"Das Politische anders denken"

Frühling der Bürgerlichkeit?

Willkommen bei “Edomblog” (Christian Edom)

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28. August 2010 at 02:18

Staatsbürgerfreundschaft des Aristoteles bei Platon

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SOKRATES: ” …, – daß sie also mehr harte Tyrannen als treue Freunde sind?

GLAUKON: DAS MÜSSEN WIR ALLERDINGS VERHÜTEN

SOKRATES: “…, damit das Wichtigste für die Stärkung ihrer friedlichen Gesinnung untereinander und gegen ihre Schutzbefohlenen getan sei.”

GLAUKON: DAS IST RICHTIG

SOKRATES: “…, daß die Tüchtigkeit in ihrem Beruf nicht darunter leidet und sie nicht verleitet werden, sich an den Bürgern zu vergreifen.”

GLAUKON: GEWISS WIRD ER DAS SAGEN

SOKRATES: “Sie sind nicht Verbündete der Bürger, sondern werden feindliche Despoten. Ihr ganzes Leben hindurch hassen sie und werden gehaßt, verfolgen sie und werden verfolgt. Ihre Furcht vor ihren Mitbürgern wird unvermeidlich weit größer als vor den äußeren Feinden. Damit aber sind sie auf dem geraden Weg ins Verderben, sie selber sowie der ganze Staat. …”

Politeia, 3. Buch, 416-417

Eines der Lieblingsgedichte von Konrad Adenauer als Kalenderspruch: Am Abend wird man klag

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“Am Abend wird man klug,

für den vergangenen Tag,

doch niemals klug genug für den,

der kommen mag.”

(Friedrich Rückert)

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23. Oktober 2014 at 17:02

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Christian und Bettina Wulff

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“Es ist keine Kunst, eine Göttin zur Hexe, eine Jungfrau zur Hure zu machen; aber zur umgekehrten Operation, Würde geben dem Verschmähten, wünschenswert zu machen das Verworfene, dazu gehört entweder Kunst oder Charakter.”

(Goethe)

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23. Oktober 2014 at 16:58

Veröffentlicht in Goethe, Weisheit, Wulff

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Für Mathias Döpfner und seine Freunde

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“Selbst wer das Beste zu wollen glaubt, kann nur das befördern, was er liebt und kennt, oder noch eher, was ihm nutzt.”

Johann Wolfgang Goethe

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23. Oktober 2014 at 16:53

Zeitalter mit Experimenten: Wie Rombach das Wesen der Bundeskanzlerschaft von Angela Merkel anhand von Schillers “Wallenstein” herausarbeitet

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Die Formeln von der “Zeit der Experimente” ist nur für die wirtschaftspolitischen Verwerfungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert üblich. Dem Grunde nach gilt diese Formel aber nicht nur für linke, sondern genauso für rechte Wirtschaftspolitik, etwa den Neoliberalismus der Chicagoer Schule. In der Sprache der Politik hat sich des Wort ebenfalls als Begriff eingebürgert. Ansonsten ist aber die Bezeichnung “Zeitalter der Ideologien” (Karl Dietrich Bracher) oder “Zeitalter der Extreme” (Eric Hobsbawm) prominent. Leo Strauss brauchte das Problem auf den Begriff, heutige Regime wären “low, but solid”. Bracher hat damit den in philosophischer Hinsicht bedenklichen Weltanschauungsaspekt, den Karl-Heinz Volkmann Schluck in seiner Einführung in die Philosophie in Gefolge der Schule von Heidegger und Gadamer so prägnant herausgearbeitet hat, verfehlt. Ideologiekritik leistet nicht nur philosophisch gesehen nicht genug. Der “Univeralitätsanspruch der Hermeneutik” (Habermas) reicht weiter.

Heinrich Rombach hat einen Teil des Phänomens anhand des “Wallenstein” von Schiller verdeutlicht. Es geht in klassischer Weise der Phänomenologie um das Verhältnis von Möglichkeit und Wirklichkeit.  Rombach leistet eine Unterschiedsanalyse zwischen dem Kaiser und Wallenstein. Der Einzug des Gleichgewichtsdenken ist nicht nur im Hinblick auf die Außenpolitik – sei es in Zentraleuropa oder im Weltmaßstab – relevant. Doch mit Blick auf Wallenstein geht es zunächst um die Innenpolitik. Rombach analysiert und arbeitet etwas heraus, was vor allem mit Blick auf den “Kalten Krieg” und den Rüstungswettlauf und das “Gleichgewicht des Schreckens” von Bedeutung ist. Rombach schrieb:

“Was dem Gleichgewicht dient, ist erlaubt. Über die Möglichkeiten entscheidet nicht die Substanz des Rechts, sondern die jeweilige Situation. Wallensteins ‘Möglichkeit’ ist ein neuer Wirklichkeitstyp: allseitige Offenheit, nur durch das Gelingen (Gleichgewicht) gesichert. Wallenstein ist die Gestalt der Möglichkeit. Er bewegt sich allseitig tastend. Seine ‘Unsicherheit’ ist die Sicherheit eines neuen Prinzips,  des Experiments, das die Wirklichkeit auf Möglichkeiten reizt. Spiel. Freiheit.”

Sicher, Rombach ist nicht Ludwig Dehio. Aber sein Ansatz aus der alten Schule der “Hermeneutik der Faktizität” heraus hat auf diesem Wege sogar auch geschichtsphilosophisch etwas zu bieten, so dass Ernst Nolte das geschichtsphilosophische Feld unter den Philosophen nicht länger allein gehören muss. Rombach würde die “Sinngeburt” des Faschismus in Deutschland nicht ein im Kausalnexus als ursprünglich auf den Sowjetkommunismus Stalins als Gespräch oder hermeneutische Situation bewerten, welches nunmal unweigerlich und gar schicksalshaft seinen eigenen, in jedem Fall doch ungeplanten Verlauf nehme, quasi eine impersonale Weise der Führung im Gespräch. Das Impersonale war eine der frühsten Entdeckungen Heideggers. Mit gutem Grund hat Habermas im Kontrast die strukturell bestimmte “ideale Sprechsituation” herausgearbeitet.

Nationale “Wiedergeburt” war u.a. offizielles Ziel der völkischen Ideologie und Faschismus das Machtmittel der Wahl. Die Ausarbeitungen zum Wesen des Gesprächs und Verwandlung sind bei Rombach gelungener als die (öffentliche) Lehre von Gadamer. Die eigene Offenheit – in dem Fall war es historisch Offenheit für den Faschismus und für Hitler – für etwas bleibt Voraussetzung. Ernst Nolte entlastete damit zugleich Martin Heidegger von dessen Anteil an jenem “Gespräch”. Das war alles mieser intellektueller Sex. Dass der politische Anteil von Paul Natorp am Schlamassel nicht vergessen wird, ist dem Philosophen Hermann Schmitz zu verdanken. So gesehen ist dies auch ein Beitrag zur Philosophiegeschichte des 20. Jahrhundert und des Streits intellektueller Positionen in der Bonner Republik; ein Beitrag, zu dem es gern bereit ist.

Die Ausführungen von Rombach sind weit geschmeidiger als z.B. das Rechtsdenken der Lehre Spinozas, welches allein durch die lateinische Sprache holprig und statisch bleibt. Gleichzeitig bleiben die Ausführungen bei Platon zu Verrat und Heldentat im “Trasymachos” zeitlos. Das Gelingen kann als seine eigene Rechtfertigung dienen. Großer Stil wird automatisch als “großer Stil” bewundert, auch wenn Verrat und Verbrechen angewendet werden. Über Wallenstein urteilt Rombach: “Er hat keine eigene Position, er bringt nur Positionen zum Ausgleich”.

Gegen die Eigentlichkeit von Martin Heidegger denken

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“Eigentlichkeit möchte in der Weise zur Orginalität gelangen, daß sie eine beliebige Handlung oder Einzelheit in einem unbedingten Sinn ergreift (‘Entschiedenheit’). Dies stellt sich jedoch unter strukturalem Aspekt als Irrtum heraus. Zudem wird sich existenziell jederzeit ergeben, daß eine aprupt ergriffene Möglichkeit niemals eine ‘eigene’ Möglichkeit wird, wie ‘eigentlich’ sie auch ergriffen ist. Zur ‘eigenen’ Möglichkeit wird ein Lebensschritt erst dann, wen ner struktural in das  Ganze des Daseins eingebunden ist, mit allen Konsequenzen und Prosequenzen. Nur Arbeit kann aus Möglichkeiten ‘Möglichkeiten’ machen, und zwar eine unablässige und korrektive Lebensarbeit, die alle Details strukturiert – oder das Nichtstrukturierte als solches einstrukturiert.”

Heinrich Rombach 1971 in “Strukturontologie. Eine Phänomenologie der Freiheit”, erschienen im Verlag Karl Alber
Kursive Hervorhebungen im Orginal

Viele politische und philosophische Kritik gibt es am Werk von Martin Heidegger, gerade an seiner Phase der 20er und frühen 30er Jahre sowie auf den späteren Umgang nach 1945 mit dieser Phase. Obwohl Heidegger noch vor “Sein und Zeit” (1927) die “Diktatur des Man” herausarbeitet hatte, mündete sein Engagement in der Hinarbeit und Engagement für den Faschismus und Hitlerismus, mindestens bis Mitte der 30er Jahre, vom Antisemitismus und Kameraderie mit den Nazis in Form der Denunziation von jüdischen Kollegen. Diktatur wollte Heidegger erkannt haben und unterstützte dann eine politische reale Diktatur, bevor er sich begann abzusetzen, ohne abzuspringen oder zu widerufen. Hier wird der erste Teil der Kritik seines Schüler Rombach thematisiert. Der zweite Teil bearbeitet die Kategorie Schuldigwerden, und das Motiv des Grundes sowie Negativität als Teil der existenzialen Analytik.

Mit “Sein und Zeit” und der Rektoratsrede ist Heidegger nicht nur unpolitischer oder neutraler Philosoph, sondern Teil des politischen Denkens der Weimarer Republik.  Im Unterschied zur üblichen Kritik handelt es sich hier um eine im strengen Sinne philosophisch bedeutsamsten Kritik und Widerlegung der Sozialphilosophie von Martin Heidegger. Sie zielt insgesamt auf die “Generation des Unbedingten” und neben Heidegger auf verwandte Denkfehlschläge, Irrtümer und fatale Fehler jener für Deutschland so zerstörerischen Epoche, die Freiheit in Knechtschaft und Unterwerfung verwandelte. Es handelte sich damit zugleich um ein Scheitern dessen, was Rombach später – vor allem mit Bezug auf den Deutschen Idealismus – “Deutsche Bewegung” genannt hat. Bedeutsam und von Gewicht ist die Widerlegung deshalb, weil sie selbst aus der Perspektive der Phänomenologie und der “Schule” von Husserl und Heidegger erfolgt. Rombach hatte in Freiburg studiert und promoviert 1949.

Inwiefern hat Heidegger es geschaft, die Worte Gerhart Hauptmanns “Sobald einer in einer Sache Meister geworden ist, soll er in einer neuen Sache Schüler werden.” Rombach übertrifft Eugen Fink, Martin Heidegger und Hans-Georg Gadamer. Rombach gelingt es, das auszuarbeiten, was jene nur vorsichtig und ansatzweise in ihren Werken dargelegt hatten. Er selbst schrieb zu seinem Ansatz “in gewisser Weise auch als Fortsetzung der Heideggerschen Arbeit auf anderem Boden angesehen werden kann.” Ein bedeutsamer Unterschied mit Blick auf die Kritik von Karl-Otto Apel und Habermas am relativistischen Super-Historismus von Heidegger und Gadamer, ob beider Kritik an jenen auch auf die Darstellung von Verstehen als Geschehen bei Rombach zutrifft. Zumindest den Schritt, wie Heidegger das Ereignis bestimmend zu machen, ist Rombach nicht gefolgt.

Leo Strauss zu Enthymenen in der Philosophie der Gelehrten

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“Diese Logik … Philosophen eigentümlich, sondern bestimmt ebenso, wenn auch in leicht abgeänderter Form, das Denken vieler gewöhnlicher Menschen. Selbstverständlich würden sie einräumen, daß der Mensch lügen kann und dies auch tut. Sie würden aber auch hinzufügen, daß Lügen kurzlebig sind und die Probe der Wiederholung – es sei denn ständiger Wiederholung – nicht bestehen; folglich müsse eine Behauptung, die unablässig wiederholt wird, ohne daß sich Widerspruch gegen sie regt, wahr sein. Eine andere Argumentation lautet, daß zwar die eine oder andere Aussage eines gewöhnlichen Zeitgenossen eine Lüge sein mag, die Wahrheit einer Aussage eines verantwortungsvollen und angesehenen Mannes, und somit insbesondere eines Mannes in einer höchst verantwortungsvollen und herausgehobenen Stellung, aber moralisch außer Zweifel stehe. Dieses beiden Enthymeme führen zu einem Schluß, daß an der Wahrheit einer Behauptung, die von der Spitze der Regierung unablässig wiederholt wird, ohne daß ihr widersprochen würde, nicht der geringste Zweifel besteht.”

Leo Strauss (1899-1973) in einem Aufsatz für “Social Research”, der Zeitschrift der “New  School” aus dem Jahr 1941.

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