kritische Frage in dieser Angelegenheit ist, wie lange die eklatanten Mängel in der Doktorarbeit des mächtigen deutschen Verteidigungsministers schon irgendwem bekannt waren und ob Guttenberg und Entscheidungen der Bundesregierung im “worst case” dadurch gar erpressbar waren oder ob Guttenberg zumindest unangenehm unter Druck gesetzt werden konnte oder dies selbst antizipierend befürchten musste. Jede weiß, dass Betrug bei der Promotion das Ende der Karriere, gar das der errungenen “bürgerlichen Existenz” bedeuten können. War es nur ein gewagtes Spiel mit der “bürgerlichen Existenz” aus dem Übermut eines adligen Erbens, der auf bürgerliche Meriten nicht wirklich angewiesen war?

[Als PDF gibt es das Vorwort beim Verlag Dunker & Humblot]

Letztendlich geht es auch daurm, wie “autonom” die Persönlichkeit Guttenberg mit solchen Makeln in der eigenen Biografie eigentlich tatsächlich sein konnte. Leitet sich auch diesem “strukturellem Makel” sein erkennbares Streben nach Unangreifbarkeit und Unanfechtbarkeit ab? Oder war es schlichtweg nur der Druck eines reichlich exzentrischen Vaters oder einer nach stolzen Titeln versessenen CSU, die auf den bürgerlichen Schein wert legt? Oder spielten die piesackenden Steicheleien von Neidern eine Rolle, ob er jemals mit seiner Promotion noch fertig werden würde? War es vielleicht Tradition der Familie mit ihren politischen Figuren? Das alles kann am besten Guttenberg selbst beantworten.

Eine “Sollbruchstelle” in der eigenen Laufbahn?
Der Verzicht auf eine eigenständig erarbeitete Einleitung, das etwas seltsame Vorwort; seine merkwürdigen Bemerkungen über einen überfälligen Absturz: Hat Guttenberg seine politische Karriere zum nationalen Spitzenpolitiker seit jeher aus guten Gründen sicherheitshalber nur als Gastspiel konzipiert?

Ein Drama nimmt seinen Lauf:
Wenn Guttenberg abschreibt, so steht das nicht eben gerade für Attribute wie “geistige Unabhängigkeit” (und dann noch dazu so schlecht). Unsere Demokratie kann gar nicht so funktionieren, dass nur Politiker in der Gunst des Publikums steil aufsteigen. Demokratie bedeutet nämlich, sich eine klare und verlässliche Anhängerschaft zu erarbeiten. Das macht Mühe. Die Menschen durch Staunen märchenhaft zu verzaubern, das allein funktioniert nicht. Bei Guttenberg lief alles im Schnelldurchgang. Hinzu kam ein Mangel an erstklassigem Personal, der die CSU in einer Umbruchsituation bitter traf.

Der so provokativ mühelos wirkende Guttenberg, ein simpler Abschreiber?
In der Politik wird man eben nicht von der Gunst des Publikums “erwählt”, sondern vom Volk. Auf einen “göttlichen Glanz” darf man nicht hoffen. Diese Mühelosigkeit und Unbesiegbarkeit, die Guttenberg suggeriert, ist ohnehin ein Problem.

Weshalb war Guttenberg in einer Situation, die ihn unter Druck setzte?
Guttenberg hat eine finanziell komfortable Situation – kein auslaufendes Stipendium bedrohte ihn- und war nicht unter gewöhnlichem Druck, etwa weder um eine Stelle zu erlangen und Qualifikationshürden zu erfüllen, noch um geschäftliche oder soziale Belange zu beschleunigen. Deshalb können einige “Ausflüchte” für ihn nicht gelten, etwa es sei in “großer Not” geschehen.

Der überfordete Karrierepolitiker? Was kann Guttenberg zur Zukunft der Europäischen Union beitragen?
Am schlimmsten ist eigentlich, dass Guttenberg offenbar bei diesen wichtigen Fragen um die Gestalt der Verfassung der EU Mühe hatte, eigene Beiträge auf einem nicht zumutbaren wissenschaftlichen Niveau zu liefern.

Weiteres unter: http://edomblog.wordpress.com/category/bundeswehr/guttenberg/

Eine Antwort

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  1. [...] Christian Edom macht sich Gedanken: was kann Guttenberg eigentlich zur Zukunft der EU beitragen? [...]


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