Der katholische Klerus geht teufelisch und manipulativ vor: Erst verbietet er seien Priestern streng per Zölibat Ehe und Sexualität. Liebe wird verboten. Der Zölibat ist ein archaisches Sexualopfer. Dann werden die Priester auch noch beauftragt in der Moderne, eine radikale Ethik gegen Liebe und Sexualität zu vertreten. Damit wird Liebe und Vereinigung von Mann und Frau abgewertet und entwertet. Damit wird für die Priester das, was sie im Grunde kaputtmacht, auch noch als etwas dargestellt, was gar nicht so wichtig sei. Das Ergebnis ist eine Schwächung des Christentums und verkrüppelte Seelen und Menschen, sofern sich jemand in seinen Jugendjahren oder später an den Unsinn gehalten hat. Massenweise gab es Kindermißbrauch in Klerus und unter katholische Verantwortung.
Stattdessen wird als Sündenbock die Moderne herangezogen. Der Umbruch der 68er habe die Moral gelockert. Ratzinger ist leider trotz allem intellektuell beschränkt und beschränkt im Glauben gewesen. Er war vernarrt in die Volksfrömmigkeit seiner Jugend und melancholisch. Er hat versucht mit Intellektualismus seine fundamentaltheologischen Schwächen und seine Schwäche im Glauben zu kaschieren. Moraltheologie und weltliche Führung wird insgesamt über das Heil und Erlösung gestellt. Von der Gnade Gottes und Barmherzigkeit wird wenig geredet. Beide dienen stärker als Reaktion auf die moralische Versündigung, die in diesem System unvermeidbar ist. Das katholische System okkupiert die Sakramente für sich per Verwaltungs- und Rechtsakt. Das ist die römische Krankheit. Ein Papst, der die griechische Antike und Philosophie schätzt, hätte dies sehen können.
Genauso wie die evangelische Kirche hat sie die katholische Kirche Probleme eingehandelt, weil sie auf säkulare Ethik und Moral setzt. Die Grundfragen des Glaubens und der Bibel, der Tradition und Überlieferung, der Nachfolge, wurden zur Seite geschoben. Die katholische Kirche denkt, sie hätte wegen strengerer Moral der dem Zeitgeist verfallenen Protestanten etwas voraus. Das ist ein Trugschluss und schwerer Irrtum. Denn die katholische Kirche hat Theologie weitgehend durch dogmatische Morallehren ersetzt. Nur das Handeln engagierter Einzelner bewahrt. Moral und Sex werden als Machtmittel über Seelen instrumentalisiert. Echte Führung und Autorität in diesen Fragen wurde damit aufgegeben. Ratzinger hat in seiner Enzyklika klar gemacht, Sexualität sei etwas aus der sündigen Zeit Babylons, welches Rausch geschenkt habe und in Konkurrenz zu Philosophie und christlichem Glaube stehe.
Das Christentum ist keine Sekte, die für Askese und Zölibat plädiert, sondern eine universelle Weltreligion. Aber die römisch-katholische Kirche hat es fertig gebracht, das Christentum in ein Zerrbild zu verwandeln. Sie hat selbst mit ihrer Zentralisierung und Stärkung der Zentralgewalt in Rom – die aber nicht effektiv funktioniert – sich die negativen Prinzipien der Moderne angeeignet und verwirklicht. Islam und Christentum haben sich in ihren offiziellen Kodex zu sehr auf Asketen in der Levante und Nordafrika fokussiert. Die Pluralität und Offenheit des Mittelalters wurde ersetzt durch die Rigidität der Moderne und eine Fülle von Neurosen. Gleichzeitig wurde die eigene Machtstellung durch die Möglichkeit von Ausnahmeregelungen aufgeblasen. Aus diesem Grund kam Carl Schmitt auf die Parallelität von Wunder in der Theologie und Ausnahme im Recht. Aber Wunder geschehen durch den Glauben.
Die Verdorbenheit der Jesuiten hat der katholischen Kirchen in den Wirren der Glaubenskämpfe schwer geschadet. Bis heute wird ihr Denken vom Ringen um das “geringste Übel” bestimmt. Die von der katholischen Sexdoktrin und Fortpflanzungslehre geförderte Unreife im Umgang mit Liebe und Sexualität, befördert Kriminalität und Sexualverbrechen. Sie katholische Kirche steht für ein polarisiertes und aufgespaltenes Frauenbild. Die Misogynie der Athener Philosophen wurde übernommen. Die katholische Kirche züchtet teilweise Homosexualität heran und handelt sich damit Knabenliebe und Kinderschänder ein.
Es verwundert sich, wenn angesichts des real existierenden Katholizismus ein führender Vertreter die politischen Katholizismus wie Christian Wulff Religion mehr als ein sich machiavellistisch zu Nutze machbares Machtsystem gesehen hat. Es gibt einen Mangel an kraftvollen männlichen katholischen Volkspolitikern in der Union. Da komme ich nicht drüber weg. Weil die konfessionelle Spannung in Deutschland abgenommen hat, ist die CDU als Partei des politischen Katholizismus teilweise überflüssig geworden und sehr geschwächt. Und der atheistische Kommunismus mit seinen Mordkommandos ist als Feindbilder und realer Gegner weg.